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masters of reality - live at the viper room


Erscheinungsjahr: 1997
Label: malicious
Tracks: 10
Spielzeit: 48:58
Genre: Alternative
Subgenre: Bluesrock
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Bewertung: 8/10

rating

Welcher Sänger kann es sich bloß leisten, Scott Weiland (Ex- und wohl auch wieder- Fronter von Stone Temple Pilots) zum Backgroundsänger zu degradieren?

Besagter Sänger trägt den Namen Chriss Goss, hat sämtliche Kyuss (R.I.P.) Alben (u.v.m.) produziert, seine Hauptband allerdings ist Masters of Reality, in welcher er seiner ganzen Lust und Liebe zu richtig fettem, in sämtlichen Farben schillernden Bluesrock frönen kann.

Die vorliegende CD ist nach zwei Alben in 15 (!) Jahren das erste Live-Album der Band. Mittlerweile gibt es noch zwei Live-Nachfolger, wovon einer die gleiche Aufnahme wie das vorliegende enthält.
Vorweg: Wer die zwei Alben der Masters schon besitzt, für den lohnt sich auch diese Scheibe, sind doch mit "alder smoke blues", "swingeroo joe", dem mit Scott eingesungenen "jindalee jindalie" und dem kurzen aber tollen Intro "how high the moon" gleich 4 bis dato unveröffentlichte Tracks enthalten. Der Rest der Songs klingt zudem im Vergleich zu den Studioaufnahmen stark überarbeitet. So hat z.B. "john brown" ein neues Country-Intro verpasst bekommen, welches sich dann fulminant in das Eingangsriff des Songs der ersten CD wandelt.

Chriss Goss erzählt in seinen Songs kleine absurde, komische und tragische Geschichten, die typisch amerikanisch daherkommen. Ein Songwriter mit einer starken Band im Rücken, die die Geschichten nicht alleine stehen lässt und adäquat musikalisch umsetzt.
Der Musik sind dabei keine Grenzen gesetzt. Hauptsache eine gute, handgemachte Melodie und Groove, von den teilweise elektronischen Spielereien des 98er Albums "welcome to the western lodge" ist hier noch nichts zu hören. Die Zuhörer bekommen die volle Breitseite (der voluminöseren Stücke) oder die Filigranität der zarten Balladen zu spüren. Wie das angesprochene "Jindalee-Jindalie", das im Übrigen gar nicht der Jahrhundert-Song ist, der er hätte sein können. Eine klasse Ballade ja, aber nicht das herausragendes Stück, das die Besatzung zustande hätte bringen können.

Sehr fett kommt die Version des Titeltracks vom "Blue Garden"-Album - zwar nicht mit den schönen Stereogitarren, dafür aber mit geradezu gigantischer Wucht!
Der Semihit "Doraldina´s Prophecies" ist natürlich auch live ein grandioses Stück Musik, in dem das geniale Zusammenspiel der Band besonders zu tragen kommt. In kleinen Improvisationen, die in die Stücke eingebaut werden, läuft sie zur Höchstleistung auf. Goss´ Stimme setzt hier zu melodischen Höhenflügen an, sie begeistert mit klarem Bass und einer Bandbreite von mehreren Oktaven. Das ist ein Jahrhundertsong. Inklusive Klavier, das gleichzeitig Rhythmus und Melodie spielt. Fantastisch.
Zu guter Letzt, nach 9 Tracks und 50 Minuten Spielzeit kommt das von mir mit Sehnsucht erwartete "100 Years (of tears in the wind)", die ausladende, mit wohldosiertem Pathos ausgestattete Hymne, die Herzen öffnet.

Bei der besagten Vielfalt gefällt nicht jedem alles, der "swingeroo-joe" und die "ants in the kitchen" kann ich mir auf jeden fall nicht allzuoft reinziehen, wird anderen wohl auch mit manch anderem Song so gehen, aber die Fülle und vor allem die Klasse der guten Songs überwiegt.

Und wie ist der Sound? Die meisten üblichen Probleme von Live-Mitschnitten wie Unauthentizität und dumpfer Klang werden hier gut umgangen, facettenreich und klar kommt die Musik daher. Zwar wird nicht alles hundertprozentig perfekt wiedergegeben, doch insgesamt weit über Durschschnitt.
Chris Goss sei Dank also kein weiterer Live-Mitschnitt den kein Mensch braucht.


Ähnlich:
Cream, Black Sabbath, Led Zeppelin, Kyuss, Queens of the Stone Age, Mother Tongue, Screaming Trees, Stone Temple Pilots, Mark Lanegan, Nebula, Unida, Monster Magnet, Desert Sessions, Jimi Hendrix, Hawkwind, The Grateful Dead

28.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!