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lipservice - cardboard robots


Erscheinungsjahr: 2005
Tracks: 11
Spielzeit: 27:20
Genre: alternative
Subgenre: alternative rock
lipservice_cover_cd.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Fluffig, aber harmlos. Lip Service. Bevor mit diesem zweifelsohne passenden, aber vielleicht doch nicht selbsterklärenden Einzeiler geschlossen wird, kommt die Erklärung postwendend: Fluffig steht bei Lipservice für die luftige, lässige Melodieführung (über die Gitarre von Matthias Sänger) in ihren Indiepopsongs und den mühelos lockeren Gesang von Meikel Schulz. Harmlos sind Lipservice in ihrer Eigenschaft keine Ecken und Kanten vorzuweisen, keine ungewöhnlichen Songstrukturen und auch keine interessanten Betrachtungen in ihren Texten. Durchdacht komponiert zwar, aber ohne Wagemut. Fast wie für die Hitparade, aber da weigert sich die kleine Hure Musikbusiness beständig, für Lipservice die Beine breit zu machen, wie es im Infoschreiben steht.

Besonders homogen ist "Cardboard Robots" (mit politisch aufgeladenem, aber durchgenudeltem Comicartwork) nicht geraten. Mal erinnert die Trierer Band an gemäßigten Postcore mit Popappeal ("John Novak" und "Scene Kasper"), mal an Indiepop zwischen Pearl Jam, Foo Fighters und Stone Temple Pilots ("Joe DiMaggio" - hoho - und "Chords & Kettles"), dann wieder etwas an spaßigen, federnden Poppunk ("DSD") und im Anfang von "Red Shift" gar an Helmet, als hätten diese Kreide gefressen und wollten einen Popsong schreiben. Schlecht sind LipService wundersamerweise in keinem dieser Genres. Aber besonders gut leider auch nicht. Es fehlt immer das letzte Quentchen Hookline, der ein oder andere mitreißende Rhythmus oder der instrumentale Wiedererkennungswert. LipService können sich aber auch selbst ein Beinchen stellen. Der Opener "The wet one" fängt mit energetischem Postcore/punk an, bis sie mit einem grauslichen Refrain ("Girl come over" "Me?") den Song genüsslich zerstören. Nur leider nicht absichtlich. Ähnlich machen sie es in "DSD" - wie zum Teufel kommt man nur auf solch schlimme Background-"Ouhs"?

Dennoch, "Cardboard Robots" ist und bleibt solider Indie/Alternative Rock mit Popappeal, wie schön in "El Cortito", "Lt. Dan" und dem etwas ruhigeren "Uma" (dem einzigen Song, der über drei Minuten lang ist) zu hören ist. Schade, dass die Band nicht öfter ins Schwarze trifft - umso deutlicher ist das nämlich, als dass die CD keine halbe Stunde dauert.

www.cardboardrobots.de


Ähnlich:
Seaweed, Stone Temple Pilots, Pearl Jam, Foo Fighters, späte Celestial Season, Handsome, Quicksand, Gameface, Miles

12.09.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!