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opus 4 - von bach bis broadway


Erscheinungsjahr: 2004
Label: querstand
Tracks: 24
Spielzeit: 54:57
Genre: Klassik
Subgenre: Blechblasmusik
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Bewertung: 5/10

rating

Horizonterweiterung Teil 2: Nach der CD der Five Gentlemen flatterte mir kurze Zeit später eine weiteres Stück Musik vom Querstand-Label ins Haus. Diesmal eine Repertoireübersicht der Blechbläsertruppe Opus 4 aus Thüringen, dessen vier Mitglieder sich schon seit 10-20 Jahren mehr oder weniger professionell dieser Form der musikalischen Darbietung widmen. Was man auch hört: Die 11 dargebotenen (Fremd-)Kompositionen werden durchweg solide dargeboten, ohne überflüssige Kapriolen oder allzu progressiver Überarbeitung. Stets nur soviel Veränderung wie nötig; die Interpreten dienen nur der Darbietung des Stückes in schönstmöglicher Form. In diesem Fall wird auf Alt-/Tenor- und Baßposaunen von Kruspe gespielt, die - wie im Booklet zu lesen - einen recht weichen und homogenen Klang besitzen. Das wirkt sich vor allem bei den Stücken der Renaissance- und Barockzeit positiv aus, wirken sie doch so noch etwas besinnlicher. Neben der Aria D-Dur von Bach beeindrucken mich in dieser Hinsicht besonders die Sätze von dem mir zuvor unbekannten Melchior Frank aus Zittau und die Neubearbeitung von Bruckners Antiphon und Ecce Sacerdors.
Den Einstieg macht jedoch passenderweise eine "Turmmusik" (leider schnell an den Nerven zerrend) von Johann G.C. Störl aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Allerdings nicht unbedingt als Vorzeichen für die weitere Reise durch 5 Jahrhunderte zu sehen: So zackig beschwingt geht es erst wieder am Ende der CD zu, wenn Werke von Komponisten des 20. Jhr. interpretiert werden, u.a. von Jacques Charpentier (teilweise großartig), Gershwin und Chatschaturian (der allseits bekannte und erfolgreiche "Säbeltanz").
Als Abschluss gibt es einen weiteren "Hit", diesmal wie Gershwin aus dem Grenzbereich der E- und U-Musik: Mr. Sandman wird wieder einmal neu interpretiert, nicht schlecht, aber das hätte nicht unbedingt sein müssen, ist dieser doch in der poppigen Version der Chordettes weitaus charmanter. Ebenfalls überflüssig: Die Suite von Tylmann Susato, der wohl zurecht keinen großen Bekanntheitsgrad erlangte; strotzt doch dieses Werk der Renaissance vor musikalischer Einsilbigkeit und Langeweile. Atmosphäre kommt hier zumindest bei mir keine auf.
So wird die große Bandbreite der dargebotenen Stücke zwar durch die homogene Interpretation zusammengehalten, aber wenn man die CD als Ganzes betrachtet, kommt weder Fisch noch Fleisch heraus. Einzelne Werke sind gelungen und auch gut gespielt, aber alles in allem fehlt mir einerseits die instrumentale Abwechslung (die CD ist wohl auch nur für hartgesottene Posaunenfreaks ein Fest), andererseits aber auch eine stringente, wohl durchdachte Präsentation des Repertoires. Auf Einer CD sicherlich nicht möglich - vielleicht hätte sich die Gruppe mehr auf eine Stilrichtung konzentrieren und diese dann in aller Tiefe beleuchten sollen, statt die Brocken aus der Oberfläche herauszureißen und dem Hörer zur Rezeption hinzuwerfen. Material gäbe es sicher genug für drei und mehr CDs.

P.S. Trotzdem war ich froh, die CD zum Weihnachtsfest bei meiner Familie mitgebracht zu haben. Kommt offensichtlich in besinnlichem Rahmen gut an.

01.01.2002
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!