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woburn house - message to ourselves outside the dreaming machine


Erscheinungsjahr: 2006
Label: paradigm
Tracks: 4
Spielzeit: 54:31
Genre: metal
Subgenre: post metal
woburn_house.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Schön, dass es bei dem gewaltigen Doom/Drone/Sludge Metal und Postrock-Aufkommen immer wieder Bands gibt, die nicht ständig an irgendwelche Vorbilder erinnern. Woburn House sind im direkten Umfeld der ebenfalls ganz und gar nicht angepassten Island, Klabautamann, Orbo und Valborg lokalisiert und präsentieren auf ihrem Debüt "message to ourselves outside the dreaming machine" eine ganz eigene Vorstellung von atmosphärischem Metal.
Tiefe und massive Gitarrenwände wechseln ab mit filigranem, unverzerrtem Gezupfe, das wiederum in raue, gegen den Strich gebürstete Riffs mündet, die man eher bei Psychorockern wie Virus oder Avantgarde Metallern wie Ved Buens Ende vermuten würde. Und gerade letzteres sorgt für die Eigenständigkeit von Woburn House. Wo Postrock auch in den Wall of Sounds auf Schönklang setzt, und Doom ständig auf die Hypnose von wiederholten, einfachen aber massiven und dadurch effektiven Riffs, trauen sich Woburn House neben diesen Zutaten immer wieder auch Ungewöhnliches und Verstörendes zu verwenden.

Die oft viertelstündigen Lieder von Woburn House zeichnet eine komplexe Dynamik aus. Treibender Doom Metal geht unversehends in einen Psycho Metal Part der Gegensätze über, der wiederum in Post Rock Stille mündet. Der Gesang, der meist über die härteren Teile gelegt wird und nie mehr als einen Anteil von 30% der Songs erreicht, ist kraftvoll aber nie weit im Vordergrund und erinnert in seiner Verzweiflung an einen Chor von verdammten Geistern. Nie klar artikuliert und immer ein wenig verschwommen. Am verstörendsten ist "Motor" wo selbst die wenigen Inseln der Ruhe mit einem hektischen, treibenden Schlagzeug unterlegt sind, so dass eine Hoffnung auf Erlösung erst in der zweiten Hälfte des Songs mit einem Opeth-artigen Akustikteil und versöhnendem, aber kurzem Chorgesang eingeleitet wird. Am schönsten und gleichzeitig beunruhigendsten ist aber das anderthalb minütige Orgelspiel am Ende des Songs. Grandios ambivalent. Hätte sich dadurch als abschließender Track noch besser gemacht.

Die zweite Hälfte des Albums ist ein wenig klassischer geworden mit einem mehr oder weniger regelmäßigen Wechsel von harter und unverzerrter Instrumentierung, aber auch hier sind die Riffs alles andere als Standard. Besonders schön sind die ruhigen Teile von "cord" geraten, die mit einem perfekten und einfallsreichen Zusammenspiel von Bass und Gitarre glänzen.

Einzig die zu stark wiederholte Verwendung von Riffs und anderen Elementen, die dazu nicht gut genug sind, trübt den sehr guten Gesamteindruck ein wenig. Selbst die wohl beabsichtigte hypnotisierende Wirkung stellt sich dort nicht immer ein. ("I am my own machine" in "Shelter", Riffs in der ersten Hälfte von "Motor" und in der zweiten Hälfte von "river".) Dennoch ist "message..." ein ideenreiches und teilweise brilliantes Werk geworden und Woburn House werden sich sicher zu einem der Aushängeschilder von Deutschlands Post Metal Szene entwickeln.

Das Album gibt es für relativ günstige 10 Euro bei unten genannten Internetadressen.

Offizielle Woburn House Seite
Paradigm (Labelseite)
Woburn House auf MySpace


Ähnlich:
Isis, Omega Massif, Mogwai, Island, Virus, ira, Mono, Pelican, Motorpsycho, Ostinato, Explosions In The Sky, Ved Buens Ende, Sonic Youth, Neurosis, Kayo Dot, The Ocean, Red Sparowes, Godspeed! you black emperor

28.01.2007
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!