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thievery corporation - the cosmic game


Erscheinungsjahr: 2005
Label: esl music
Tracks: 16
Spielzeit: 62:48
Genre: beats/elektro
Subgenre: ethno trip hop
cosmicgame.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Nein - schon von der Optik her kann "cosmic game" nicht mit dem Vorgänger "the richest man in babylon" mithalten. Beliebig platzierte schwarzrote psychedelisch designte Kringel halten einfach nicht den Anspruch, den die genialen Fotos von Cima, Crandall und Emanuel haben. Dafür wuchern Thievery Corporation auf ihrer 2005er CD mit anderen Pfunden: Die Gästeliste zieren so illustre Namen wie die Flaming Lips, Perry Farrell und David Byrne (ja, der!). Und so gewinnt "the cosmic game" einen ganz leichten psychedelischen Indiepop-Anstrich, der allerdings dem gewohnten Klangbild aus perfekt platzierten gemächlichen Hip Hop-Downbeats, Dub, Ragga/Reggae asiatischen Sitar- und Percussionklängen, sowie Bossa Nova und diversen anderen afrikanischen Stilen niemals gefährlich werden kann.

So suhlen sich Thievery Corporation mitsamt ihren Gästen weiterhin in watteweichen Beats und herzerweichenden exotischen Klängen. Ganz wie bisher. Schön verschachtelt, an jeder Ecke passiert etwas und fügt sich nahtlos in das Ganze ein. Auch die Lyrics sind wie immer etwas altklug weltanklagend und handeln vom Krieg im Allgemeinen und vom Nahost-Amerika-Konflikt im Speziellen. Im Endeffekt also doch alles beim Alten.
Doch die Songs wollen, bis auf die üblichen Ausnahmen, nicht richtig zünden. Auch die andernorts hochgelobten "Revolution Solution" (mit Farrell am Mikro) und "The heart's a lonely hunter" (feat. David Byrne) sind nicht die Großtaten, für die man sie beim ersten Hören halten könnte. Gelungener ist da der Auftakt "Marching the hate machines" mit den Flaming Lips, die für Streicher und Gesang zuständig sind. Klingt wie ein T.C.-Remix für ein nettes Flaming Lips Lied. Nicht spektakulär, aber gelungen und mit schönen Melodien an den richtigen Stellen.

Der Schritt vom reinen, etwas exotischen Chill Out-Projekt wurde eigentlich schon mit dem Vorgänger "the richest man..." vollzogen und man spürt, dass das Duo gewillt ist, ihr neues Rezept zu verfeinern und zu erweitern, aber bei aller Perfektion bleibt da etwas auf der Strecke. So überzeugen in erster Linie die exotischeren Songs, die sich mehr auf einen Stil festlegen, wie das indisch klingende "Satyam shivam" und der mitreißende Raggasong "Amerimacka" (mit schönem Trompeteneinsatz). Außerdem gelungen sind das tanztaugliche Instrumental "the supreme illusion" (durchgehend perfekt arrangierte Percussion und Beats), sowie der poppigste Song des Albums "the time we lost our way". Auf dem Rest begeistern höchstens einzelne Ideen, wie die Percussion auf dem Titeltrack, in "The heart's a lonley hunter" und "warning shots", die Sitar in "Doors of perception" und "revolution solution" und die Gesangslinien in "sol tapado".
Zu wenig leider, um über die gesamte Spielzeit von einer guten Stunde bei Laune zu halten.
Aber dennoch so gestaltet, um immer mal wieder im Player zu landen - "Cosmic Game" läuft bei jeder Gelegenheit unaufgeregt und Laune machend im Hintergrund und bei den wenigen wirklich gelungenen Songs hört man auch mal was genauer hin.


Ähnlich:
Transglobal Underground, Morcheeba, De-Phazz, Fun'Da'Mental, Nightmares on Wax, Kruder & Dorfmeister, Tricky, The Herbaliser, Anima Soundsystem, Crustation, A mighty forest black, earthling

04.04.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!