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type o negative - bloody kisses


Erscheinungsjahr: 1993
Label: roadrunner records
Tracks: 14
Spielzeit: 73:33
Genre: metal
Subgenre: gothic metal
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Bewertung: 9/10

rating

Götterdämmerung Anno Domini Neuzehnhunderdreiundneunzig: Ein gewisser Piotr Ratajczyk, alias Pete Steele, hat schon 2x mal Musikgeschichte geschrieben: Einmal mit den legendären Carnivore und dann noch mit der Nachfolgeband der Fleischfresser: Type O Negative. Das Debüt "Slow, Deep And Hard" klingt genauso, wie es der Titel umschreibt. Danach fühlte sich Pete, der noch kräftig damit zu kämpfen hatte, seinen Ruf als Rassist loszuwerden, wohl mal wieder so, als ob er noch einmal Musikgeschichte schreiben müsste und das tat er dann auch einfach: "Bloody Kisses" ist die Offenbarung. Eines der besten Alben der Neunziger. Ein Kunstwerk. Ein Berg von einer Platte. Wie oft saß ich im dunkeln vor meiner Stereoanlage mit Kopfhörern auf und war den Freundentränen nahe, als "Bloody Kisses" rotierte. Bei diesem Album ist einfach alles am rechten Platz. Jeder der neun Songs (Dieses Review bezieht sich auf die Digipak-Version, bei der die Intros fehlen, die Songreihenfolge umgekrempelt wurde und die beiden Songs "Kill All The White People" & "We Hate Everyone" durch den 9-Minuten Epos "Suspended In Dusk" ersetzt wurden) hat einfach das gewisse Etwas, den Faktor X. Noch nun zu den Songs im einzelnen: Der Opener "Christian Woman", der noch in drei weitere Abschnitte ("Body Of Christ (Corpus Christi), "To Love God" und "Jesus Christ Looks Like Me") unterteilt wurde, macht in seinen 9 Minuten gleich klar macht, was einen in den nächsten 70 Minuten erwarten wird: Genialster Gothic-Rock mit Adams Family-Chrakter, der stellenweise sogar rockt. Der zweite Song und Titeltrack rollt dann ganz langsam über den Hörer hinweg und braucht dazu auch locker 11 Minuten. Schwermut pur mit Texten, die sich eigentlich nur mit Sex und Tod befassen.
Song Nr. 3 "Too Late: Frozen" fängt ganz locker flockig an, steigert sich dann aber im Laufe seiner Überlänge (mal wieder 8 Minuten) zu einem depressiven Antarktis-Song
zum dem der Titel wie der Arsch auf den Eimer passt, da fröstelt es einen richtig *brrr* und endet dann wieder im Flockigen, ist auch ganz sinnvoll, den mit "Blood & Fire" folgt genau das Gegenteil von Eis, wenn man sich da mal nicht leicht erkältet. "Blood & Fire" ist ein cooler Rock-Song, der zeigt, wer eigentlich HIM auf die Idee gebracht hat, so zu klingen, wie sie klingen. Danach "I Can´t Loose You", das depressivste Stück der ganzen CD: Der Text besteht nur aus einer einzigen Zeile "No, I Can´t Loose You..." und wird in knapp 6 Minuten mit Sitar-Klängen zu einer wahren Hypnose-Session aufgebaut und endet dann so abrupt, dass man ganz schnell wieder aus der komischen Wolke fällt, wo man sich die letzte Zeit aufgehalten hat und sich den Popo böse aua macht. Diesen Song lass ich dann auf meiner Beerdigung laufen, soviel ist sicher, bzw, werde ich dafür sorgen, dass er gespielt wird, hehe. Zur Auflockerung wird dann wieder Geflockt auf "Bloody Kisses" und zwar gleich im Doppelpack: "Set Me On Fire" schließt sich nahtlos an "Summer Breeze" an, Song 8 ist dann aber logischerweise wieder ein kleines Drama: "Suspended In Dusk" erinnert zuerst ein wenig an den Titelsong, entwickelt aber gegen Ende noch Eigenintiative und ist somit wieder ganz anders als vorher erwähnter Song. Am Ende dann der Single-Hit (jaja, auch sowas gabs damals bei Type O !!!) "Black No. 1". Type O wollten wohl irgendwie verhindern, dass der Song kommerziell ausgeschlachtet wird und verpassten ihm eine sehr Radio-Untaugliche Spielzeit von knapp 12 Minuten, aber die Plattenfirma kürzte den Song halt mal locker um 8 Minuten auf 4 runter und koppelte das Ding als Single aus. Verständlich, dass das Teil damals wie Harry abging in der Metalszene. Jeder Metal-Fan, der "Bloody Kisses" nicht hat oder nichtmal kennt, der sollte sich kurz schämen und dann schnell zum örtlichen Dealer rennen und sich eine der besten legalen Drogen holen, die es zu kaufen gibt und geben wird. "Bloody Kisses" ist noch besser als sein Ruf.


Ähnlich:
Carnivore, Christian Death, Bauhaus, Love Like Blood, Crowbar

07.03.2005
kervorkian


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!