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six feet under - bringer of blood


Erscheinungsjahr: 2003
Label: metal blade
Tracks: 11
Spielzeit: 43:27
Genre: Metal
Subgenre: Death Metal
sixfeetunder_1.jpg
Bewertung: 3/10

rating

Was für ein Rotz.
Unglaublich.
So einen schlechten Witz hat sich schon lange keine Band mehr erlaubt. "Bringer Of Blood" ist ganz klar Kanditat für den "Rohrkrepierer 2003" - aber eindeutig.
Allerdings muss man wissen: Ich mag Six Feet Under. Zumindest, was "Warpath" und "Maximum Violence" angeht. Gute Alben, die beide durchaus zu unterhalten wissen. "Haunted" find ich dagegen etwas mau. Um nicht zu sagen: Mau mau. Genauso wie "True Carnage", den Vorgänger von "Bringer Of Blood". Aber "Haunted" war anders mau. Angenehmer. Das Album war so schlecht, weil Six Feet Under noch nicht zu mehr in der Lage waren. "True Carnage" ist mehr oder weniger bewusst so schlecht und öde geworden. Genauso, wie "Bringer Of Blood".
Nach dem zugegeben ziemlich ultimativen "Maximum Violence" (zumindest, was die Fähigkeiten von Six Feet Under angeht) mussten sich die vier Amis um Frontohr Chris Barnes (ex-Cannibal Corpse) was neues einfallen lassen. Also wurde wieder der olle Corpse-Splatterkram ausgepackt (welcher allerdings schon auf "Maximum Violence" angedeutet wurde) und auf Platte geschlachtet, was das Zeug hielt. Von den Texten her machte die Scheibe den Namen "True Carnage" ohne Zweifel alle Ehre. Nur musikalisch eben nicht. Der Sound klang gewollt schlecht und kesslig-tief, was eigentlich gar nicht so recht zu den Songs passte. Selbige versuchten Six Feet Under so heftig wie möglich zu gestalten, was natürlich total in die Hose ging. Six Feet Under sind einfach nicht so böse, wie sie gerne wären und sollten sich dessen endlich bewusst werden. Dann kommt vielleicht auch mal wieder so klischeefreies Groove-Teil wie "Warpath" aus dem Studio. Würde der Band und den Fans gut tun. Solche Metzelorgien überlassen wir dann lieber Disgorge (MEX) oder Impaled, die können das.
"Sick In The Head" und die Single "Amerika The Brutal" verursachen Schmerzen. Richtige Schmerzen. Schlechter kann man ein Album kaum eröffnen. Was für ein Doppelpack. Ersteres glänzt durch seine grandiose Ideenlosigkeit. Der Übergang zwischen dem Intro-artigen Part und dem eigentlichen Song kommt sowas von drucklos und lasch rüber - da braucht man sich nicht wundern, dass die Menschen keine Angst mehr vor Death Metal haben. Sofern sie je Angst gehabt haben sollten. Mit viel bösem Willen könnte man den Jungs noch unterstellen, dass der Song vom Aufbau her etwas zu sehr an "Feasting On The Blood Of The Insane" vom Drittwerk erinnert. Was soll's.
Völlig der Lächerlichkeit geben sich Six Feet Under anschließend mit "Amerika The Brutal" preis. Schnell einen auf punkig gemacht und ungewohnt beschwingt durch die Mitte. Alles schön und gut. Nur das klingt das Resultat einfach nur lachhaft. Vor allem bei dem Ohrwurm-Refrain "Amerika, Amerika... De Brudl" gibt es kein Halten mehr: Prust, kicher. Bekannt müsste das Stück übrigens aus Funk und Fernsehen sein. Jedenfalls zeigt das Stück, dass Six Feet Under selbst die Experimente nicht mehr gelingen wollen. Auf der letzten Scheibe nahm man mit Rapper Ice-T (!) ein grandioses Stück names "One Bullet Left" auf und schon auf den nächsten Album kriegen die Jungs nicht mal mehr ein Punk-Stück hin? Also bitte.
Was mich vor allem an den "neuen" Six Feet Under (also seit quasi seit der Logoänderung bei "True Carnage") stört: Das Ambiente. Nicht unbedingt nur die Songs. Zum einen schaffen die Amis nicht, eine ordentliche Produktion an den Start zu bekommen. Zum anderen hat Chris Barnes in den letzten Jahren einen sehr eigenartigen Gesangsstil entwickelt, der zwar einerseits zum Teil wieder Erinnerungen an vergangene CC-Zeiten wach werden lässt, andererseits ziemlich dämlich klingt, weil es sowas wie "Dynamic Grunting" (so würde ich die komischen Stimmgeräusche deuten) einfach nicht geben kann. Dass Mr. Barnes mehr drauf hat, wissen wir ja seit den ältern SFU-Alben, bzw. alten Corpse-Schinken.
Weiter zu den geballten Nachteilen der Scheibe: Die Produktion. Nachdem der Sound auf "True Carnage" nicht besonders prall ausgefallen war, hat sich Chris Barnes entschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Alles schön und gut, aber so ganz sicher, ob dabei was rauskommen kann, war ich nicht wirklich. Und siehe da - der Bandsound ist besser als beim Vorgänger. Aber beim Gesang hat der gute Chris etwas übertrieben: Das komische Gewimmer ist teilweise so laut, dass man nichts mehr von den Instrumenten hört. Und so ganz ohne musikalische Untermalung klingt das Barnes´sche Gestöhne doch sehr, ähm, obszön. Keine Ahnung, was da passiert ist. Entweder hat sich Chris zuviel Weed reingezogen (Im Einklang zu seinen Rastas hat er ja bekanntlich auch das fesche Grün entdeckt) oder sein Ego ist mit ihm durchgegangen. Jedenfalls stell ich mir unter einer druckvollen Death Metal-Produktion sicherlich nicht den pappigen "Bringer Of Blood"-Sound vor.
Ebenfalls schrecklich: Das Artwork. Damit meine ich nicht nur das Cover an sich, sondern auch das ganze Drumherum. Die Einzelfotos der Musiker sind sowas von peinlich (die Musiker als Zombie oder Werwolf mit debilem Blick - billigst am Rechner erstellt) und mindestens genauso doof, wie der unsymapthische junge Herr mit den Hörnern, der die Vorderseite der CD ziert. Das Digipak ist zwar an sich ziemlich edel, aber was bringt's, wenn die Bilder unglaublich blöd sind? Richtig: Nix.
Einen guten Song konnte ich dem Brei dann doch ausmachen: "Blind And Gagged" könnte fast auf "Maximum Violence" stehen. Wunderbar. Aber das war´s dann auch schon. Zum Glück hab ich den deutschen Bonustrack "Bringer Des Blutes" noch nicht gehört, sonst hätten SFU wohl endgültig bei mir verschissen. Peinlicher geht's wohl kaum.
Also, Chris: Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder die nächste Scheibe klingt wie "The Bleeding" von Cannibal Corpse oder du ziehst dich in deinen wohlverdienten Ruhestand zurück, wo du soviel kiffen kannst, wie du willst. Hm, wie wärs?

07.03.2005
hlmr


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!