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raunchy - confusion bay


Erscheinungsjahr: 2004
Label: nuclear blast
Tracks: 11
Spielzeit: 52:11
Genre: metal
Subgenre: industrial metal
raunchy.jpg
Bewertung: 8/10

rating

Raunchy könnten mit etwas Glück das "Next Big Thing" werden. Vielleicht nicht nur in der Hartwurst-Szene. Großflächiger Angriff auf alle Tanztempel dieser Nation. Wäre schön. Danish Dynamite regiert die Welt. Nach Mnemic nun Raunchy.

Allerdings muss man beachten: Raunchy haben schon einen Anlauf gewagt. Vor zwei Jahren. Selbiger hieß "Velvet Noise" und ist leider völlig untergegangen. Die Schwächen der Scheibe werden einem jetzt zwar dank "Confusion Bay" gnadenlos vor Augen gehalten, doch das Album ist und bleibt trotzdem solide bis stark. Songs wie "Leech" oder "Crack At Dawn" sind göttliche Auswüchse, die einem die Zeit ordentlich versüßen, wenn es einem danach dürsten sollte. Das Problem an "Velvet Noise" war die Offensichtlichkeit. Raunchy konnten ihre Einflüsse noch nicht so geschickt einbinden, bzw. verstecken. Strapping Young Lad standen bei einem Song mehr als überdeutlich Pate und auch Fear Factory blinzelten immer wieder ums Eck.

Die Einflüsse haben sich natürlich nicht verändert, doch Raunchy schaffen es jetzt mit diesen Zutaten ihr wirklich eigenes Süppchen zu kochen. Dass die Ballade "The Devil" verdammt nach den letzten paar Tiamat-Alben klingt, ist eher Zufall, da Tiamat sonst überhaupt nichts in dem modernen Sound der Dänen verloren haben. Ansonsten regiert allerdings die Eigenständigkeit.

Die Band mischt Neo Thrash, Nu Metal, Alternative und Electro-Sounds zu einem spannungsgeladenen Mix, der letztlich mehr Metal ist, als man nach den Referenzen meinen könnte. Doch letztlich bringt es überhaupt nichts, tausende Schubladen zu öffnen, denn irgendwo unterbekommen wird man "Confusion Bay" trotzdem nicht. "Confusion Bay" führt ein Eigenleben und das ist auch gut so.

Fakt ist: Die Scheibe ist letztlich ein einziger Ohrwurmrefrain. Ein Feuerwerk an Catchiness - und das ganz ohne irgendwelche Banalität. Keiner der Songs ist einfach gestrickt. Jeder überrascht trotz den zuweilen wunderschönen Refrains mit überraschenden Wendungen, klasse Breaks und arschcoolen Ideen. Songs, die auch nach dem zigsten Durchlauf faszinieren und keinerlei Abnutzungserscheinungen zu verbuchen haben.

Das einzige Stück, das mich ein wenig abtörnt, ist der schnelle Thrash-Brecher "9 - 5", der zwar textlich sehr gelungen ist, dessen Refrain aber irgendwie viel zu übertrieben eingängig gestaltet wurde. Pfuigitt. Ansonsten: Hits und Perlen - wohin das Auge auch blickt. Der Überhammer ist der Titeltrack. Er thront über allen anderen Songs und rechtfertigt allein schon einen Ehrenplatz für Raunchy im Metalolymp. Der Song verfolgt mich seit Wochen, ach was, Monaten und lässt mich einfach nicht mehr los. Der Text, die Musik, der Refrain - so einen Hit schreibt man wohl nur alle hundert Jahre. Grandios.

Doch auch die anderen Songs brauchen sich nicht zu verstecken: "Join The Scene", der Opener, ist ebenfalls ein Highlight (irgendwie überkommt mich beim Refrain immer eine Gänsehaut), die Single "Watch Out" (spannender Mid-Tempo Stampfer), das pfeilschnelle "Insane", bei welchem Drummer Molle sogar mit Blastbeats aufwartet und der Rausschmeißer "Bleeding # 2", ein langer Song mit göttlicher Chorus-Endlosschleife am Ende und superbem Sample/Loop-Einsatz. Textlich wird der Faden von "Bleeding" (ein Stück vom Debüt) weitergesponnen, musikalisch haben die beiden Teile allerdings nichts miteinander zu tun.

Letztlich findet in jedem Song etwas, das die Stücke für die Ewigkeit konserviert. Zumindest geht es mir so. Unglaublich, wie sehr sich Raunchy seit "Velvet Noise" entwickelt haben. Ein Ohrenschmauss. Eine Wohltat - und vor allem: Eine verdammt geile Band. Holt man sich am besten gleich im Triple-Pack: "Velvet Noise", "Confusion Bay" und "Mechanical Spin Phenomena" von Mnemic. Dreimal moderner Metal in Vollendung. So gestrickt, dass das Ganze durchaus Zukunft hat.

Noch vor den Release des Albums gab es allerdings einen Dämpfer für Raunchy und eine Schreckensnachricht für alle Fans: Gottsänger Lars Vognstrup hat die Band verlassen. Sein Entschluss stand sogar schon vor den Aufnahmen zu "Confusion Bay" fest, was man seiner Leistung allerdings nicht im geringsten anhört. Der Gute war nie in der Metalszene zu Hause und will sich jetzt endlich der Mucke widmen, die ihm gefällt. Hoffentlich bleibt er uns erhalten, denn seine Stimme ist wirklich verdammt variabel (von Grunzen über Schreien bis singen hat der Junge alles drauf) und super.
Doch Raunchy haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt: Kaspar Thomson heißt der Neue. Hoffen wir das Beste für die Zukunft.

Dänemark rockt.

07.03.2005
hlmr


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!