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destructive behavior - decay and death of anima


Erscheinungsjahr: 2006
Tracks: 10
Spielzeit: 48:47
Genre: metal
Subgenre: death metal
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Bewertung: 4/10

rating

Destructive behaviour. Nunja. Besonders zerstörerisch holzen sich die sechs Dinslakener (von denen ein Gitarrist nach der Aufnahme ausgestiegen ist) nicht durchs todesmetallische Gebälk. Meist bequemt sich das Quintett zu nicht mehr als mittelschnellem, relativ traditionellem Death Metal mit Untergrundattitüde. Sprich: Etwas rumpelige, aber sonst ordentliche Produktion, weitgehend selbstgemachtes Layout und Songs, die offensichtlich mehr für die Bühne als fürs heimische Wohnzimmer gemacht wurden. Wert wird bei Destructive Behavior auf mitbangkompatible Geschwindigkeit und nachvollziehbare Rhythmen gelegt. Halsbrecherische Breaks, technische Raffinessen oder songschreiberische Wagnisse sucht man auf "Decay and death of anima" vergebens.

Zu der Mischung aus amerikanischem und englischem Death Metal der frühneunziger Schule (ohne Blastbeats) gesellen sich, meist im Hintergrund, klassische Heavy Metal Gitarrenmelodien, die überwiegend nett geraten sind, aber nur bei wenigen Songs Akzente setzen können. Zu oft überflüssig gar sind die Gitarren-Gniedelsoli, die sich nicht in die Songs einpassen und so als kropfartiges Ornament erscheinen ("destructive behavior", "Denizen" und einige andere). Selbstreferentielles Gedudel ist leider keine Seltenheit im Genre - aber in der Regel geschickter verpackt als hier. Zumindest stellt die Produktion die Soli etwas in den Hintergrund.

Durch die Leadgitarren stellt sich bei einigen Songs ein wohliges Oldschool-Amorphisgefühl ein, was besonders stark bei "the aspiration" (das mit sorgfältiger ausgearbeiteter Songstruktur wohl der einzig gute Song auf "decay..." gewesen wäre) und "cold night" rüberkommt. Ansonsten beißt man sich auf der Suche nach Abwechslung die Zähne aus. Lediglich "Soldier of tomorrow" mit seinem ruhigen Anfang und dem schleppenden Viking Metal Rhythmus (der nur zwei der vier Minutan lang Aufmerksamkeit verdient) hebt sich ein wenig von den Behavior-Standardsongs ab.
Und das ist das Problem des Albums: Bei fast 50 Minuten Spielzeit ist das Teil in etwa so spannend und ermüdend wie während der Rush hour im Ruhrgebiet Autobahn fahren. Ewig gleiche Rhythmen, spärlich gesäte Melodien und Hooklines und ein Sänger, der an sich über ein kräftiges, tiefes Grunzorgan verfügt und dabei nicht total unverständlich ist, ohne jegliche Variabilität. Mit anderen Worten: "Decay and death of anima" komplett durchzuhören ist ohne Gähnanfälle kaum möglich und höchstens Moshfanatiker werden das Teil zu schätzen wissen.

Aber was soll's: Die Fans scheinen zufrieden, live wird die ganze Chose wohl ordentlich funktionieren und letztendlich haben Sepultura und Co. auch nicht viel besser angefangen. Mit fünf Euro pro CD und schön dickem Booklet, in dem alle (oft sozialkritische aber in unelegantem Englisch formulierte) Texte abgedruckt sind, stimmt zumindest das Preis-Leistungsverhältnis für all diejenigen, die sich das Album antun wollen.

www.destructive-behavior.de


Ähnlich:
Six Feet Under und co., Amorphis und co.

04.03.2007
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!