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admirabilis - unbelievable


Erscheinungsjahr: 2004
Tracks: 11
Spielzeit: 42:45
Genre: Metal
Subgenre: Gothic Pop Metal
admirabilis.jpg
Bewertung: 5.5/10

rating

Ein bisschen berechnend wirken Admirabilis doch auf mich. Die junge Band gründete sich just zur Hoch-Zeit von harter Musik mit Frauengesang (Nightwish und Evanescence standen 2003 ganz vorne in den Charts) und auch der optische Auftritt der Band ist stark auf die nette Optik der zwei Sangesdamen fokussiert. Doch jener ohne Sünde werfe den ersten Stein: Warum sollte ein erfolgversprechendes Konzept nicht weiter verfolgt werden.

Jedenfalls kann man Admirabilis nicht vorwerfen, sie seien ein Abklatsch obiger Bands. So lässt sich nicht sagen, die fünf Münsteraner würden auf einen fahrenden Zug aufspringen; vielmehr hängen sie sich ihr eigenes Abteil an. Und das geht so: Die drei Jungs im Hintergrund basteln ein einfaches, aber effektives und treibendes Fahrgestell aus Gothic Metal und Dark Wave/Electro Rock, während die beiden Sängerinnen mit ihren denkbar gegensätzlichen Stimmen wahlweise fragile oder kraftvolle Gesangslinien beisteuern. Die Texte sind dabei zwar oft kitschig oder gefühlsduselig geraten, umschiffen aber immerhin die beim Gothic Metal so beliebten Klischeeklippen.


Das Ergebnis ist seit einem knappen halben Jahr auf ihrem Debüt "unbelievable" zu hören. So eigenständig, wie der Titel eventuell glauben macht, ist ihre Musik aber dann doch nicht. Richtig interessante Experimente wagen Admirabilis nicht. Wollen sie wahrscheinlich auch nicht - immerhin wurde aus dem anfänglichen Projekt erst dann eine Band, nachdem ihr erster Song ("unbelievable") einigermaßen erfolgreich in Clubs lief und im Internet verbreitet wurde. So sind die Songs dann auch überwiegend nach einem Rezept komponiert, das gut schmeckt, aber kaum Substanz bietet und einen eher schwachen Abgang hinterlässt. In besagtem Titeltrack sind das gerader Takt, gelungene, aber schon zigmal gehörte Leadgitarren (Paradise Lost lassen grüßen) und dazu trifft gesanglich gothische Melodie auf rockiges Gekeife.
In den anderen Stücken variieren Admirabilis das Konzept in erster Linie beim instrumentellen Melodieträger: In den meisten Songs spielen die Gitarren den Rhythmus - dann muss das Keyboard herhalten. Erstaunlich oft ganz gelungen, auch wenn so manches glöckchenartiges Gebimmel etwas nervt. Bei der Konkurrenz aus dem Underground ("unbelievable" erscheint im Eigenvertrieb und übrigens mit sehr gelungener Produktion) bin ich schlechteres gewohnt.
Seltener geht es im Admirabilis'schen Kosmos auch gemäßigter zu. Das geschickt in der Mitte platzierte "outside" stellt als pathetische Halbballade einen angenehmen Ruhepunkt dar, legt aber offen, dass Steffi (oder Anh - wer auch immer für den melodischeren Gesang verantwortlich ist) nicht besonders sauber singen kann. Macht dem (auf Dauer nervenden) Hymnencharakter des Refrains aber nichts aus.
Nur wenig gelungener ist der Ruhepol am Ende der CD. Das kitschige "Dark streets" überzeugt zwar durch besseren Gesang und gelungene Klaviermelodien, aber die wolkigen Keyboards werten den Song zwei Nummern ab. Dass die Ruhe sich am Ende wieder einem massiven Klanggebirge ergibt, dass auch auf einer Nightwish-CD nicht negativ aufgefallen wäre, brauche ich kaum zu erwähnen.

Desweiteren fallen lediglich einige elektronische Spielereien auf, die mal mehr, mal weniger gut in den härteren Songs versteckt sind. Dadurch erlangt "unbelievable" eine weitere Klangdimension, die aber nicht unbedingt hätte sein müssen. Akzente werden so nämlich keine gesetzt und songdienlich sind die Spielereien nie.

Das größte Problem der CD liegt aber im Feintuning. Mir erscheint vieles als zu schnell komponiert, um auf Teufel komm raus veröffentlicht zu werden. Beim musikalischen Grundgerüst konnte so nicht viel schiefgehen, da dieses - gar nicht abwertend gemeint - nicht selten einfach nur als Präsentierteller für den weiblichen Gesang dient. Aber so manches Duett von Steffi und Anh hätte besser aufeinander abgestimmt werden müssen. Zweistimmiger Gesang kann wunderbar sein, braucht aber entsprechende Ausarbeitungszeit. In fast jedem Lied fallen Passagen auf, wo sich die beiden sowieso nicht besonders starken Stimmen nicht ergänzen, sondern gegeneinander ankämpfen müssen - als hätten sie mit sich selbst und den Gitarrenwänden nicht schon genug Hindernisse...
So bleibt ein bitterer Beigeschmack beim Hören von "unbelievable". Zwar hat man beim Hören nicht selten das Gefühl, es fehle nicht viel zum Hit (insbesondere bei "angel of justice" und dem Titeltrack), aber erstens ist knapp daneben auch vorbei und zweitens bleibt die Halbwertszeit von "unbelievable" so oder so eher gering. Aus der Band könnte freilich noch Größeres werden.

www.admirabilis.de


Ähnlich:
Nightwish, Evanescence, Xandria, Die Happy, Within Temptation, Flowing Tears, Tairrie B, Skunk Anansie, Him, Paradise Lost

14.04.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!