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soleilnoir - nucleus


Erscheinungsjahr: 2005
Tracks: 6
Spielzeit: 22:45
Genre: Metal
Subgenre: Alternative Metal
CD-Nucleus.jpg
Bewertung: 6.5/10

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Nach "Interlude", dem Monster eines Songs der gleichnamigen 2003er EP, war ich gespannt auf die weiteren von Soleilnoir erscheinenden Tonträger. Fast zwei Jahre später erscheint nun mit "Nucleus" die Nachfolge-EP. Bis auf den Aufstieg Sänger Maggots zum Maggod hat sich vordergründig nicht viel geändert. Noch immer spielen die Hessen in klassischer Gitarre/Bass/Schlagzeug-Besetzung erdigen, emotionalen Alternative Metal, der zwischen geradlinigen, frühen Tool und weniger abwechslungsreichen Deftones steht.

Ein wenig enttäuscht war ich dann doch, dass auf "Nucleus" auch nach intensivem Suchen kein zweiter Übersong a lá "Interlude" zu finden ist. Die vier bemühen sich aber ohrenscheinlich auch nicht darum. Lediglich in "Offal" lassen sie sich mit dem Songaufbau schön viel Zeit, steigern sich aber hier nicht ins rauschhafte, sondern teilen den Track mehr oder weniger in zwei Hälften. Nach der ruhigen ersten Hälfte und einem schön gelungenen Refrain, der überraschenderweise ein wenig an Seigmen erinnert, wird der Knüppel aus dem Sack gelassen und Soleilnoir wälzen im langsamen Midtempo durch die mit hysterischen Schreien angereicherten Riffberge.

Nach dem etwas klischeehaften Intro von "Epitaph", dem Opener, stilecht mit apokalyptischen Sirenen und zigfach gehörten Riffs, sollte auch der weniger geneigte Zuhörer also nicht direkt ausschalten. Den Songs wird die Kirsche in der Regel mit dem Gesang Maggods aufgesetzt, der zwischen beschwörendem Singsang, pathetischen Refrains, wunderschönen klaren Gesängen und hasserfülltem Schreien hin- und herwechselt, als hinge sein Leben davon ab. Und das viel besser als auf den letzten Veröffentlichungen.
Das Grundgerüst dazu ist aber meist auch nicht zu verachten: Die Riffs erinnern nicht selten an die großartigen Tool und rutschen nur selten in schon zu oft gehörte Niederungen ab, der Rhythmus ist treibend, aber nie allzu banal, nur fehlt mir neben dem Gesang Maggods ab und zu ein zweiter Melodieträger - auf Dauer wirken mir die Songs so etwas gleichförmig, weil auch die Gesangswechsel gegen Ende vorhersehbar werden. Und mit "Life on a thread", dem geradlinigen Rocker der CD, wagt sich die Band in gefährlich flache Gewässer. Der mit vier Minuten auch noch zu lang geratene Song ist zu eindimensional und fast schon trivial geraten. Macht live vielleicht Stimmung, hier provoziert das Teil hingegen nur Gähnen.

Der Titeltrack am Ende der EP versöhnt dafür mit seinen fast schon tribalartigen Rhythmen und dem passend hypnotischen Gesang - und hier offenbart sich mir auch gegen Schluss, wenn auch in kleineren Dimensionen als in "Interlude", dieser einsaugende musikalische Strudel, zu dem Soleilnoir fähig sind.

Die Weiterentwicklung im Kleinen hat dem Quartett insgesamt hörbar gut getan, im Schnitt sind die Songs besser geraten als auf den vorangegangenen Veröffentlichungen. Nur gibt es auf "Nucleus" keinen herausragenden Leuchtturm. Aber Soleilnoir haben sich eine solide Basis geschaffen, um darauf einen zu bauen.

www.soleilnoir.de


Ähnlich:
Tool, Deftones, A Perfect Circle, Chevelle, Helmet, Glassjaw, Incubus, Filter, Dredg, Seigmen, Thought Industry, VAST, Clutch, Soundgarden, Isis, The Butterfly Effect

16.05.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!