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gates of dawn - parasite


Erscheinungsjahr: 2009
Tracks: 12
Spielzeit: 57:44
Genre: alternative
Subgenre: gothic rock
gatesofdawn_parasite.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Nach dem aus der Masse der Gothic Rock-Veröffentlichungen im Untergrund herausragenden Debüt von Gates of Dawn konnte man vom Nachfolger einiges erwarten. "Parasite", mit passend giftgrünem Cover, ist jedoch, um es vorwegzunehmen, eine kleine Enttäuschung. Statt den eingeschlagenen, eigenständigen Weg weiterzugehen und zu verfeinern, macht die Band einen Schritt zurück: Die 12 Songs auf ihrem Zweitling sind allesamt Standard-Gothic Rock mit elektronischen Elementen, stark an Sisters of Mercy angelehnt. Das auffälligste Merkmal ist neben den teils elektronischen Beats und den oft eingesetzten Synthies der weiblich/männliche Doppelgesang von Tina und Matthias. Wo wir auch bei dem deutlichsten Unterschied zum Vorgänger wären: Sänger Steven Sader ist nicht mehr an Bord, womit die Band ihr markantestes Aushängeschild verliert. Seine Vocals waren polarisierend und nicht immer songdienlich, aber eine erfrischend eigene Note im überwiegend standardisierten Gotic Rock-Brei. Das heutige Sängerpaar macht seine Sache gut, lassen aber Charisma und Eigenständigkeit des Vorgängers vermissen. Zudem überstrapazieren sie sowohl die Doppelgesänge, als auch die abwechselnden Intonationen zu oft im gleichen Scham, sodass in der zweiten Hälfte des Albums Abnutzungserscheinungen die solide geschriebenen und gut interpretierten Songs trüben. Doch genug der Kritik: "Parasite" ist ein Album, das man sich als dem Genre geneigter Hörer gerne einverleibt. Atmosphärisch dicht und mit Melodien an den richtigen Stellen überzeugt ein Großteil der 12 Songs und man hört in allen Belangen, dass Gates of Dawn keine Neulinge sind, sondern schon langjährige Banderfahrung (vormals Anubis) haben. Beim Songwriting sind sie gar langsam erwachsen geworden, sind "Dreamers of Decadence" (trotz etwas zu oft wiederholtem Refrains), "resistant x" (starker Refrain!) und der eröffnende Titelsong verdammt nah am rockigen Gothic-Hit dran. Auch die obligatorische Abschlussballade überzeugt mit düster-dichter Atmosphäre und etwas ungewöhnlichem Songaufbau und sehr guten Vokalarrangements (warum nicht mehr davon!), wobei die elektronischen Elemente in der zweiten Hälfte etwas stören. Bei den Synthie/Electro-lastigen Songs macht die Band noch keine ganz so gute Figur, so ist das sehr düstere "Chronos Requiem" und "beautiful departing" blass geraten, wirken ein wenig so, als wäre die Band verzweifelt um Abwechslung bemüht. Die Klavier/Electro-Ballade "Shadowplay" wirkt hingegen trotz nett blubbernder Sequencer einen Tick zu kitschig und Sänger Matthias stößt merklich an seine Grenzen.
Der Rest des Materials fällt weder positiv noch negativ besonders auf, insgesamt ist "Parasite" trotz der Ausfälle recht homogen geraten, wodurch sich wie angesprochen, insbesondere beim zweiten Viertel und vor den beiden tollen letzten Songs etwas Langeweile breit macht. Hier hätte sich eine andere Songanordnung vielleicht schon positiv bemerkbar gemacht, da die besten Songs an den Anfang und das Ende der CD gesetzt wurden und notwendigerweise Löcher in der Mitte klaffen.


Ähnlich:
Sisters of mercy, the mission, Fields of the nephilim, Paradise Lost

20.04.2010
T. Goris


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!