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nam - international airport


Erscheinungsjahr: 2006
Label: zughafen
Tracks: 8
Spielzeit: 51:43
Genre: beats/elektro
Subgenre: lounge
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Bewertung: 6/10

rating

Endlose Weiten, ferne Galaxien, funkelnde Sterne - das Weltall. Philipp Melner alias NAM fasst den "international airport" wirklich grenzenlos auf - ist doch da tatsächlich ein UFO im Anflug. Globalität kennt keine Grenzen. Was das mit der Musik auf "international airport" zu tun hat? Die wurde offensichtlich von der Space Night auf Bayern 3 beeinflusst (ja, sogar dafür geschrieben, aber nie dort gezeigt, wie auch in der Interviewstory zu lesen ist). Dort wo man den Ausblick auf schillernde Galaxien und futuristische Raumstationen zu entspannten Beats, melodischen Keyboard und Science-Fiction Samples genießen konnte. Heroen wie Massive Attack, Sven Väth, Jimi Tenor, Röyskopp, Kruder und Dorfmeister und Funky Porcini oder The Orb kommen einem in den Sinn, denkt man an die Space Night. Wobei NAM eher den letzteren Beiden ähnelt, wenn auch nicht an deren Genialität herankommt. Und eine weitaus größere Ladung Pop und Funk und House im Programm hat, so dass die Ähnlichkeit eigentlich schon wieder hinfällig wird.

Die acht recht langen (meist um sechs bis sieben Minuten) Kompositionen, von denen die Hälfte ohne Namen auskommen muss, bewegen sich irgendwo im Spannungsfeld zwischen Funky und Ambient House, Acid Jazz, Pop und ein wenig Downbeat (obwohl die Beats - leider - nie so richtig "down" sind). Seit den frühen Neunzigern ist hier nicht viel dazu gekommen, aber die Tracks sind bis auf die teilweise etwas halbherzig klingenden Beats solide komponiert, stören niemals und hier und da sind gar kleine Bonbons versteckt, wie die Wurlitzer Orgel in "Guinea Pig's World Journey", das fein verteilte Knistern in "Stop 4" oder der funky Rhythmus und die nette Gesangsmelodie in "never say". Überhaupt gefallen die melodischeren, poppigeren Stücke der zweiten Hälfte des Albums besser: Sowohl "Happy-" als auch "Bored Virus" (gleiches Thema unterschiedlich bearbeitet - in ersterem relaxt mit verfremdetem Männergesang, in zweiterem eher hektisch breakbeatorientiert mit gelungenem Frauengesang von Philipps Schwester Eva Milner) und auch der Abschluss "Stop 8" überzeugen in erster Linie durch eingängige Melodien. Es sind unaufdringliche Ohrwürmer ohne Ecken und Kanten aber durchaus mit kompositorischer Raffinesse (unter dem Kopfhörer entdeckt man immer neue Details). Schade, dass sie alle etwas lang geraten sind und den Fokus etwas vermissen lassen. Was aber kein Wunder ist, bedenkt man, dass sie ursprünglich wohl in Hinblick auf die Untermalung von Bildern komponiert wurden.

Am besten ist das komplette Album dann, wenn man sich an die etwas dünnen Beats gewöhnt hat und unter dem Kopfhörer mit geschlossenen Augen. Dann können die Bilder nach Belieben zur Musik ausgewählt werden.

zughafen label


Ähnlich:
Bayern 3 Space Night, Fab Four, Sensei, Renegade Soundwave, Ian Pooley, Nightmares on Wax, Arnica Montana, Röyskopp, The Orb, Waldeck, Moby, Jimi Tenor, Future Sound of London

28.03.2006
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!