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two trains - two trains


Erscheinungsjahr: 2004
Label: duplicate records
Tracks: 11
Spielzeit: 41:20
Genre: alternative
Subgenre: loungecore
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Bewertung: 7/10

rating

Waren schon die letzten Beyond Dawn CDs eigenartig und eigenständig, gehen Two Trains noch ein Stück weiter. Bestehend aus Mitgliedern, die hauptberuflich bei Lamented Souls und eben Beyond Dawn spielen, serviert uns die norwegische Band auf ihrem selbstbetiteltem Debütalbum eine seltsame Mischung aus Indie-/Noise-/Progressive Rock und Electronica. Alles sehr zurückgelehnt, was dazu führt, dass man die Mischung Lounge Core nennen könnte. Ein Begriff, den Beyond Dawn selbst mit ihrem letzten Album "Frysh" geprägt haben. Von der Atmosphäre her sind Two Trains - nicht zuletzt auch durch den genauso eingesetzten Gesang Espens - also nicht weit von der Stammband entfernt, erreichen diese aber mit anderen Mitteln. Hier spielt die Elektronik nur eine untergeordnete Rolle als schräger Ideengeber und Verfremder konventioneller Instrumente. Im Prinzip spielen Two Trains eine ganz leicht angejazzte Variante von softem Indie-Noisepop. Immer wieder wird aber der Fluss der Songs durch Schichten von schrägen Gitarrenklängen und ungewöhnlichen Samples in eine leicht andere Richtung gelenkt, wodurch die CD ihren Reiz erhält und kaum Vergleiche zulässt. Die Abwechslung des Albums erschließt sich durch die sublimen Schichtungen nicht auf den ersten Blick, was dazu führt, dass man das Album auch gut nebenbei hören kann - bei voller Aufmerksamkeit werden dann immer wieder interessante Details freigelegt. Das einzige Problem der Band ist, dass die Songs an sich auf Dauer nicht als solche funktionieren. Die Hooklines und Melodien sind bis auf ein paar Ausnahmen wenig prägend - das wird ganz den kleinen originellen Einfällen und Sounds überlassen. So sind auch diejenigen Tracks herausragend, in denen die überzeugendsten Klänge am passendsten in den jeweiligen Song eingebunden sind. Das sind "side effects", mit gut gemachter Knispelelektronik a lá Notwist, das recht lange "sorry" durch die interessanten Gitarreneffekte und - für mich der beste Track auf dem Album - "equal in the sea", mit wirklich genialen Sounds und Percussion-Einfällen. Neben diesen gibt es aber auch ein paar einfach nur schöne Songs. "a nosedive into luxury" und "give me violence" ist netter verträumter Indiepop mit dezenten noisigen Anklängen und "half as good" ist zeitloser Dreampop mit tollem Refrain. Der Rest - zum Glück nicht allzu viel - rauscht leider mehr oder weniger vorbei, ohne Eindruck zu hinterlassen. Ein paar zwingendere Songs und noch mehr von diesen wahnwitzigen Sounds würden schon genügen, um Two Trains auf die Relevanzstufe von Beyond Dawn oder auch the Notwist zu stellen.

duplicate records


Ähnlich:
Beyond Dawn, The Notwist, Naked Lunch, Sonic Youth, Dinosaur Jr., Lali Puna

03.04.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!