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sternbuschweg - mein herz schlägt weiter jeden tag


Erscheinungsjahr: 2008
Label: tumbleweed records
Tracks: 11
Spielzeit: 50:27
Genre: alternative
Subgenre: deutschindiepop
Sternbuschweg.jpg
Bewertung: 6.5/10

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Der Gesang. Die Gitarren.
Die Eckpunkte von Sternbuschweg sind schnell umrissen. Und die Geister werden sich scheiden.
Oft im deutschen Indiepop wünscht man den Sänger auf den Mond oder möglichst noch weiter weg. Manche sagen, die deutsche Sprache sei nicht zum Singen gemacht. Das ist natürlich Quark und das hört man auch in der deutschsprachigen Popmusik. Ob Element of Crime oder Wir sind Helden: Selbst wenn die Stimme nicht so ganz stimmt können auch Hinz und Kunz ganz hervorragend im Lied besungen werden. Schade, dass statt wunderbarer Wortakrobatik oft ein Ding zwischen Hamburger Genöle oder Echtscher Vokalvergewaltigung herauskommt.
Sternbuschweg zu hören braucht Überwindung. Zumindest wenn man nicht geübt ist im Überhören - um es mal nett zu umschreiben - nicht ganz perfekt vertonter deutscher Lyrik. Das butterweiche Organ W.W. Molenars hat zwar seine Momente, aber erst recht seine schlechten. Oder zumindest, siehe oben, gewöhnungsbedürftigen. Auch hier müssen Vokale dank gewaltsamer wie unmotivierter Dehnung dran glauben („Die Welt ist nicht gemacht für uns“ und so mancher Refrain). Auch hier werden kräftig und ohne Talent Melodien rumgenölt, wie schon im Opener, der gleichzeitig Titeltrack darstellt. Molenar sei Dank gibt es aber auch noch ungekünstelte Gesangslinien auf die Verlass ist. „Paula, Ich Liebe Dich“ ist gerüchteweiser im Original „Paula, I love you“ betitelt und von Morrissey geschrieben. Der hat natürlich ein ungleich schöneres Organ als Molenar, aber sei’s drum: Im Kopfhörer entfaltet auch der Rest von „Mein Herz schlägt weiter jeden Tag“ seine wahre Größe.

Wegen den Gitarren. Melodienreich schichten sie sich in fast jedem Song, mal mehr mal mehr im Hintergrund zu überlebensgroßen Türmen auf, die mehr als die Summe ihrer Teile sind. Ja, in der deutschen (erfolgreichen) Popmusik machen das eigentlich nur Kante und Tocotronic, Sternbuschweg haben aber insbesondere britische Vorbilder. Und stecken ein kleines bisschen amerikanischen College/Noiserock dazu. Das alles ist leider ein wenig zu verhalten, zu sehr mit Pop verwässert um einen niederzustrecken, aber das Ende des Titeltracks und der fast 11-minütige Abschluss „Star“ zeigen wie es sein könnte. Vielleicht beim nächsten Album. So lange muss man mit netten kleinen Indiepophymnen wie „Solange Wir Jung Sind“, verhalten swingenden College Rockern („Meine Liebe Dauert Länger Als Der Kommunismus“, „Die Unmöglichkeit“) und schönen Herzschmeichlern („Mary Alice’s Rettungsplan“) Vorlieb nehmen. Das ist erfüllender, als das Programm, was die meisten anderen deutschen Bands im Programm haben. Sternbuschweg aber können noch mehr. Hoffentlich kommt das auch mal aus ihnen raus.


Ähnlich:
Tom Liwa, Locas in love, Kante, Mikrofisch, Flowerpornoes, tocotronic, lush, ride, the smiths, samba, olli schulz, klez.e, Hund am strand, tomte, virginia jetzt, the dackel 5, tele, echt, darlo, jonas goldbaum

05.04.2008
Tobias Goris


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!