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fin - kaleidoscoped


Erscheinungsjahr: 2005
Tracks: 10
Spielzeit: 47:46
Genre: alternative
Subgenre: alternative rock
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Bewertung: 6.5/10

rating

Fin heißt Flosse. Ich könnte jetzt irgendein halbdämliches Wortspiel mit freigeschwommen bringen. Gibt's aber nicht. Woraus sollten sich Fin auch freischwimmen. Sie haben ja gerade erst angefangen. "kaleidoscoped" ist nach einer Demo und einer EP ihr erstes komplettes Album, in Hessen haben sie sich aber dem Hörensagen nach schon eine ordentliche Hörerschaft erspielen können. Fin spielen nämlich gerne live. Was man auch der Musik anmerkt: Bodenständiger, alternativer Rock mit netten Melodien, satten Riffs, mitsingkompatiblen Refrains und aufgeräumtem Rhythmusgerüst. Etwas dreckiger nannte man das Ganze Anfang der Neunziger Grunge, danach und davor Alternative Rock, während man in den Endneunzigern New Rock dazu sagte und Kapellen wie Bush und Nickelback wie Pilze aus dem Boden schossen.

Die Hoch-Zeit des alternativen Rocks ist aber vorbei und Fin Trendreiterei vorzuwerfen wäre nicht nur unfair, sondern auch falsch. Dann müssten sie Neo Britpop (oder so) spielen. Und außerdem haben sie durchaus ihre eigene Note. Wenn die auch längst nicht bei jedem Song deutlich wird.

Der Anfang von "kaleidoscoped" ist abschreckend. Man wird es nie verstehen, warum sie gerade "Truth and lies" als Opener gewählt haben. Vielleicht, weil er so kompakt aufgebaut ist und ein wenig nach Hit riecht. Das ist leider nicht der Fall. Das Ding rockt zwar solide vor sich hin und ist (wie der Rest der CD) blitzeblank und fett produziert, aber die Riffs und Rhythmen und Reime sind derart abgeschmackt, dass man sich in der Zeitfalle wähnt und einen 1999er Klon von Creed-Klonen (mit klarerem Gesang) vor sich glaubt. Einzig das flirrende Gitarrensolo und der Gesang in den Strophen vermag hier ein wenig zu retten. Glücklicherweise befreien sich Fin schon mit dem folgenden Quasi-Titeltrack aus der Misere. "Kaleidoscope" hat zwar auch einen furchtbar naiven Refrain, dafür ist der Rest der Halbballade sparsam und schön instrumentiert (die Streicher!) und mit gefühlvollem Gesang ausgestattet. Fin beweisen - zumindest bis zum Refrain - Gespür für unprätentiöse, effektvolle Melodien. Und machen bei "Helium for Tea" dann endlich alles richtig. Der ruhige Song klingt zwar mit seinem Akkordeon etwas nach Küstenschlager - aber warum eigentlich nicht? Herzerwärmend und Steine erweichend ist das allemal. So wohlige Wärme tut Not in diesem verlängerten Winter. Fin kann man für diese schönen viereinhalb Minuten Musik nur danken.

Live dürften indes andere Stücke der Hessen lieber goutiert werden. Zum Beispiel das im Refrain hart rockende "The Ballad of Mrs Bean" (schöne Tröten - warum nicht mehr davon?). Oder das wiederum an New Rock Helden orientierte, etwas pathetische (und ebenfalls im Refrain hart rockende) "How to fall". Und natürlich die Mosh-Hymne "Mode on rewind", deren Gitarren auf höchster Lautstärke sogar ein ganz klein wenig Metal-Räudigkeit besitzen. Für eventuell schmachtende Damen haben Fin das schön daherplätschernde "Dive into" im Programm. Nichts, was es nicht gibt - "Kaleidoscoped" eben. Beim fünfeinhalb minütigen "Burn out" fühlt man sich gar an die späten Grunge-Tage mit Soundgarden und Pearl Jam erinnert. Natürlich nicht ganz so grandios. Aber auch nicht so viel schlechter. Und da gibt es noch den Hidden Track. Drei Minuten Akustikklampfe und Gesang. Für's Lagerfeuer. Fin haben eben an alles gedacht.

Freigeschwommen wird sich dann hoffentlich beim nächsten Mal. Von solch stumpfen "Modern" Rockern wie "Truth and lies" zum Beispiel. Und vom manchmal zu offensichtlichen Zitieren schon zu oft gespielter Alternativ-Rockismen. Für den Moment aber machen sich Fin gut da, wo sie sind. Wenn nicht gar besser als so manche ihrer Vorbilder - die nutzen nämlich Trompete und Akkordeon nicht so schön.

www.homeoffin.de


Ähnlich:
Nickelback, 12 stones, Jerx, Live, Three Days Grace, Our Lady Peace, Blindside, The Tea Party, Stone Sour, Lifehouse, Silverchair, Finger Eleven, Soundgarden, Bush, Puddle Of Mudd, Staind, Creed, 3 Doors Down, Caroline's Spine, Stone Temple Pilots, Alice In Chains, Pearl Jam, Nirvana, Godsmack, Sevendust

05.03.2006
stativision (Tobias Goris)


:: Comments ::

user stativision time 17.11.2008 - 22:04
comment nach längerem hören würde ich eher sagen, die kritik ist zu positiv angesetzt...
user FINFAN time 16.11.2008 - 21:32
comment Meiner Meinung nach ist die kritik etwas zu negativ angesetzt! So wie ich schätze hat sich da jemand jeden Song ein Mal angehört und meint, darüber eine Kritik schreiben zu können...

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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!