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luke - safe (ep)


Erscheinungsjahr: 2008
Label: tumbleweed / broken silence
Tracks: 4
Spielzeit: 22:18
Genre: alternative
Subgenre: indiepop
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Bewertung: 7/10

rating

Luke machen schöne Musik. Musik zwischen alternativem Rock und Independent Pop. Oder, um es in Länderreferenzen auszudrücken: Musik zwischen Deutschland und den Staaten. Musik, die dir sowohl zärtlich die Wange streichelt, als dich auch an den Eiern packt. Und sogar bei letzterem George Clooneyesk elegant bleibt: Bei allem Lärm, den Luke meist in ihre Songverläufe packen, hat man nie das Gefühl, es werde stumpf drauf los geprügelt. Das ist hier gut so, denn Luke ist keine Band für das Grobe und die Prügelknaben zu mimen, kann bei diesem deutschen Quartett nur schief gehen. Dass man ihnen dennoch ihre latente Wut abnimmt, liegt neben der überzeugenden Produktion vor allem an den logischen Übergängen von laut nach leise und zurück.

Auf "safe" überwiegen die ruhigeren Momente. Wobei "ruhig" bei Luke nicht mit einschläfernd oder Ambientgeplänkel gleichzusetzen ist - der Song steht hier stets im Vordergrund. Es ist eine melancholische, gleichzeitig gelassene Ruhe, aber immer verwoben mit einem Rhythmus zu dem man mitwippen kann. Mit verhaltenem Gesang, der an Weilheim erinnert, aber trotz der Fragilität nie zerbricht. Und mit Melodien, die man durchaus mitpfeifen kann. Ja, das ist Pop, das ist fast Mainstream, aber nie aufdringlich.

Auf "safe" werden die lärmigeren Momente nie vernachlässigt. Sogar der mit siebeneinhalb Minuten überlange Abschlusstrack "Three", der einen (abgesehen vom brummenden Anfang) fünf Minuten glauben lassen will, dass hier eine epische Indiepostpopballade (?) vom Band rollt, poltert gegen Ende so schön gegen die Wand, dass einem die Tränen kommen. Die übrigen Songs oszillieren dagegen mehr zwischen den beiden Polen, was sie sowohl eingängiger, als auch gewöhnlicher macht. Und bis auf den Mittelteil des Openers "we are safe", bei dem man das Gefühl hat, der Band wären die guten Ideen ausgegangen, ist das wiederum gut so. "Maelstrom" wäre gar ohne die immer wiederkehrenden, immer präsenteren, immer dringlicheren harten Parts vorher schon im Strom der Belanglosigkeit verloren. Und "prove" wäre ohne das kurze, ruhigere Zwischenspiel kurz vor dem krachenden Ende irgendwie nicht komplett.


So erscheint "Safe" als eine schöne Zwischendurchveröffentlichung, der man mit der Zeit ihre Qualitätssteigerung nach hinten raus nicht nur nachsieht, sondern sogar lieb gewinnt. Weil das für das nächste Luke-Album hoffen lässt.


Ähnlich:
slut, pale, scumbucket, nada surf, blackmail, ken, carrera, favez, dinosaur jr., far, hüsker dü, motorpsycho, sebadoh, sentridoh, belasco

04.08.2008
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!