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lauter leben - auf den punkt (ep)


Erscheinungsjahr: 2008
Label: our distribution / soulfood
Tracks: 7
Spielzeit: 27:20
Genre: pop
Subgenre: deutscher soul pop/rock
lauterleben.jpg
Bewertung: 5/10

rating

Die sind laut, die sind frei. Und die wollen wieder träumen.(°) Nunja. Ob man sich deswegen direkt "lauter leben" nennen muss und seinen Schriftzug mit Blumen verzieren muss sei dahingestellt. Jedenfalls haben die vier jetzt ihre Debüt-EP fertig gestellt. "Auf den Punkt.". Die ist nett, die ist brav. Und die soll ganz bestimmt groß einschlagen. Tut sie aber nicht. Denn die ist zu nett, die ist zu brav. Und ganz allgemein: Einfach uninteressant. Typischer Fall von vier netten Jungs aus der Nachbarschaft, die Popmusik auf dem Papier perfekt verstanden haben (und wahrscheinlich mindestens mit dem Gedanken gespielt haben, irgendeine Popakademie zu besuchen), aber auf CD trotz ein paar Ohrwurmmelodien, professioneller Produktion und ordentlicher Instrumentenbeherrschung allerorten eher vorbeirauschen als emotional mitzunehmen (was jedoch der Lyrik nach zu urteilen der Anspruch von lauter leben zu sein scheint). Das ist diese Art von Popmusik, die letztes Jahr auch aus sämtlichen Castingshows rieselte. Deren Protagonisten Clueso und Laith-Al Deen heißen: Souliger Pop/Rock mit Funkeinflüssen, der auch nicht vor Raps zurückschreckt. Dazu ehrliche, bodenständige Texte, die jeder verstehen kann, weil sie aus dem Leben gegriffen sind, aber nie ganz flach sind. Das ist lobenswert, aber in den seltensten Fällen kommt großes dabei heraus. Musik für die Einkaufshallen dieser Welt, für die Fernsehstudios dieser Welt, für den Hintergrund dieser Welt. An sich nicht verwerflich, aber interessant ist anderes.
Lauter Leben versuchen, sämtliche Facetten dieser Musik abzudecken. Und sie scheitern nicht: Gutfühlpop zum Mitschunkeln inklusive Groove, Soul, Funk und Raps über E-Gitarren im Opener "Wir sind laut". Das Ganze etwas nachdenklicher (trotz der verzerrten Gitarrenleads im Intro) in "Ohne mich", in dem ein Beziehungsende mal egoistisch und positiv gesehen wird. Die Soulpopballade "Süden" mit Klavier und gefühlvollem, melancholischen Gesang und einem netten Gitarrensolo. Bei "Fliegen" hat man dann das Gefühl, dass es wieder von vorne anfängt (feat. Samwise). Danach wird es dann allerdings gänzlich liebesballadesk, wenn in "festhalten" nach dem ruhigen, von langsamen Rhythmus und Akustikgitarre die Streicher ausgepackt werden - und zum Glück wieder eingepackt werden, bevor es zu kitschig wird. Dass Lauter Leben zu ausschweifend sind, kann ihnen jedenfalls nicht vorgeworfen werden. Auch nicht wegen dem folgenden, rockigeren und an Grönemeyer erinnernden "Visier" oder im abschließenden, vom Klavier getragenen "Leben". Das ist vielleicht das beste an der CD. Auch wenn die "Alles wird gut"- Attitüde ziemlich schnell auf die Eier drückt, zumindest kommen lauter leben schnell auf den Punkt.

Das nächste Mal bitte mit mehr Schweiß, Dreck, Soul, Unberechenbarkeit und weniger Reißbrett, Mainstream und stromlinienförmige Muster.

lauter leben auf myspace



(°): Frei nach "wir sind laut", dem Opener von "auf den punkt.".


Ähnlich:
Laith-Al Deen, Ich + Ich, Kim Frank, Echt, Söhne Mannheims, Xavier Naidoo, Thomas Godoj, Michel Van Dyke, TempEau, Jan Plewka, Dirk Darmstädter, Pur, Stoppok, Rivo Drei, Ian O’Brien-Docker, James Blunt, Eagle-Eye Cherry, sioen, Clueso, Beatplanet, Ayman, Oli P., Ben, Thomas D., Gautsch, Beatbetrieb, Königwerq, Olesoul, Freistil, Atemlos

22.12.2008
stativision


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!