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v.a. - our psychosomatic love


Erscheinungsjahr: 2008
Label: sweet home records
Tracks: 19
Spielzeit: 70:15
Genre: alternative
Subgenre: alternative pop
ourpsychosomaticlove.jpg
Bewertung: 5/10

rating

Home Sweet Home Records ist angetreten um die alternative Musikszene der Chemnitzer Gegend stärker ans Licht zu bringen. Mittlerweile mag das nicht mehr die Maxime des Labels sein, der überwiegende Teil der Veröffentlichungen stammt dennoch aus Sachsen. "Our psychosomatic love" ist schon der zweite Labelsampler, was bei einer Anzahl von nur gut einem Dutzend Veröffentlichungen auf Sweet Home Records recht gewagt ist. Das ist sicher ein Problem von „our psychosomatic love“. Das andere ist, dass man sich offenbar dazu entschieden hat, einen Überblick über das Label in Form von Raritäten und unveröffentlichten Songs der Bands zu geben. So wird man als Neuling eher abgeschreckt, denn erstens wird kaum eine Band ihre Songperlen exklusiv auf einem Sampler veröffentlichen und zweitens ist der Überblick über das musikalische Treiben verschleiert, da vieles gar nicht dem eigentlichen musikalischen Profil der jeweiligen Gruppe entspricht. So bieten bombee+ einen recht düsteren (und eher langweiligen) Elektropopsong, der kaum etwas mit dem Akustikgitarrenpop der Band zu tun hat. Und playfellow, sonst eher für ausschweifende Indiepophymnen bekannt, zocken den netten Indierocker „Cut“ (vielleicht der beste Song der Compilation) in zweieinhalb Minuten runter. Radar covern Kraftwerks „robots“ und transferieren ihn angenehm ins Analog-Organische. Womit die zwei wahren Höhepunkte der Compilation schon genannt wurden. Calaveras vergehen sich live an Johnny Cash, was instrumental in Ordnung geht, aber gesanglich eine Katastrophe darstellt.
Was noch?
    Bands mit so merkwürdigen Namen wie bombee+, Enny75, Bally.hoo, Erde&Plastik, rOeder, grow or go und hikikomori scheinen rund um Chemnitz wie Pilze aus dem Boden zu schießen, ihre Songs sind teilweise (besonders bei rOeder und grow or go) ebenso merkwürdig, wobei es aber bei der Idee bleibt – da wurde versäumt, ein Song draus zu machen. Die Bandbreite der Compilation ist beachtlich: Von, - dominierend - alternativem Pop/Rock über Indietronic (Hikikomori, an Chikinki erinnernd), Avantgarde-elektro (rOeder), Postrock (Erde&Plastik, ähnlich Sonic Youth im Demostadium), Ambient (silent laboratories) bis hin zu Mouse on Mars beeinflussten kantigem Elektro (Triac) ist alles vertreten. Schade, dass nichts auf ganzer Linie überzeugt. Aus Black Sea könnte was werden, wenn sich der Sänger mehr Mühe gibt, Iguana sollten nicht so viel nach Alice in Chains B-Seiten klingen, Elysee Exit klingen zu sehr nach Calaveras mit schlechterem Gesang, Might Sink Ships könnte gut sein, wenn die erste, langweilige Noise/Bluesrock-Hälfte von „matter off course“ ein Ausfall darstellt. Am interessantesten sind vielleicht Grow or Go und Angel Aguirre. Beide irgendwie experimenteller Post Rock, erstere rumpeliger und mit lustigem Mickey Maus Gesang im Refrain und finsterem Grummeln während den Strophen, letztere verträumt und mit spanischem Monolog in Radioqualität.
Wie sagt man so schön im Englischen: A mixed bag. Indeed. Und schwer durchzuhören. Lieber ein Album des Labels kaufen. 


sweet home records link


Ähnlich:
Playfellow, enny75, bombee+, radar, bally.hoo, grow or go, hikikomori, rOeder, silent laboratories, angel aguirre, might sink ships, erde&plastik, elysee exit, iguana, calaveras, triac, black sea

16.03.2008
Tobias Goris


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!