sidewaytown - years in the wallErscheinungsjahr: 2007 Tracks: 10 Spielzeit: 44:04 Genre: alternative Subgenre: dreamrock | ![]() |
| Bewertung: 7/10 |
Ende 2006 war Zeit für einen Neuanfang. Markus Baltes hat sich von seiner alten Band Autumnblaze derart entfernt, dass eine Auflösung wohl das Beste schien. Zeit für Sidewaytown. Natürlich erkennt man Autumnblaze auch auf "years in the wall" - auch sidewaytown spielen Musik, die man besten Gewissens als melancholischen Rock umschreiben kann. Allerdings ist dieses Debütalbum ein großes Ganzes, bei dem nicht das Geringste danach schreit, es unter dem Etikett "Autumnblaze" zu verkaufen.
"years in the wall" ist der Anfang. Nicht nur der Beginn von sidewaytown, auch eines textlich konzeptionellen Zyklus, der, so Baltes' Plan, später fortgesetzt wird. Die Geschichte eines Lebens, vielleicht mehr oder weniger autobiografisch, vielleicht völlig fiktionell, aber ein Schicksal, das viele von uns trifft. Ein Aufwachsen in einer Welt voller Zwänge. Väterliche Repressionen, Misstrauen, eine düstere Vergangenheit, Liebe und Hoffnung nur in minimalen Dosen.
Musikalisch präsentiert sich "years in the wall" als introvertierter Rock. Gegensätzlich und doch homogen vereinen die zehn Songs Verletzlichkeit und Brachialität, dabei immer geradlinig auf den Punkt gespielt (nur zwei der Songs liegen knapp über Fünf-Minuten-Grenze), aber so arrangiert, dass sich doch dazu vortrefflich aus dem Fenster starren lässt. Sehnsüchtig flirren die Gitarren am Anfang der Songs und während der Breaks, der Gesang ist zart und wirkt noch zerbrechlicher gegen die nicht selten aufbrausenden Gitarrenwände. Dabei begeben sich sidewaytown aber nie in die Grenzregion, in der das leichte Ungleichgewicht Gefahr laufen würde, zu kippen und etwas unter sich zu begraben. Doch auch gänzlich sanfte, fast schon kitschige Momente werden durchlebt, wie der Anfang von "Outpatient Voice", die aber allesamt durch später aufbrausende Gitarren in Breitwandmelancholie umgewandelt werden. Viel geändert wird an diesem Rezept der ins Harmonische gedrehten Gegensätze nicht. Durch die gesamte Albumlänge zieht sich dieser Faden von laut und leise, verträumt und hart, Melodie und Geräusch, wobei immer darauf geachtet wird, dem Hörer nicht zu viel zuzumuten - leicht verdaulich ist "years in the wall" zumindest musikalisch immer, ohne jedoch Pop zu sein. Bedingt durch die Homogenität gibt es so gut wie keine Ausreißer nach oben oder nach unten, etwas mehr Vielfalt wäre stellenweise jedoch wünschenswert, da auch der Gesang Baltes' bei Sidewaytown nicht so variabel wie bei Autumnblaze ist. Die latenten Post Rock (in manchen ruhigeren Parts klingen Sidewaytown etwas nach Sigur Ros) und Elektronikparts (nie so offensichtlich wie bei späten Autumnblaze) könnten die Rolle der Abwechslung übernehmen, drängen sich dabei aber nicht besonders in den Vordergrund. Auch sie stehen im Dienste der homogenen Atmosphäre.
Ein Kleinod des melancholischen Rocks bleibt "years in the wall", besonders über Kopfhörer bei unentschiedenem Frühlingswetter treffen sich Traurigkeit und Schönheit des Albums in der Mitte. Da ist die fehlende Abwechslung und die dadurch begrenzte Halbwertszeit fast nebensächlich. Und das Warten auf Teil 2 wird zur Pflicht.
www.sidewaytown.com
Autumnblaze, Katatonia, Ride, my bloody valentine, the jesus and the mary chain, Klimt 1918, Anathema, Lush, Slowdive, sigur ros
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pswalter90 |
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19.03.2009 - 16:21 |
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also ich hab die single auch zu hause ich find die music die ist unbeschreiblich schön!!! ich höre sidewaytown gern zum entspannen und fühle die innere zerissenheit in mir!!! |
Mai. 2010
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Letzte Kommentare
- kasse4: pflichte bei - sehr, sehr schönes Album und dass Elephant nach Pearl Jam klingt: Na und :) Es gibt schlimmeres, zum Beispiel nach Staind klingen :)
- toastn: Immer noch eines meiner liebsten Alben. Sehr viele Sounds und Ideen verarbeitet. Nicht zuletzt Erinnerungen an die Heimat und die Neunziger in HB. Big up Saprize. Danke für die schöne Zeit...
- lwith: einfach nur kult ein album für die ewigkeit
- Jens Schröder: Die schlechteste Kritik über die Lebenstrip-CD, die ich je gelesen habe. Dem Rezensenten fehlt jegliches Gespür für Musik. Das ist pseudo-elitärer Dünnschiss!!
- Torn Fan: Die Musik ist gut... nicht nur gut sie ist richtig geil! Diese Kurzkritik hat nichts mit Musikverstand sondern eher mit Geschmack zu tun.

