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macabre - dahmer


Erscheinungsjahr: 2000
Label: hammerheart
Tracks: 26
Spielzeit: 51:57
Genre: metal
Subgenre: grindcore
macabre.jpg
Bewertung: 8/10

rating

Willkommen in der Welt von Macabre. 7 Jahre nach dem Debüt Album "Sinister Slaughter" und der Mini-CD "Behind The Walls Of Sleep" (wurden kürzlich beide auf einer CD im Rahmen der Digipak-Classics von Nuclear Blast wiederveröffentlicht) melden sich die 3 Verrückten mit ihrem neuen Album "Dahmer" zurück. Ging es beim Debüt eher im Allgemeinen um Massenmörder, so haben sich Macabre diesmal quasi ihrem "Liebling" gewidmet und nahmen ihm zu Ehren ein Konzept-Album über sein Leben auf, sein Name, wie der Titel des Albums schon sagt: Jeffrey Dahmer. Eingeholzt haben die 3 Irren das Ding in 13 Tagen (Erster Studio-Tag war übrigens der 9.9.99) mit Top-Produzent Neil Kernon (Nevermore, Queensryche oder Labyrinth).

Das wir es hier mit dem sickesten Konzept-Album seit "Sgt. Peppers Lonely Hearts Club" zu tun haben, dürfte klar sein. Doch wie "klingt" eigentlich so ein Massenmörderleben. Nun... Sagen wir erstaunlich fröhlich. Macabre scheißen auf ihr "Böse-weil-Massenmörder"-Image und mischen alle möglichen Stile zu einem mörderisch (im wahrsten Sinne des Worts) fröhlichem Gemisch. Zu den Zutaten gehören unter anderem Death-Metal; 80iger Thrash; Jazz und Fun-Punk. Allerdings bleiben die Jungs (namentlich Nefarious am Bass, Coporate Death an der Gitarre/Gesang und Dennis The Menace am Schlachtzeug, die sich im Booklet stolz entweder mit Schlafanzug, Holzfäller-Hemd oder total dreckiger Hose abgelichtet haben lassen) immer auf einem erstaunlich hohen technischen Niveau.

Dann lasst uns mal das Leben einer ebenso interessanten, wie kranken Person nachkonstruieren...

1. Dog Guts
Textlich geht es darum, dass Jeff schon in jungen Jahren merkt, dass ihm seine Spielsachen am Arsch vorbeigehen. Er beginnt tote Tiere von der Straße aufzuklauben, um daheim mit ihnen zu spielen. Zuerst sammelte er mit Vorliebe tote Frösche, doch irgendwann ging er zu Hunden über. Die Knochen trocknete und bleichte er in seinem Zimmer.
Musikalisch geht´s beim Opener noch recht düster zu. Der intensive Beginn lässt sofort eine dunkle Stimmung aufkommen, die allerdings ziemlich schnell zerstört sein dürfte als der Song in einen schnellen Thrasher umschlägt. Die Vocals von Corporate Death schwanken zwischen denen von Stumpen (Knorkator), Dani (Cradle Of Filth) und Chris Barnes (Six Feet Under). Insgesamt ein cooler Opener und schön zum mitgrölen.

2. Hitchhiker
Storytechnisch geht´s um die Scheidung von Jeff´s Eltern und um einen Mensch der Schutz in dem Dahmerschen Haus sucht. Macabre bauen darauf auf, dass der Mensch solang er gemütlich sein Bier schlürft nie dran gedacht hätte, dass er im nächsten Moment tot sein könnte...
Die Nummer besticht wieder durch eine düstere Stimmung mit tonnenschweren Doomigen Riffs. Sogar der Gesang ist diesmal weitestgehend "ernst".

3. In The Army Now
Jeffrey kommt in die Armee, wo er in Deutschland stationiert wird. Durch den Bundeswehrbedingten überhöhten Alk-Konsum verkommt Jeff zu unehrenhaften Müll. Während seiner Bundeswehr-Zeit erkennt er seine Homosexualität. Als er wieder in die USA zurückkommt, sind ausschließlich Schwule seine Opfer (nachdem er sie vergewaltigt hat). Daher sein Beiname "The Gay Killer".
Die Song "In The Army Now" dürften einigen vielleicht bekannt sein, Macabre haben lediglich den Song verschwermetalt und den Text umgeschrieben. Insgesamt ein toller Spasssong, der natürlich musikalisch überhaupt nich zu der textlichen Schwulen-Abschlachtung passt.

4. Grandmother´s House
Jeff wird von seinen Vater zum Haus seiner Großmutter geschickt, um ihn ein wenig im Garten arbeiten zu lassen (und um ihn für ein paar Monate los zu sein). Jeff durchkreuzt allerdings die Pläne seines Vaters ein wenig, da er eine Möglichkeit findet, junge Männer kennenzulernen. Insgesamt bringt er 3 im Haus der Großmutter um, ohne das seine Großmutter auch nur einen blassen Schimmer hat, was los ist. Auch dieser Song beruht auf einer traditionellen Melodie und geht als reiner Fun-Punk-Song mit runtergestimmten Gitarren durch. Sogar der Gesang düst clean aus den Boxen. In Verbindung mit dem Text ein wahres Erlebnis...

