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sternbuschweg - die unvollkommenheit (ep)


Erscheinungsjahr: 2009
Label: tumbleweed / broken silence
Tracks: 7
Spielzeit: 27:54
Genre: alternative
Subgenre: alternative deutschpop
sternbuschweg_unvollk.jpg
Bewertung: 6/10

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Jetzt geht es schnell im Hause sternbuschweg. Neun Monate nach der langen Geburt von "mein herz schlägt weiter" schon das nächste Lebenszeichen der Berliner Indiepopband. Und auch wenn es nur eine EP ist, die Weiterentwicklung auf den drei im letzten Jahr neu geschriebenen Songs ist schon beim ersten Durchlauf hörbar. Vom Schrammelpop mit leichten Noiseausflügen und vielen Gitarrenschichten geht es hin zu ausgeklügeltem Pop mit flirrenden Gitarren. Die Vorbilder sind immer noch hauptsächlich englisch und vielleicht hört man hier Johnny Marr mehr denn je heraus. Aber das sind nicht mehr die Sternbuschweg, die "mein herz schlägt weiter" aufgenommen. Einen Song wie den Opener "es ist in der ganzen welt zu sehen" hätten sie damals nicht schreiben können. So viel Gefühl ganz ohne Ironie, so viel Melodie ganz ohne Ironie. Es ist nicht nur der schönste Song, den Sternbuschweg bis hier geschrieben haben, es ist sicher auch der Schönste Opener in der deutschen Popmusik seit Tocotronics "Kapitulation". Schwerelos, aber nicht gedankenlos und mit einem Text, der alles und nichts zu bedeuten scheint.



"Es ist so" scheint auf den ersten Blick die Linie von "Es ist in der ganzen Welt zu sehen" fortzuführen. Akustikgitarren, zaghafter, melodischer, glockenklarer Gesang. Nach wenigen Sekunden aber schon ist klar: An die Hochklassigkeit des ersten Songs kommen sie nicht heran. Zuviel Kitsch, zuviel Schlager, zu wenig. Liebe, ja, aber längst nicht vollkommen. Langweilig, das hier geht schon nach kurzer Zeit in die Brüche. "Halt mich ich fall auseinander". Leider nicht nachvollziehbar. "Ich bin immer so durcheinander", nicht glaubwürdig. Der Ruf nach Liebe, nicht wahrhaftig.
"Wie ich lernte, die Unvollkommenheit zu lieben" ist beschwingter. Das ist ok, das tut keinem weh, aber das ist auch wie eine B-Seite, schrammelpoppt etwas mehr dahin, nett, aber nicht mehr, auch nicht die dickeren Gitarren gegen Ende.



Dann gibt es noch drei ältere Songs aus der "mein herz"-session, von denen zwei schon auf Veröffentlichungen zu Beginn der Bandgeschichte veröffentlicht wurden. "O.W." ist unspektakulärster Deutschrock, "der übermäßige konsum von platten aus manchester unterdrückt meine kreativität" nicht ganz so unspektakulär, "auf unsere Art" wäre auf "mein herz" einer der durchschnittlichen Schrammelpopsongs mit netter Gitarren- und Bassmelodie gewesen. Das Cover von Karpatenhunds "ist es das was du wolltest" kommt als Abschluss. Jetzt weiß man auch, wie das Lied mit männlichem Gesang und etwas rockigerer Interpretation klingt. Naja.


Ähnlich:
Tom Liwa, Locas in love, morrissey, the smiths, fotos, samba, virginia jetzt, coldplay, embrace, Kante, Mikrofisch, phoenix, kajak, delbo Flowerpornoes, tocotronic, karpatenhund, lush, ride, oma hans, olli schulz, klez.e, rekord, Hund am strand, tomte, the dackel 5, tele, echt, darlo, jonas goldbaum

31.01.2009
Tobias G.


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!