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might sink ships - even nothing is definite


Erscheinungsjahr: 2008
Label: sweet home records
Tracks: 11
Spielzeit: 54:20
Genre: alternative
Subgenre: alternative rock
mightsinkships.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Mehr als vier Monate steht das Album jetzt schon in den Plattenregalen - aber geduldig müssen Might Sink Ships sein, hält man sich vor Augen, dass ihr Debütalbum satte drei Jahre von den ersten Aufnahmen bis zur Veröffentlichung gebraucht hat. Eigentlich ein Tod für die überwiegend locker-rockende Musik die offensichtlich den Geist der 70er in die Neuzeit transportieren will. Aber das Trio aus Hohenstein in Sachsen kriegt die Kurve gerade so noch: Unter dem Strich ist "even nothing is definite" sehr ordentlich geworden. Feinste Noten gibt es jedenfalls in punkto Abwechslung: Zwischen epischen, fast schon psychedelisch progrockenden Tracks mit langen Instrumental/noisepassagen wie dem Opener "Drunken Dream" oder dem über acht Minuten langen "Comatose", kurzen, knackigen Alternative Rocksongs mit Popappeal wie "Hobson's choice" und "Turn & over", merkwürdigen Instrumentals ("Poet Vs. Paradise") und schrägen Indiepoppern im belgischen Stil ("Merry-Go-Round") ist alles vertreten was man sich so vorstellen kann.
Zum größten Teil ist "even nothing is define" aber eben geradeaus rockender 70er Rock ins hier und heute transportiert. Das klingt dann fast zwangsläufig nach einer Mischung aus Motorpsycho und Queens of the stoneage, denn die machen im Prinzip kaum etwas anderes. Und derartig hochkarätige Konkurrenz kann man nicht locker rechts oder links überholen. Man kann nicht ganz heraushören, ob Might sink ships das überhaupt wollen - jedenfalls biegen sie aber auf ihrem Debütalbum vorher sachte ab, auch wenn Riffs wie bei "Hobson's choice" verdammt nach Josh Homme light klingen. Und da liegt auch schon die größte Kritik an "even nothing is definite" verborgen. Nicht in der Homme-Riffkopie, sondern im "light": Das Album rockt einfach nicht genug, da wo es rocken soll. Besonders bei "Burying pieces", "S.E.E.O.(Salvo Error Et Omissione)" (das ansonsten die Instrumentalwüstenrocker von Karma to burn hinter sich gelassen hätte) und dem abschließenden, tempomäßig gut nach vorne gehenden "pinball" hätte man sich mehr Druck und Exzessivität gewünscht. Schwer zu sagen, ob es an der Produktion liegt oder am braven Zurückhalten der letzten animalischen Energie, aber überall liegt ein relaxter Schleier über den harten Riffs und rollenden Rhythmen. Warum "even nothing is definite" dennoch gut geraten ist? Wegen der vielen guten Ideen, überraschenden Wendungen und vor allem wegen der epischeren, psychedelischeren Parts. "Drunken Dream" ist ein Paradebeispiel von der entrückteren Might Sink Ships-Seite, die dennoch vorwärts rocken kann. Und auch die Songs wo das Trio gar nicht so richtig mitreißen will, sondern von vorneherein entspannter klingt sind gelungen ("Domesticated Lover", das halbballdeske ebenfalls nach Belgien klingende "Solid Sky").

Und unterm Strich freut man sich, dass so abwechslungs- und ideenreicher Indierock auch mal aus Deutschland kommt. Bleibt nur zu hoffen, dass nächstes Mal auch der harte Rock so ungestüm auf Platte gebannt wird, wie er (hoffentlich) gemeint ist.


Ähnlich:
motorpsycho, queens of the stone age, millionaire, belasco, das pop, muse, karma to burn, hawkwind, soundgarden, the who, cream, the soundtrack of our lives, ...and you will know us by the trail of dead, 35007, mother tongue, the doors, the rolling stones, kyuss, fu manchu

04.08.2008
stativision (Tobias Goris)


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!