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bonny situation, the - two lazy apes


Erscheinungsjahr: 2008
Tracks: 6
Spielzeit: 20:36
Genre: alternative
Subgenre: power pop
bonnysituation2.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Zwei Affen sitzen, ach! auf meiner Brust,
Der eine strebt, gar progressiv,
Nach meinem Hirn,
Der andre, voller Pop, gewaltsam gar,
In niedere Gefild.
Ich weiß nicht inwieweit The Bonny Situation an Goethes Faust gedacht haben, als sie ihre neue EP auf den Namen "two lazy apes" tauften. Allzu fern liegt dieser Gedanke jedenfalls nicht. Schon beim letzten Album "still another day to come" saßen sie zwischen zwei Stühlen. Damals wurde aus dem Dilemma einfach der Begriff Pop Metal geboren. Und im Prinzip hat sich an der Situation nicht viel geändert. Noch immer spielen die Ruhrpöttler Musik zwischen Pop und Metal, auch wenn sich die Mischungsanteile geändert haben. Das Sextett nennt ihre Musik mittlerweile Progressive Pop. Wohl um Hirn und Hit in Einklang zu bringen - denke keiner bei Progressive an ausufernde Songstrukturen oder wirklich innovatives!

Tatsächlich erstrahlen die sechs auf „Two lazy apes“ präsentierten Songs in einem anderen Klanggewand. War auf „still another day to come“ noch eine Metalband zu hören, die sich langsam Popeinflüssen öffnete, ist diese mittlerweile einer Popkombo gewichen, die irgendwann mal Metal gespielt haben muss. Was man an den immer noch einflussreichen Gitarrenwänden und dem oft pathetischen Gesang hört. Der wiederum hört sich an, als wenn Mike Patton irgendwann mal Power Metal gesungen hätte und nun in einer Alternativepopband eingestiegen ist. Alles klar? Falls nicht, direkt die Myspace-Seite von Bonny Situation besuchen. Da sind nämlich sämtliche neue Songs abspielbar.
Von denen ragt insbesondere der Titeltrack als Anspieltipp heraus. Hier haben sie alles richtig gemacht. Das dynamische Aufeinandertreffen von ruhigen Parts mit Bombastrefrain, das gebrochene Beats hoppelnde Schlagzeug und der ordentliche Songaufbau stehen im Dienst eines anspruchsvollen Powerpopsongs. Dass es oft so klingt, als hätten Incubus 2001 eine neue Maxi auf den Markt geworfen: Geschenkt. Und ist ja auch ein Kompliment. Auch der Rest erinnert oft an die eine oder andere anspruchsvollere amerikanische alternative Rockband. Zum Glück bleiben The Bonny Situation aber gänzlich frei von Peinlichkeiten (sieht man mal von dem eher schwachen Text zu „Buxus Musicus“ ab) und landesweit ist eigentlich keine Konkurrenz in Sicht. Und ohne Label so professionell zu agieren (besonders der glasklare und druckvolle Sound, bei dem höchstens die Drums etwas überproduziert klingen, ist hervorzuheben), dazu gehört Einiges. Nach den fünf schönen Powerpopnummern, von denen nur der Opener etwas schnell langweilig wird, gibt es noch eine rein akustische Darbietung namens „Pistolero“, die beweist, dass The Bonny Situation sich auch auf düsterem Balladenterrain wohl fühlen. Plattendeal dieses Jahr: wahrscheinlich.


Ähnlich:
incubus, faith no more, a perfect circle, anyone, substyle, staind, stone the crow, peeping tom

29.03.2008
stativision


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Letzte Kommentare

  • kasse4: pflichte bei - sehr, sehr schönes Album und dass Elephant nach Pearl Jam klingt: Na und :) Es gibt schlimmeres, zum Beispiel nach Staind klingen :)
  • toastn: Immer noch eines meiner liebsten Alben. Sehr viele Sounds und Ideen verarbeitet. Nicht zuletzt Erinnerungen an die Heimat und die Neunziger in HB. Big up Saprize. Danke für die schöne Zeit...
  • lwith: einfach nur kult ein album für die ewigkeit
  • Jens Schröder: Die schlechteste Kritik über die Lebenstrip-CD, die ich je gelesen habe. Dem Rezensenten fehlt jegliches Gespür für Musik. Das ist pseudo-elitärer Dünnschiss!!
  • Torn Fan: Die Musik ist gut... nicht nur gut sie ist richtig geil! Diese Kurzkritik hat nichts mit Musikverstand sondern eher mit Geschmack zu tun.