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silentium - altum


Erscheinungsjahr: 2001
Label: Spikefarm
Tracks: 9
Spielzeit: 53:21
Genre: Metal
Subgenre: Gothic Metal
silentium.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Als erste Namen fielen mir Anathema und The Sins of thy beloved ein, nachdem ich den neuen Longplayer der norwegischen siebenköpfigen Band Silentium eingelegt hatte.
Die Grundausstattung gleicht den Sünden der Geliebten wie ein Ei dem anderen: Gitarren, Bass, Keyboard, Violine, männliche und weibliche Vocals sorgen für einen dichten, atmosphärisch düsteren Klangteppich, wobei die Songs nicht so erdig sind, wie es bei TSOTB der Fall ist, sondern eher getragener, Richtung ältere Anathema und nur noch bei Double-Basedrum-Passagen im Death Metal verwurzelt.
Die Stimme von Matti Aikio erinnert ebenfalls eher an Anathema, sein Timbre ist gerade beim Opener "Revangelis" und beim Liebeslied "To my beloved one" dem von V. Cavanagh sehr ähnlich, wobei die Stimme des Nachahmers nicht ganz so gut in der Lage ist, Gefühle zu transportieren. Hier kommt das Imperfekte der Platte am ehesten zum Tragen, denn die Ambitionen der recht jungen Band (fünf Jahre gibt's die Band erst und 22 Jahre jung sind die Mitglieder im Schnitt) liegen hoch.
Ausgeklügelte und komplexe Songstrukturen werden geboten, wobei nicht immer alles erreicht wird, was erreicht werden könnte. Zu viele Gesangslinien hätten ausgefeilter sein können, immer lauert die Langeweile in der Ecke, was aber den Qualitäten der ersten Hälfte der CD keinen Abbruch tun soll. Gerade der Opener "Revangelis" wird mir die Zeit zum nächsten Anathema-Album versüßen. Hier lässt sich wunderbar schwelgen, die Klavierparts und die Stimme ist herzzerreißend und wenn sich dann die Gitarren mitsamt der Violine zu einem undurchdringlich dichten Klangteppich verweben, kommt der Himmel der Erde bedrohlich nahe.

Auf Albumlänge bringen's die Jungs und das Mädel aber nicht. Spätestens ab "The Lusticon" werden die 6-minütigen Songs vorhersehbar und langweilig, gar zu altbacken und wiederholend klingt das Material, in dem auch einige gut versteckte Growls enthalten sind, die aber auch nichts rausreißen.

Auch beim Artwork und beim Konzept hat man sich meiner Meinung nach etwas verhauen. Alles zwanghaft auf Latein zu trimmen mag ja für das ein oder andere Gothickiddie interessant sein, Substanz hat die Sache aber nicht. Im Gegenteil wirkt das Ganze eher lächerlich.
Dito das Artwork, ich weiß nicht, der wievielte Engel in klischeehafter Einfärbung auf dem Cover zu sehen ist. Vielleicht kann man das auf die Verwachsenheit mit der Gothic Metal-Szene zurückführen - das sollte aber eigentlich nicht dazu führen, dass die schon tausendmal genauso verarbeitete Symbolik erneut aufwärmt. Mit den Texten sieht es leider auch nicht besser aus.

Davon abgesehen bietet die CD aber für den typischen Gotic Metal-Freund Kurzweil und Vergnügen. Falls einer schon immer die Mitte zwischen The Sins of thy Beloved und Anathema gesucht hat, der wird wohl hier seinen ganz eigenen Himmel gefunden haben. Komischerweise entfalten die ersten vier Songs besonders im Sommer ihre leichte und gelungene Melancholie. (Erste Hälfte: 8/10, zweite Hälfte: 5/10)


Ähnlich:
The Sins of thy beloved, Anathema, Theatre of Tragedy, My Dying Bride, Tristania

01.01.2002
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!