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monopilot - abflug baby


Erscheinungsjahr: 2010
Label: starfish music
Tracks: 8
Spielzeit: 32:
Genre: alternative
Subgenre: deutsch alternative/punk rock
monopilot.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Monopilot spielen, so wird gesagt, deutschen Punkrock und kommen aus Bremen. Damit stehen sie auf den ersten Blick vielleicht in einer Reihe mit anderen norddeutschen Punkbands wie Slime, Dritte Wahl und Razzia - oder, um jüngere Beispiele zu Bemühen, Smoke Blow und Turbostaat. Mit letzteren werden Monopilot im Promozettel verglichen. Und wahrscheinlich nicht nur wegen des ähnlichen, ebenfalls aus zwei Wörtern zusammengesetzten Namens. Auch Monopilot haben nämlich wenig mit dem Oldschooldeutschpunk der erstgenannten Bands zu tun. Deutlich gemäßigter und intelligenter gehen beide vor, inkorporieren andere Stile - im Falle von Monopilot zum Beispiel Indierock oder Blues - und packen deutlich mehr Ideen in ihre 4-Minuten-Songs. Dennoch sind Monopilot ziemlich eigenständig, Turbostaat gehen oft noch deutlich punkiger zu Werke und der Gesang von Tobias Noelle hat ganz andere Charakteristika als Turbostaats hell-heiserer von Jan Windmeier.

Schon beim ersten Track "diese welt die ist" erinnern Monopilot stattedessen wegen des etwas tieferen Gesangs und der Shouts im Refrain ein wenig an Smoke Blow - freilich viel weniger hart und tempomäßig zurückgenommen, hier schon mit Einflüssen aus dem Blues. Leider zieht sich das zurückhaltende der Band durch die ganze CD, der Punkanteil bleibt gering. Ständig hat man den Eindruck, sie müssten nur konsequenter zu Werke gehen und "abflug baby" wäre ein Topalbum. "diese welt die ist", überzeugt am meisten im Refrain, bei dem die Bremse deutlich gelockert wird. Später sind es dann die leisen Töne und die Gegensätze, die am meisten packen. Wie sich in "motor, junge, motor" die Instrumentierung rausnimmt und sich dann über ein geniales Crescendo in den Refrain (der auch hier an gemäßigte Smoke Blow erinnert) steigert ist wunderbar. Im Rest des Songs überzeugt leider nur der schön melodische, herausragende Bass und das rockige Ende so ganz. Im weiteren Verlauf geht es ähnlich weiter: Es gibt viel zu entdecken, aber irgendetwas fehlt meistens. "ab und zu dann weg" erinnert mit seinem marschierenden Retro-Rhythmus und einer vorlauten Leadgitarre etwas an Franz Ferdinand - wobei der Refrain dann zu beliebig geraten ist. "mammut" ist durch grollenden Bass und bluesigen Einfluss geprägt, "heile tröpfchen" und "gründlich grün" stehen hingegen mit einem Bein in der Hamburger Schule.

Am besten dann das Ende: Das endlich wieder etwas krachigere "monopilot" kann insbesondere durch die noisigen, instrumentalen Parts mitreißen, während der Abschlusstrack "teil einer plage" eher zurücknimmt und süffisant-bluesig den konjunktivlastigen Text in den Raum schmeißt. Textlich ist "abflug baby" sowieso gelungen, viel Spiel mit Sprache, lose, aber nicht zu freie Assoziationen und bildhaltig, wenn auch nich bildgewaltig.

Am Ende ein gutes, ein trotz vieler hörbarer Referenzen eigenständiges Album, bei dem man aber das Gefühl hat, es könnte noch besser sein, wenn sich das Quartett noch mehr in jede Richtung reinhängt. Mehr Härte, mehr Gefühl, mehr Melodie, mehr Geräusch, mehr Experiment könnte Monopilot zu einem wirklich guten Ding reifen lassen. Solange macht "abflug baby" aber auch noch Spaß, wenn man sich einmal eingehört hat.


Ähnlich:
Turobstaat, Smoke Blow, Boxhamsters, Jupiter Jones, Madsen, Muff Potter

24.07.2010
stativision


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!