5. Blood Bank
Jeff bekommt anschließend einen Job bei der "Milwaukee Blood and Plasma Inc.", da er über ausreichend Medizinische Kenntnisse (noch aus Army-Zeiten) verfügt. Als er allerdings beginnt, das gelagerte Blut zu klauen und Gemälde zu malen, verliert er nach nur einem Jahr seinen Job bei der Blutbank.
Rotziger Song mit rüden "Blood Blank" Gebrülle. Passt sehr gut zum Text.
Sehr Interessant, wie eigentlich das ganze Album.

6. Exposure
Jeff gibt sich ziemlich exhibitionistisch, als er eines schönen Tages, genauer am 8. August 1982, mitten in einer Menschenmenge alle Hüllen fallen lässt und dabei natürlich auch prompt von der Polizei festgenommen wird (Code 311: Erregung öffentlichen Ärgernisses). Auf den Tag genau 4 Jahre später zieht sich Jeff nocheinmal aus, diesmal allerdings ausschließlich vor Kindern. Diesmal wird er wegen öffentlicher Masturbation eingelocht.
Musikalisch bewegen sich Macabre erstmals im wüsten Ami-Death Metal, der natürlich recht grindig rüberkommt. Heftig.

7. Ambassador Hotel
Eines Tages lernt Jeff einen jungen Mann kennen. Er geht mit ihm ins Ambassodor Hotel, um mit ihm zu schlafen. Als er am nächsten Morgen aufwacht, liegt der junge Mann tot neben ihm im Bett. Jeff kommt auf die Idee den Mann einfach in einen Koffer zu stecken und zu seiner Oma mitzunehmen.
Als die Oma dann Sonntags drauf in die Kirche geht, vergewaltigt Jeff die Leiche mehrmals und schmeißt sie, noch bevor die Oma wieder heimkommt, weg.

8. How ´Bout Some Coffee
Der Song beschreibt Jeff´s Methode, sich die Männer zu angeln. Er bot ihnen einen Kaffee an, den er vorher mit ordentlich vielen Drogen versehen hat. Seine Opfer pflegte er dann in den Arsch zu ficken, solange sie noch bewusstlos waren.

9. The Bath House
Jeff besuchte öfters das örtliche Badehaus, um einsame Männer kennenzulernen, die er dann gerne im Hinterhof vergewaltigte.
Ein Song mit allem was dazugehört: Blastbeats, treibendenden Riffs, gallopierenden Rythmen und Frickelabfahrten.

10. Jeffrey Dahmer And The Chocolate Factory
Jeff bekommt einen Job in der Ambrosia Chocolate Factory. Jeff nützt diese Gelegenheit um seine vergewaltigten Opfer gleich zu Schokoriegeln zu verarbeiten und genüsslich zu verspeisen.
11. Apartment 213
Jeff zieht bei Oxford in ein Apartment mit der Nummer 213 ein. Die Anwohner mögen Jeff an sich, allerdings stört sie der Geruch von verrottendem Fleisch, der im Sommer immer strenger wird, da sich Jeff einige Teile seiner Opfer auch aufhebt, um sie zu essen. Nachts werden die Bewohner auch einzeln von Schreien gestört.

12. Drill Bit Lobotomy
Unser Freund Jeff geht in einen Black und Decker-Store, um sich eine Bohrmaschine und eine Säge zu kaufen. Es wird vermutet, dass er seinen Opfern noch ein paar Löcher verpassen wollte, um seinen Schwanz hineinzustecken. Jeff gewöhnte sich an, seine Opfer gleich nachdem er sie unter Drogen gesetzt hatte zu zersägen.

13. Jeffrey Dahmer Blues
Ein schöner Blues-Song, geschrieben aus der Sicht eines Opfers, der den "Dahmer Blues" erst so richtig kennenlernt...

14. McDahmers
Jeff baut sich seinen eigenen Schnellimbiss daheim. Anstatt Ketchup, nimmt er Blut, sein Senf besteht aus menschlichen Exkrementen, Sperma statt Mayo, Hamburger bestehend aus Muskelfleisch. Jeff aß seine viele Opfer mit Stolz in seinem Schnellimbiss auf dem Klo.

15. Into The Toilet With You
Macabre beschreiben Jeff´s Vorliebe ungeliebte Opfer in Säure aufzulösen, um die Reste dann genüsslich durch die Toilette zu jagen. Jeff denkt sogar an seine Opfer und durchbohrt ihnen zuerst den Kopf mit seiner Bohrmaschine, damit die Säure leichter zu ertragen ist.
Jazziger Brecher !

