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winter, johnny - third degree


Erscheinungsjahr: 1986
Label: alligator
Tracks: 10
Spielzeit: 43:53
Genre: rock
Subgenre: bluesrock
winter,johnny.jpg
Bewertung: -/10

rating

Nach 30 Jahren Blues immer noch kein Schmalz

Johnny Winter, unermüdlicher und stiltreuer Blues-Gitarrenheld, bringt seit über 30 Jahren Blues-Alben ohne genrefremden oder Hightech-Schnickschnack heraus. Wenn auf einen Musiker die überstrapazierte Bezeichnung "Purist" zutrifft, dann auf ihn. Auf keinem Track seiner ca. 25 Alben verirren sich Weichspüler-Synthies. Neigen sonst häufig Rockmusiker, die dermaßen lange im Geschäft sind, später mehr zu Balladen mit gewollt aber nicht gekonnten anspruchsvollen Texten, so ist die Tendenz bei Winter eher, noch geradliniger und härter zu spielen. Für meinen Geschmack bei Winter auf Kosten der Variationsbreite seines Blues. Ein Genre, dem durch wahre Fluten langweiliger 12-Takt-Schrubber das Image des Ewiggestrigen anhaftet.

Seit den späten 70ern bis heute laufen Winters Blues-Songs zum allergrößten Teil nach folgendem Schema ab: Winters Gitarre gnadenlos dominant im Vordergrund vor der Kulisse vor sich hinbeatender, obersimpler Rhythmusgruppe. Letztere oft zum Metronom mit Turnaround-Erinnerung degradiert ("Achtung, die 12 Takte gehen wieder von vorne los"). Dabei ist die Qualität seines unerhört fließenden Gitarrenspiels ungebrochen. Er spielt immer klarer, verschluckt keine Töne.
Das Solospiel ist reich an klassischen Bluesphrasen, mit denen Winter einfach atemberaubend jongliert.
Verzerrung setzt er sehr vorsichtig ein, so daß der
eigentümliche Klang der verwendeten Gitarren erhalten bleibt.

"Third Degree" von 1986 ist innerhalb dieser späteren Alben jetzt nicht das Herausragende schlechthin, aber aus folgenden Gründen eine gute Wahl:
1. Nach vielen Jahren ist Winter hier endlich wieder mal auf der akustischen Gitarre zu hören, und auf was für einer! Eine National Steel Guitar, die sauschwer zu spielen sein muß. Stahlseiten, die weiter vom Griffbrett entfernt sind als bei der Klassischen / Spanischen Gitarre. Der Klangkörper komplett aus Metall. Sie wird vor allem mit Bottleneck gespielt, der ja anstatt die Saiten bis zum Griffbrett runterzudrücken nur aufgelegt wird. Das Greifen mit der linken Hand bleibt einem aber auch nicht erspart und beim Bottleneck-Spiel wollen auch die nicht angespielten durch Dämpfen gebändigt sein. Klingt wunderbar! Rotzig, dreckig, noch metallischer als Western-Gitarre. 2 solcher Tracks gibt es hier, in allerbester Aufnahmequalität (Anspieltip "Evil on my mind").
2. Begleitband: Winter spielt hier einige Tracks mit 2 Weggefährten, von denen er sich 1970 trennte, zum ersten Mal wieder. Man hört´s an der Spielfreude. Außerdem auf 2 Songs der legendäre Bluespianist Dr.John (=Mac Rebennack), unter anderem auf dem Klassiker "Tin Pan Alley". (Bei dem ich den Vergleich mit Stevie Ray Vaughans Version auf "Couldn't Stand the weather" wärmstens empfehle.)

17.03.2005
nightonearth


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!