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slimboy - anthems


Erscheinungsjahr: 2006
Label: modern noise/cargo
Tracks: 11
Spielzeit: 44:56
Genre: punk
Subgenre: melodic punk
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Bewertung: 6/10

rating

Slimboy, falls Euch das Cover jetzt noch nicht peinlich ist: In ein paar Jahren wird es garantiert soweit sein. Vermiest einem eigentlich jede Lust aufs Reinhören und dürfte höchstens vom Bodensatz der mySpace-Community dufte gefunden werden. Genau wie die Texte, zu denen nicht viel gesagt werden muss außer: Passen zum Cover.

So, jetzt darf Musik gehört werden: Nett ist die ja. Und die Refrains fast schon schön, fein hervorsprießende Gitarrenleads, solide ausgearbeitete Gesangslinien die wie warme Butter in den Gehörgang fließen. Hörbar mehr als nur beeinflusst von unten stehenden Bands, aber die Ausführung ist tadellos. Nur wer Punk (wie Punk) erwartet, der wird enttäuscht. "Anthems" ist höchstens so aufmüpfig wie ein Goldfisch, dem ein halber Tag das Futter vorenthalten wird. Das Pop im Genre kommt bei Slimboy anno 2006 voll zum Tragen und vor etwa zehn Jahren wären sie mit dieser CD und viel Glück sogar ganz oben in den Charts gelandet. Songs für heiße Sommertage, laue Sommernächte, Oben Ohne Parties am Baggersee und Leck geschlagene Luftmatratzen.
Und gehe ich mit "Anthems" im Kopfhörer und einem Sonnenstich im Gehirn an den aufgeschütteten Sandstränden an der Spree entlang fühle ich mich tatsächlich zehn Jahre jünger. Auch wenn das Gefühl meist nur die Refrains über anhält (überhaupt scheint die Hälfte der Songs sowieso nur für diese komponiert).
Aus dem etwas ZU homogenen (sprich: gleichförmigen) Pop Punk Gemisch sticht das in der Schweiz schon auf der vorherigen CD veröffentlichte "1995" als der Song mit den kratzigsten Gitarren und dem zart elektronisch unterstützten Zwischenteil heraus - wird dadurch aber weder schlechter noch besser als das restliche Material und überhaupt tut man sich schwer, einzelne Songs herauszuheben, sieht man einmal vom zwar tapfer (immerhin halten sich Original und hinzugefügter Pop Punk die Waage) aber uncharmant gecoverten "Girls and Boys" (Blur) ab. Die restlichen Songs sind allesamt eindeutig Mittelgebirge und haben allesamt Parts, die an einem vorbeifließen, was aber durch schöne Melodien anderswo ausgeglichen werden kann.

Aber trotz Gutwetterbonus (der das Cover und die Texte fast vergessen lässt): Kaufen muss diese CD wohl selbst der beinharte Fan nicht - dazu ist der Kommerzpunk-Karton einfach zu gut mit Ähnlichem und Besserem gefüllt. Aber wenn mal ein Slimboy-Konzert in der Nähe ist: Spaß haben. (Hoffentlich ist man da auch vor bescheuerten Hidden Tracks - 10 Minuten Stille können von der Spielzeit abgezogen werden - gefeit.)

www.slimboy.info


Ähnlich:
Green Day, Donots, Ataris, No Use for a name, Offspring, Beatsteask, Sum 41, Blink 182...........

31.07.2006
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!