16. Coming To Chicago
Jeff zieht von Milwaukee nach Chicago. Quasi zu seiner Ankunft schnappt sich Dahmer einige Männer, um sie nackt zu malen. Anstatt die nackt zu malen, setzt er sie unter Drogen, zerschneidet sie, klebt ihre Organe auf Leinwand und fickt abwechselnd ihre Köpfe.
Musikalisch eine lustige Polka, passend zur Schwulen-Parade

17. Scrub A Dub Dub
Jeff gewöhnt sich an immer mit Leichen zu duschen. Weil er aber nach dem Duschen zu Faul ist, die Leichen fachgerecht zu zerschneiden, lagert Jeff die Leichen in seiner Badewanne eingelegt in Desinfektionsmitteln.

18. Konerak
Der Song handelt von Konerak Sinthasomphone, einem Opfer von Jeff.
Jeff bot ihm Geld an, wenn er nackt vor ihm tanzen würde, anschließend setzte er ihn auch unter Drogen und zwang ihn zu Oral-Sex. Der junge Mann ging zur Polizei und brachte die Polizei zu Jeff´s Haus. Allerdings konnte die Polizei Jeff nichts nachweisen, so das sie abziehen mussten. Den jungen Mann ließen sie dort. Gerüchte besagen, dass Jeff ihn persönlich gehechselt hat.

19. Media Circus
Ein Mann kann den Klauen von Jeff entkommen und schafft es die Polizei zu verständigen. Jeffrey Dahmer wird sofort verhaftet, als die Beamten Stücke einige seiner "Geliebten" zu finden... ... Der Medien-Rummel um Jeff beginnt.

20. Temple Of Bones
Die Polizei findet eine Art Altar, den sich Jeff aus den Knochen seiner Opfer gebaut hat. Umgeben von blauen Vorhängen und Schwarzlicht, hatte sich Jeff 2 Skelette angemalt und unzählige Schädel aufgeschichtet. Wahrscheinlich ging er an diesen Ort immer zum onanieren....

21. Trial
Dieser Song beschreibt die diabolischen Rituale die Jeff in seinem Tempel aus Knochen praktiziert. Gruß an alle Kannibalen da draußen.

22. Do The Dahmer
Alte Schulfreude erinnern sich daran, dass Jeff immer der Klassenclown war, den alle gemocht haben und alle zum Lachen gebracht hat. Rolling on the ground, let´s do the dahmer !!! Good Time Rock´n´Roll-Song...

23. Baptized
Im Gefängnis findet Jeff zum Christentum und lässt sich vor Ort taufen. Getauft wurde er von einem gewissen Rev. Roy Ratcliff

24. Christopher Scarver
Scarver, ein anderer Häftling, wird mit Jeff zum Putzdienst eingeteilt. Als ein Wächter die beiden eine Weile alleine im Duschraum lässt, erschlägt Scarver Dahmer mit einer Stange, die er irgendwo geklaut hat.
Jeffrey Dahmer findet ein unerwartetes Ende in einem stinkigen Gefängnis.

25. Dahmer´s Dead
Eine letzte Ode an Jeff, diesen Song hätte sich Jeff sicher auf seiner Beerdigung gewünscht *gg*. Text gefällig? "Ding Dong, Dahmer´s Dead, Massive Injuries To His Head, Ding Dong, Dahmer´s Dead, Christopher Scarver smashed in his head"

26. The Brain
Alles was von Jeff übrig blieb, war sein Gehirn. Die Meinungen, was damit geschehen solle, gingen stark auseinander. Der Vater wollte, dass das Gehirn so schnell wie möglich verbrannt wird. Die Mutter wollte das Gehirn der Wissenschaft spenden um das Verhalten von Massenmördern näher zu studieren. Letztlich wurde der Wunsch des Vaters erfüllt, das Gehirn wurde verbrannt und damit das Kapitel Jeffrey Dahmer endgültig geschlossen... Wer braucht schon Charles Manson ?!?

THE END

Macabre ist es gelungen endlich mal wieder etwas völlig neues auf die Beine zu Stellen. Ein Album mit wirklichem Konzept-Album Flair (viele Songs gehen nur knapp 2 Minuten), bei dem es sich wirklich lohnt sich einfach hinzusetzten, die Geschichte im Booklet zu verfolgen und sich die Mucke, bzw. das Theaterstück einzuverleiben. Einzigartig ist die Mischung der oberbrutalen Lyrics (im Gegensatz zu den meisten Gore-Bands geht es ja um Dinge, die wirklich passiert sind...) und der fröhlichen, fast schon Comedy-mäßigen Musik, die das ganze zu einer Art Hörspiel macht, sprich: Zur etwas anderen CD.

Für mich schon irgendwie der legitime Nachfolger von "Tommy".
Die CD macht einfach ein Haufen Spass und unterhält den Hörer über die Distanz von 52 Minuten perfekt. Welche CDs tut das heute schon ? Eben.

P.S. Dies ist keine Glorifizierung von Jeffrey Dahmer, sondern eine CD Besprechung. Wer dennoch glaubt, dass dem nicht so, der kann mich mal an meinen Allerwertesten... Vielen Dank für ihr Verständnis.


Ähnlich:
Pungent Stench, Anal Cunt, Frank Zappa

17.03.2005
kervorkian


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!