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samael - worship him


Erscheinungsjahr: 1990
Label: century media
Tracks: 10
Spielzeit: 40:56
Genre: Metal
Subgenre: Black Metal
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Bewertung: 4.5/10

rating

Das erste full-length Album der Schweizer Black Metalband erschien Mitte 1990, zu einer Zeit, als Death Metal weitaus mehr angesagt war. So fristete das Album eher ein Nischendasein, obwohl es gar nicht so weit vom standardisierten Frühneunziger Death Metal abwich.
Auf den 10 Tracks herrscht überwiegend höheres Tempo vor, ohne allerdings jemals in richtiges Geknüppel zu verfallen, stattdessen verweilt man öfters in Midtempogefilden, was zu Lasten der Raserei geht, aber der Atmosphäre im Allgemeinen gut tut.
Zum Zeitpunkt der Aufnahmen waren Samael ein Dreigestirn, bestehend aus Vorphalack, der heiser röchelt, dabei die überwiegend satanischen, düsteren Texte zum Besten gibt und die Gitarre bedient, Masmiseim (Bass) und dem Hauptsongwriter Xytras, der neben dem Schlagzeug auch die Keyboards spielt, die auf "worship him" eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Produziert hat die Band selbst in den schweizer Taurus Studios, was den Songs gar nicht gut getan hat.
Der Sound ist über weite Strecken zu schwachbrüstig, was den gelegentlich wuchtig komponierten Songs jede Durchschlagskraft nimmt. Der Kreischgesang ist oft zu penetrant im Vordergrund, besonders das Rhythmusfundament leidet unter diesem Manko. Hinzu kommt, dass die CD viel zu höhenlastig produziert ist - es fehlen einfach die satten Bässe - für eingefleischte Black Metaller wird das wohl eher ein weiterer Kaufgrund sein.

Sämtliche Songs orientieren sich an Songstrukturen, die auch in schlichtem Death Metal Standard sind. Ein paar sanfte Breaks, zarte Tempoänderungen und ähnlich halbgares, kaum Spannung erhaltendes Zeugs.
Die Gitarren hingegen erinnern auf "worship him" mit ihrem Sägensound eher an üblichen Black Metal und sind selten tiefergestimmt. Vorphs heisere Stimme passt dazu hervorragend, weil ebenfalls Black Metallastig, erinnert aber gleichzeitig ein wenig an die holländische Death Metal-Legende Martin van Drunen von Asphyx, die übrigens in Sachen Tempo oft ähnlich langsam vorgingen.

Das düstere Keyboardintro von Sleep Of Death führt in die CD ein und stellt einen Vorgeschmack auf die kommende Atmosphäre dar.
Der Rest des eigentlichen Openers ist weniger erwähnenswert. Ein mittelmäßiger Black/Deathmetalsong, einzig der Tempowechsel in langsamere Gefilde des ansonsten recht schnellen Songs kommt mit seinem brachialen Schlagzeugspiel gut daher.
Erst beim Titeltrack ändert sich das Bild etwas zum Guten, auch hier setzt das Schlagzeugspiel wieder Akzente und unterstützt die brachial sägenden Gitarren, so dass ein halbwegs majestätischer Song entsteht, der ein wenig an frühere Bathory erinnert. Auf Dauer ist aber auch dieses Lied zu langweilig, um überzeugen zu können. Jünger des doomigen Blackmetals könnten an diesem getragenen Song mehr Freude haben.

Die Titel "Knowledge of the Ancient Kingdom" und das folgende "Rite of Ctulhu" lassen vermuten, dass sich auch Samael mit den Werken H.P. Lovecrafts auseinander gesetzt haben - leider liegen die Texte der Songs allerdings nicht vor.
Musikalisch plätschern auch diese beiden Tracks vorbei, ohne die erwünscht düstere Atmosphäre auszustrahlen. Die Ansätze sind zwar insbesondere beim zweiten durch das gelungene Gitarrenspiel vorhanden, werden aber leider zuwenig ausgebaut, um zu wirken. Dennoch zählt "Rite of Ctulhu" wegen mancher Klasseriffs zu den besseren Songs des Debuts. Zu denen muss man ebenfalls das heute noch auf Konzerten gespielte und auf "Rebellion" neu aufgenommene Stück "Into the pentagram" zählen. Durch ein von Base-Drums und hasserfüllten Vocals geprägtes Intro wird man in den Song geführt, der stellenweise schon das monolithische der neueren Samael-Songs voraussehen lässt.

Erwähnenswert gegen Ende der CD ist das kurze, keyboardlastige und instrumentale Zwischenspiel "Last Benediction", das damals wohl ein nettes, atmosphäreschaffendes Interlude war, heutzutage aber nach tausenden ähnlich klingender Intros eher altbacken und langweilig klingt.

Fazit: Für die damalige Zeit ein Album, das in Ordnung geht, aber (bis auf "into the pentagram") keinen Eindruck hinterlässt. Nichts, was nicht schon tausendmal besser aufgenommen wurde und höchstens aus historischen Gründen interessant.

Inklusive dem (gelungeneren) Nachfolger "Blood Ritual" gibt es das Album als 2-CD Package zum Midprice, was die ganze Sache für den überzeugten Schwarzmetall-Fan interessanter macht.

01.01.2002
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!