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stuff, the - pick it up, pig boy


Erscheinungsjahr: 2006
Label: ill wind records
Tracks: 12
Spielzeit: 33:24
Genre: alternative
Subgenre: retro/wave punkrock
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Bewertung: 6/10

rating

Dass die musikalische Rundumversorgung in Schweden irgendwann auch mal den tierischen Dunstkreis erfassen würde, war nur logisch - und eine Frage der Zeit. 2004 also war es soweit, vier Ratten wurden direkt aus dem Stockholmer Kanalsystem gesignt und 2005 wurde das erste Album "Pick it up, pig boy" veröffentlicht. Erst einmal, wie so oft, nur in Skandinavien. Der Rest sollte später dran kommen: Die Welt wird ja nicht an einem Tag erobert. Dieser Tage also die Veröffentlichung in Deutschland. So dass sich auch die Leute hierzulande davon überzeugen können: In Schwedens Untergrund steht die Zeit seit etwa 30 Jahren still. Die Ratten von the Stuff spielen Retropunk mit (New) Wave Einfluss und ein paar weiteren Retroelementen. Naturgemäß nicht sonderlich einfallsreich, aber was sollte man von Ratten schon erwarten. Immerhin: Ihre Lektionen in Punk und Rock haben sie gelernt. Nicht nur ihr englisches Vokabular aus der Dekade der wilden Siebziger zusammengeklaubt, sondern auch die Riffs, Songstrukturen, Rhythmen und Melodien. Eigenständigkeit erhalten sie dabei besonders durch die Art der Mischung, den höhenlastigen Sound und den näselnd-monotonen Gesang von Ratte 1.

Die Musik geht dabei nicht so stürmisch nach vorne wie die Hives, setzt nicht so auf Hysterie und ist nicht ganz so mitreißend, sondern eher cool und lässig, aber doch darauf bedacht, Energie zu transportieren. Der (New/No) Wave kommt dabei auch zum Ausdruck: Vor allen Dingen die ab und an monoton-robotische Art der Gitarrenriffs und des Schlagzeugs und die Ausdruckslosigkeit des elektronisch verzerrten Gesangs erinnert an die punkige Seite von Bands wie Devo.

Vom kurzen Opener "pretty please" sollte man sich nicht verwirren lassen. So verzerrte noisig wie hier wird die Gitarre danach nur noch selten durchgehend eingesetzt. Überhaupt kommt bei dem die Melodie etwas zu kurz und ist eher ein rollender Energiebatzen, dessen Unglück es ist, die Energie nicht richtig transportieren zu können. Es wirkt künstlich - und gar nicht rattig.
Viel besser wird es mit dem luftigeren "Your Libido", der über dem monoton-coolen Rhyhtmus Seele atmet und außerdem einen netten Refrain besitzt, in dem die Gitarre lässige Schrammelriffs auspacken und danach härter rumzicken darf.
Dieses Niveau wird leider erst in der zweiten Hälfte noch einmal erreicht. Dazwischen gibt es ein paar Anklänge an Iggy Pop (mit einem bisschen Surf-Twang) in "Say hello to mary" zu oft wiederholte Riffs in "Out of Touch", und netten Frauengesang im Hintergrund des Refrains in "Here comes the judge" (der wie ich schwören könnte, irgendwo eins zu eins abgekupfert ist).

Aber erst das verdienterweise als Single ausgekoppelte "Pl-Pl-Please" überzeugt wieder vollkommen. Etwas ruhiger und Rockabilly einbindend ist das der einzige Hit, der the stuff in international bedeutsame Musiklevel hieven könnte. Aber leider auch der untypischste der CD ist - und letztendlich den (gelungenen) Refrain am Ende ein wenig überreizt.

Klar, Songs wie "we don't care" und "knock-knock" (sogar im Titel an den Hives vergriffen) sind ziemlich cool, ultralässig, warten mit geilen Gitarrenriffs auf und haben nette Refrains (letzterer kann sogar mit etwas Klavier und gelungener Leadgitarre trumpfen), aber so richtig durchschlagend sind sie nicht. Und zu allem Überfluss nervt leider die nasale und zu monotone Stimme, die auch noch durch die elektronische Verzerrung stets eingesperrt klingt, spätestens nach zwanzig Minuten.
Die CD läuft also fast eine viertel Stunde zu lang. Wenigstens die höchst langweilige, abschließende Midtempo Monoton Metal-Persiflage (?) "Bad Day at blood beach" hätten sie sich sparen können.

Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass Ratten jemals musikalische Erfolge feiern konnten... Aber wer weiß: In der schwedischen Musikszene ist bekanntlich nichts unmöglich und cool ist der Erstling von the stuff allemal.

thestuffweb


Ähnlich:
Ramones, Stooges, Iggy Pop, Devo, Hives, Rolling Stones, T.Rex, Datsuns, The Ark, Ikara Colt, Citizen Fish, The Kinks, Randy, The Sonics, Puffball, Zeke

27.03.2006
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!