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thine - in therapy


Erscheinungsjahr: 2002
Label: peaceville
Tracks: 12
Spielzeit: 56:44
Genre: Metal
Subgenre: Gothic Metal
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Bewertung: 7.5/10

rating

1998 wurde ich zum ersten Mal auf Thine aufmerksam. Eine kleine Band aus England landete durch ein großartiges Demo beim ebenfalls britischen Peaceville-Label,
Songs auf mehreren Samplern sorgten für die Verbreitung des Debütmaterials. Größeren Bekanntheitsgrad erlangte die Band mit dem damaligen "a town like this" jedoch nicht. Einerseits waren die Songs nicht auf die Masse der klischeegeile Gothic Metal Szene zugeschnitten, andererseits fiel die Unterstützung von Peaceville auf dem europäischen Kontinent sehr bescheiden aus. Nach den Samplerbeiträgen kam nichts mehr; um die Band live zu sehen bedurfte es einer gehörigen Portion Aufmerksamkeit und Glück (die ich nicht hatte) und das Album stand in kaum einem Laden.
Es war Schade um den gut gelungenen, progressiven Gothic Metal, der wirklich eigenständig und unkonventionell ausgefallen ist. Eingängige Songs stellten dafür Mangelware dar, was sich mit der fast fünf Jahre später erschienenen Fortsetzung ändern sollte.

"In therapy" ist vom musikalischen Strickmuster dabei ein Negativabzug vom Debüt: Überlange Songs sind Fehlanzeige, außergewöhnliche Experimente nicht vorhanden, das Aufbrechen von üblichen Songstrukturen ist diesmal untersagt, musikalische Vielfalt kennen Thine nicht mehr.
Was sich zuerst wie das Zerschellen einer ehemals eigenständigen Band an der Mauer des Kommerz anhört, hat auch positive Seiten. Die Songs haben sich von einer Last befreit, die den alten Lieder ihre Leichtigkeit nahm und teilweise hat angestrengt klingen lassen; die Tracks gehen jetzt beim ersten Hördurchlauf ins Ohr. Und wundersamerweise nicht direkt auf der anderen Seite wieder heraus - sämtliche der 12 Songs von "In therapy" sind wahre Langzeithits. Weniger mit dem Kopf komponiert, als mit dem Bauch. Dennoch kommt die neue Scheibe in punkto Langzeitvergnügen nicht an "a town like this" heran. Schuld ist in erster Linie die mangelnde Abwechslung. Wo ehemals jeder Song eine starke eigene Identität besaß, regiert heute Kommunismus unter den Liedern. Was die Unterscheidung zwischen den Lieder nicht leicht macht. Läuft noch "Contact point" oder hat "In red rooms" schon begonnen?
Lediglich "Homewrecker Extraordinaire" bietet mit seiner psychotisch düsteren Stimmung Abwechslung, und das lange "Bleaker Audio" unternimmt mit leisem Trip Rock am Ende der CD eine Reise in andere musikalische Richtungen.
Die Stärken der Songs sind durchgehend die wunderbare Melodien freisetzende Leadgitarre (Paul Groundwell) und die faszinierende Stimme Alan Gaunts, die sich ergänzen, als würden sie sich schon lange kennen. Betörend auch die selten eingesetzten akustischen Passagen, die das Ganze an den richtigen Stellen auflockern.
Anspieltipps sind schwer auszumachen, ist das Niveau doch auf konstant hohem Level angesiedelt. Doch das genannte "Bleaker Audio" zählt zusammen mit "Feel" und "Contact Point" zu den Höhepunkten von "In therapy". Hier sind eben die besten Melodien zu finden...

Wer also der Endneunziger-Phase von Anathema und Katatonia nachtrauert, sowie "Draconian Times" noch immer für das beste Paradise Lost Album hält, sollte sich "In therapy" auf seine Wunschliste schreiben. Es dürfte sich lohnen.


Ähnlich:
Katatonia, Anathema, Paradise Lost, Black Sabbath

18.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!