ivory night - machineErscheinungsjahr: 2007 Tracks: 11 Spielzeit: 47:17 Genre: metal Subgenre: heavy metal | ![]() |
| Bewertung: 6.5/10 |
Artwork von Metal-CDs ist ja oft für einige Lacher gut. Ivory Night machen da keine Ausnahme: Angestrengt böse oder auch böse angestrengt werden die Bandmitglieder da im Maschinenraum abgelichtet. Derlei Symbolik spiegelt wohl die Musik wieder. Nicht nachgeben, Härte zeigen. Tatsächlich ist "Machine" aber erstaunlich leicht zu konsumieren, ab und zu zeigen Ivory Night gar ihre sanfte Seite, wie in der Halbballade "Fallen Father" oder dem leicht mittelalterlich anmutenden Akustik-Instrumental "Oblivia" (in dem Gitarrist Ruby gar fast wie weiland Jeff Waters zupft).
Trotzdem ist "Machine" natürlich Metal. Hier wird zwar nicht die reine Manowar-Lehre gepredigt (dafür gibt's zuviele Effekte und ab und an sogar genrefremde Elemente), aber die Basis ist und bleibt eine Mischung aus Heavy und Power Metal, original mit Gesang aus den oberen Oktaven des männlichen Gesangsspektrums - wobei Sänger Patrick Fuchs sich aber auch mal ein wenig tiefer wagt als die üblichen Leute am Power Metal Mikro. Überhaupt traut sich Fuchs gesanglich viel zu. Manchmal mehr, als er kann. Trotz Vocal-Coach. Höre zum Beispiel "Charon of Styx", wo er desöfteren an seine Grenzen stößt. Was aber auch Charme haben kann: Beim Opener "Capping Day" erinnert Fuchs während mancher Gesangparts ein wenig an das originelle, verzweifelt klingende Organ von Jan Lubitzki aus seinen frühen Depressive Age Tagen. Mehr davon wäre toll gewesen. Ist aber leider nicht drin. Dafür aber eine ganze Menge Anderes: Nette parallele Gesang/Grunzparts (letztere von Bassist Carsten Kettering), Thrash Metal Einflüsse in "Machine" (dessen letzte Zeile mit der Schwarzenegger-Referenz etwas albern geraten ist), dramatisch balladeskes mit "Breath of the innocent" und ein paar fast schon progressive Einflüsse insbesondere im abschließenden, sechseinhalb Minuten langen "The End". Bei dem übrigens, wie auch im Opener nicht alle Teile logisch ineinander übergehen. Beim Rest ist das Songwriting aber obere Klasse. Der Titeltrack beeindruckt durch passend eingesetzte Stakkatoriffs, stark variierenden Gesang und ungewöhnlich eingeschobene Refrains, "keeping the lie" ist ein netter Uptempotrack und "Emperor" ein mitreißendes, moshbares Midtempobrett. Schöne Melodien werden bei "The shelf" und insbesondere "Fallen Father" und "Breath of the innocent" locker aus dem Ärmel geschüttelt. Nur das unpassende Basssolo "Mr. H's BBQ" wirkt wie ein Fremdkörper unter den Songs. Vielleicht wollten Ivory Night Manowar Tribut zollen.
Eines muss man Ivory Night bei allen kleineren Kritikpunkten lassen: Sie schaffen es stellenweise den eigentlich schon lange erstarrten Heavy Metal mit neuen Elementen aufzufrischen, ohne diese dabei aufgesetzt wirken zu lassen. Auch, wenn sie sich dabei das ein oder andere Mal verzetteln: "Machine" bleibt positiv im Gedächtnis und Ivory Night wirken, als wäre das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.
ivory night im Netz
Vicious Rumours, Vanden Plas, Edguy, Brainstorm, Rage, Iced Earth, Saint, Nevermore
Mai. 2010
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Letzte Kommentare
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- toastn: Immer noch eines meiner liebsten Alben. Sehr viele Sounds und Ideen verarbeitet. Nicht zuletzt Erinnerungen an die Heimat und die Neunziger in HB. Big up Saprize. Danke für die schöne Zeit...
- lwith: einfach nur kult ein album für die ewigkeit
- Jens Schröder: Die schlechteste Kritik über die Lebenstrip-CD, die ich je gelesen habe. Dem Rezensenten fehlt jegliches Gespür für Musik. Das ist pseudo-elitärer Dünnschiss!!
- Torn Fan: Die Musik ist gut... nicht nur gut sie ist richtig geil! Diese Kurzkritik hat nichts mit Musikverstand sondern eher mit Geschmack zu tun.

