. .

toelz - fragments


Erscheinungsjahr: 2006
Label: ruuf records
Tracks: 13
Spielzeit: 55:00
Genre: alternative
Subgenre: alternative rock
toelz_fragments.jpg
Bewertung: 4.5/10

rating

Alternative Rockmusik mit christlichen Texten jetzt auch aus Deutschland. Logisch, dass man da zuerst an Creed und Konsorten denkt. Tatsächlich ist die Musik von Toelz nicht weit davon entfernt: Auf ihrem Debütalbum "fragments" gibt es die übliche Mischung aus Melancholie, Härte, Atmosphäre und Melodie. Fette Gitarrenriffs wechseln sich mit Akustikgezupfe ab, die Geschwindigkeit bewegt sich stets im Midtempo und Sänger Martin hält sich während der Strophen mit seinem Gesang zurück, um sich dann im Refrain mit ausgebreiteten Armen auf die Bergspitze um den Pathos walten zu lassen.

Damit wäre eigentlich schon alles gesagt. Ganz so wie die amerikanischen Vorbilder kling das Schwabenquartett Toelz aber dann doch nicht. Immerhin klingt Martin nicht wie ein Eddie Vedder Klon (leider aber genauso gesichtslos) und die sehr konservativen Songstrukturen werden immer mal wieder mit Samples aufgepeppt. Das reicht aber nicht, um "Fragments" aus dem Tal der Langeweile zu hieven. Dazu sind die Songs viel zu vorhersehbar, die Refrains zu lang und zu oft wiederholt und vom bekannten laut/leise und hart/melodiös Gegensatz abgesehen gibt es so gut wie keine Abwechslung. Das Schlimmste ist aber die Ähnlichkeit der Gesangslinien in den Refrains. Geht man beim Hören von "Fragments" aus dem Raum und kommt ein oder zwei Songs später wieder, fragt man sich spätestens beim Refrain ungläubig, ob tatsächlich noch der Song von eben läuft. Traurigerweise wird das Album auch noch auf fast eine Stunden ausgewälzt und sämtliche Songs sind für den Inhalt zu lang geraten.
Ein wenig Auflockerung gibt es neben der mit positiver Stimmung aufgeladenen Ballade "Memories" und dem im Gegensatz zu den anderen melancholischen Songs sehr hoffnungsvollen "sometimes" nur in homöopathischen Dosen. So ist in "give me" eine Andeutung von Sprechgesang vorhanden, in "Everywhere" (dem besten Song der Scheibe) dominiert auch mal ein ungewohnt kräftiges Schlagzeug und das etwas härtere "forgive" überrascht mit außergewöhnlichem Gitarrensound und weiblichen Hintergrundgesang (bei dem die Betonung allerdings auf Hintergrund liegt). Auch an die wenigen vorhandenen Samples und elektronischen Beats klammert man sich in Hoffnung auf Durchbrechung der Monotonie, die sind aber leider nur ornamentales Beiwerk und nie songtragend. Mit viel gutem Willen kann man hier aber einen Lichtblick für die Zukunft sehen.

Am besten funktioniert das Konzept von Toelz noch im Opener "More of you", das mit treibendem Rhyhtmus und gut ausformuliertem Refrain eine Ahnung von einem Hit vermittelt. Auch das abschließende "How long", dass die melancholische Stimmung des nicht antwortenden Gottes im Text gut wiederspiegelt bleibt als knapp überdurchschnittlich hängen - und das genannte "everywhere" sowieso. Für die ganzen sieben Minuten von "How long" ist das Thema des Songs allerdings nicht tragend genug.

So gibt es auf "Fragments" neben wenig Licht (professionell ist die Band ja und auch das Handwerk stimmt) erstaunlich viel Schatten. Gott dürfte es nicht die Bohne interessieren - der vertreibt sich die Zeit garantiert mit besserer Musik. Wäre auch schlimm das ewig gleiche Konzept eine ganze Ewigkeit ertragen zu müssen.

Offizielle Toelzseite

Ruuf Records


Ähnlich:
Snubnose, Creed, Puddle of Mud, Jerx, Fin, Live, Nickelback, Lifehouse, The Calling, Three Doors Down, Alter Bridge,

28.01.2007
stativision (Tobias Goris)


:: Comments ::


Comment
Name:

Comment:

Security question, please solve:

XUN         SMS      
  7    4    O     2BY
KGQ   CIC   5OU      
I      T    O G   LS4
R1X         Y5L      



Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!