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resurrection - embalmed existence


Erscheinungsjahr: 1993
Label: Nuclear Blast
Tracks: 9
Spielzeit: 38:44
Genre: Metal
Subgenre: Death Metal
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Bewertung: 8.5/10

rating

Als Anfang der 90er Jahre der Death Metal Boom in seiner vollen Größe begann, gründete sich auch diese Band, die als Projekt zu betiteln Sinn macht - schließlich blieb es bei dieser einen offiziellen Langspiel-CD (nach einem Demo) und auch live machte sich das Ami-Quintett sehr rar.

Eigentlich sollte "Embalmed Existence" schon mit dem Namen des Drummers viele Death Metal-Hörer ansprechen. Hier trommelte niemand geringerer als Herr Alex Marquez, der Eingeweihten von Malevolent Creation, Solstice und den Hatecorelern Anger bekannt sein dürfte. Herausstechendes Merkmal war bei aller musikalischen Vielfalt jedoch immer sein schnelles, abwechslungsreiches und präzises Spiel.
Der Rest der Fünferbande (Charlie Haines, Dave Scott, John Astl und Paul Degoyler) ist mehr oder weniger unbekannt .

Allein das Artwork ist eine Augenweide und das Cover erinnert in seiner Kombination aus düsteren Technologie- und natürlichen Elementen und letztlich auch durch seine Farbgebung an Gemälde von H.R.Giger und vermittelt eine Vision von Einsamkeit und Gefährlichkeit, vergleichbar mit "Blade Runner" und "Dark City".

Produziert ist die Scheibe natürlich - wie alle damaligen US-Death Metal CDs - von Scott Burns im Morrisound Studio, was eigentlich einen fetten Sound garantiert, hier aber nicht ganz so toll rüberkommt, was vielleicht daran liegt, dass "Resurrection" musikalisch einen Tick abseits von den für gewöhnlich dort produzierten Bands liegt.

Eingeführt wird man in die CD und auch in die folgenden Stücke von einem gewissen "Mark the storyteller".
Durch seine markante, hörspielartige Stimme, das irre Hintergrundgelächter und die makabren düsteren Einleitungssätze wird direkt am Anfang die einzigartige Atmosphäre vom Cover fortgesetzt.
Nicht immer ganz ernst gemein, was Zeilen wie "I rest in my home eating human waste, and drinking the urine from my dog. I feel insane when I do this, but I like it" beweisen, aber durchaus der Atmosphäre dienlich: "I am only a number and in that respect, you are no different from I! Remember, to survive means every man for himself"

Man sieht daran schon ansatzweise, worum es in den Lyrics geht. Einsamkeit und die Degeneration der Menschheit im Allgemeinen. Apokalypse, verpackt in kleine düstere Geschichten. Mitunter auch Splattersymbolik auspackend.

"Disembodied" (wie fast alle anderen in der Ich-Perspektive verfasst) handelt von einem Individuum, welches - von der Masse abgesondert und mit seinen Qualen alleingelassen - nicht weiß, ob die ertragene Pein real oder ein Traum ist. Ende offen. Beklemmend.
Musikalisch dargestellt durch einen relativ langsamen Track, die Stimme von Paul mal flüsternd und wie aus weiter Ferne kommend, mal wütend und grunzend.
Die gespielten Soli fügen sich erstaunlich gut in den Song ein und sind von schnelleren Passagen untermalt, auffallend sind die teilweise isolierten Basslinien gegen Ende, ebenso wie die Atmosphäre unterstützenden Klaviertupfer.

Die Qualität des ersten Songs wird durchgehend beibehalten, das einzige, was desöfteren stört sind die Gitarrensoli, die sich bei vielen Songs nicht wie bei "Disembodied" in den Song einfügen, sondern nur Selbstzweck zu sein scheinen.

Besonders schön im Gesamten aber ist der Mut zum Experiment, neben den erwähnten ungewöhnlichen Intros wird das Piano häufiger als Unterstützung eingesetzt, so auch beim Titeltrack. Und auch wenn es nur sehr spärlich in Erscheinung tritt, die Atmosphäre wird dadurch noch besser ausgebaut.
Mit der Stimme Degoyers wird desöfteren herumexperimentiert, sehr oft kommt ein Halleffekt drauf, was sich besonders bei den langsamen Parts gut macht.

Besonders die Antiproportionale Geschwindigkeit der Drums zu den Saiteninstrumenten ist beeindruckend und macht z.B. "Smell of Blood" (in dem es textlich schon fast schwarzmetallisch zugeht: Satan vs. Gott) zu einem richtig guten Song. In der einen Sekunde rollt er, in der nächsten doomt er, und zu guter letzt wird es noch rasend schnell. Dazu noch nahezu perfekt umgesetzt.
Auch in weiteren Texten ist Religion im Allgemeinen ein Thema und die Auseinandersetzung ist erstaunlich gelungen.

Der Knaller schlechthin kommt allerdings mit den Killerriffen von "Eyes of Blind", die später den rollenden, zum Moshen einladenden Rhythmus übergehen. Und die am Ende der Sätze sich überlagernde Stimme Degoyers treibt den mitreißenden Track nur noch mehr an und zeugt wieder einmal von der Experimentierfreudigkeit der Band. Ebenso wie die wunderbar eingearbeiteten, aber abgedrehten Tempowechsel.
Einziges leidliches Manko, auch bei diesem Song, die Gitarrensoli. Sogar textlich gibt es nichts auszusetzen, die soziale Kälte der heutigen Welt wird wunderbar düster dargestellt und vor Augen geführt.

Zwei ganz große Überraschungen kommen aber ganz zum Schluss: "Pure be damned" ist ein Killersong vor dem Herrn, mit den Riffen und dem Sound hätten sie eigentlich eine ganze Heerschar von Fans erwarten dürfen.
Überwiegend langsam und extrem gitarrenlastig (während die anderen mit mehr Schlagzeug überzeugten) und wieder mit diesen düsteren laaaaangsamen Pianoparts im Hintergrund...
Das Ende des Songs ist eines der düstersten und doomigsten, die ich kenne, an Asphyx erinnernd, immer langsamer werdend, bis schließlich ausgeblendet wird.

Und last, but not least: "War Machine". Ja ein Kiss-Coversong! Und transformiert zum Deathmetal. Yeah, baby: Das rockt!
Klar besser als das Original, da mit wesentlich mehr Drive und (hauptsächlich durch den Gesang) exzessiv morbide, so dass es eine Wonne ist, das zu hören.
Hier wird einem auch mal wieder vor Augen geführt, was für ein Drum-Tier Marquez ist. Die Doublebass gegen Ende ist einfach nur göttlich, dagegen verliert das Original verdammt viel an Boden. Wer kein absoluter Vergötterer von Kiss-Werken ist, der wird auch dieses Lied lieben!
Ein würdiger Abschluss einer unterhaltsamen und extrem einfallsreichen Deathmetal CD, deren Gitarrensoli leider manchmal nerven.

Schade, dass die Scheibe so untergegangen ist, bei der Qualität würde ich der Band wahrscheinlich heute noch treu sein. Für mich neben Loudblast, Death und Obituary eine der besten DM-Bands!

28.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!