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ages gone - the essence of us through this harmony


Erscheinungsjahr: 2000
Tracks: 9
Spielzeit: 54:26
Genre: metal
Subgenre: avantgarde death metal
agesgone.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Schon das zweite Demo der Kölner Band, das ganz und gar nicht wie ein Demo rüberkommt. Die CD besticht stattdessen durch schönes Artwork und mit rund einer Stunde Spielzeit auch durch Value for Money. Nur auf den Abdruck der Texte im Booklet hat man verzichtet, was schade ist, weil sich der Gesang mehr durch unverständliches Grunzen, bzw. Kreischen auszeichnet.
Das geht zwar zu Lasten der Textverständlichkeit, dient aber der psychotischen und beklemmend-verwirrenden Atmosphäre. Leider muss man sich zuerst das etwas alberne Freestyle-Gerappe (oder vielmehr Versuche darüber) im Intro anhören, was wohl witzig gemeint ist, aber nicht die gewollte Wirkung erzielt.

Die meisten Songs werden durch Zahlen und Symbole repräsentiert, was in dieser Konsequenz selten gemacht wird und ein gewisses Maß an Eigenständigkeit erkennen lässt.
Was das Kölner Quintett musikalisch präsentiert, steht ebenfalls in dieser Tradition und kann sich sehen lassen! Die meist überlangen Songs lehnen sich in Atmosphäre und Struktur des Öfteren an Neurosis an, was nur selten schief geht und in den meisten Songs stimmig präsentiert wird. Chaos und Verschachtelung lauert überall, der Hörer muss eine gehörige Portion Toleranz mitbringen: Wer Hooklines oder normale Songs erwartet, der wird enttäuscht.
Die einzige Annäherung an den Kommerz findet in stellenweise vorkommender Anbiederung an Heroen des New Metals, was bei den verwaschen klingenden, manchmal nervenden Gitarrenriffs und dem verqueren Rhythmus zu Tage tritt, genauso wie beim psychotischen Gesang, am besten nachzuvollziehen in "9".

Zu den normalen Songs gesellen sich Zwischenstücke, wie das mit verdrehten Biene Maja-Samples (!) versehene "Bessy Meets Ages Gone", das schöne melancholische Keyboard/Gitarrenstück "Fickpart" (was für ein Name) und das an Tool erinnernde "Psychjam".

Eindeutiger Hit des Albums ist das funkige "6" (kommt dem Songtitelsymbol zumindest nahe), welches vor allem live überzeugen kann, und als einziger Track des Albums wirklich eingängig ist.

Der Rest überzeugt durch gekonnt eingebaute Samples, durch variable Instrumentierung (besonders das Keyboard wird gut und vielseitig bedient) und die paranoide Stimmung. Eben diese wird besonders schön durch "10" ausgedrückt das auch ansonsten alle Qualitäten des Albums in sich vereint, ohne in Gefrickel auszuarten (wie in "7" passiert) oder die stringente Linie zu verlieren, wie es beim Schlusstrack, dem übrigens ein paar nette Hiddentracks anhängen, der Fall ist.

Das Verlieren des roten Fades ist auch das einzige, aber stellenweise schwer wiegende Manko von Ages Gone. Abundzu packt die Band zuviel Material in die Songs, sodass das Chaos die vorhandene Atmosphäre und die Songs verunstaltet. Etwas mehr Minimalismus würde den Tracks oft gut tun.

Für eine recht junge Band definitiv ein gutes Album, mit dem die Band viel hätte erreichen können (außer kommerzieller Erfolg wohl) - aber leider lösten sich Ages Gone ein Jahr nach der Veröffentlichung auf.

ages gone


Ähnlich:
Neurosis, crisis, Isis, Emil Bulls, Korn, Napalm Death, Entombed, Frank Zappa

13.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!