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notwist, jersey (dax pierson benefit) - Berlin, Kulturbrauerei Kesselhaus, am 26.02.2006









www.daxpierson.com

Dax Pierson, daher die Verbindung zu Notwist, ist Mitmusiker der Anticon Hip Hopper Subtle und Themselves und ihm ist wohl maßgeblich zu verdanken, dass es überhaupt zur Kollaboration mit Notwist und dem daraus hervorgehenden Projekt 13 & God kam. Benefiz darum, weil in den Staaten bekanntermaßen kein Superduper-Gesundheissystem auf Verunfallte wartet. Alles weitere auf obiger Internetseite und die Anmerkung, dass es eine wirklich schöne, kurze und unprätentiöse, aber wamrherzige Ansprache von Markus Acher vor dem Notwist-Auftritt war.

Vor Notwist galt es, eine Hip Hop Band namens 88:komaflash zu ertragen (verpasst) und außerdem Jersey zuzuhören (nur halb verpasst). Letztere waren sehr auf den Vorbandstatus von Notwist zugeschnitten, klangen sie doch wie eine geradlinigere, einfallslosere Variante der Weilheimer. Soll aber nicht heißen, dass sie schlecht waren, die Digitalgeräte knispelten heimelig und gekonnt, die Beats und der Bass gingen eine enge Hochzeit mit dem treibend schlackernden Schlagzeug ein und die Gitarren schrammelten typisch indierockend. Ab und an konnte man gar ein paar jazzige Einflüsse hören und so wiegte man sich andächtig hin und her. Der Gesang war etwas charakterlos, aber schön relaxt und der Großteil der Songs sowieso instrumental.

Notwist, denen man ansah, dass ihnen die Musik immer noch tausendmal wichtiger ist als Frisuren und Outfit (natürlich aber mal wieder toll bedruckte T-Shirts - so z.B. Markus Acher mit Melt Banana Print) kamen in klassischer Quartettbesetzung (schade: wieder keine Tröten live) auf die Bühne. Und die Überraschung direkt nach der Ansprache. Markus Acher mit Akustikgitarre und stillem Akustikpopsong (der wohl den Titel "Country" trägt). Neu? Alt? Cover? Es wurde nichts aufgelöst, aber schön war's. Ähnliche Situation ungefähr acht Songs später. The Notwist schieben mal eben ein unbekanntes Instrumental in den Set. Klingt neu, so circa zwischen "Shrink" und "Neon Golden". Jazzig, komplexe Beats zwischen fließendem Groove, nettes Elektronikgeknispel und schrammelige Gitarren. Ansonsten: Die Betonung lag auf "Neon Golden", wovon bis auf "one step inside", "Trashing Days" und "off the rail" alles gespielt wurde. Sie ließen natürlich nichts so, wie es auf dem Album war. Besonders bei "Pilot" und "Neon Golden" überkam ein jammiger Veränderungsgeist die Weilheimer. Letzteres, auf Platte sehr ruhig und komplex wurde live mit zusätzlichem Beat tüchtig aufgebohrt und mit treibendem Groove versehen, so dass das Teil tanzbar wurde. Überhaupt wurde auf den Groove sehr viel Wert gelegt. War das letzte von mir besuchte Notwist-Konzert (im Rahmen eines Intro Festivals in Köln) eher dröge, wurden hier neben Gehirnnahrung auch die Beine bedient.
Verquere Elektronik gab es aber natürlich auch. Zum regulären "Pilot" wurde einfach ein fünfminütiger, wunderbar zwirbeliger Elektropart geboten, der auch von Achers Scratchen seines eigenen Gesangs und ein paar Jazztröten bereichert wurde. Jazzig auch die Songs von Shrink. "No encores" und "chemicals" waren ja schon fast zu erwarten, als Zugabe gab es aber noch eine besonders schöne Version von "Day 7" (in der die Bläser - sehr passend - durch Gitarre und Geräusche von Gretschmann ersetzt wurde). Noch tiefer in der Vergangenheit wühlten Notwist nur zweimal. Die Semihits "Puzzle" (fast wie auf CD, nur unterschwellig mit Elektronik angereichert) und "One Dark love poem" (dito) sind ja alte Bühnenbekannte, wurden aber glücklicherweise mehr als solide mit viel Elan und Spielfreude dargeboten. Das Publikum war durchgehend glücklich und verlangte nach dem ersten Zugabenblock mit drei Songs noch mehr. Und Notwist taten schließlich Gutes: "Consequence" spielen. Einen der schönsten Notwist-Songs als Zugabe. Mit ganzer Seele. Wie könnte ein Konzert schöner enden?

Fotos zum Artikel gibt es hier

Tracklist (putativ)

Country
One With the freaks
Pick Up the phone
This Room
No Encores
Instrumental (neu?)
Neon Golden
Puzzle
Chemicals
Pilot
-------------
Day 7
Solitair
one dark love poem
-------------
consequence

stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!