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lake of tears - greater art


Erscheinungsjahr: 1994
Label: black mark
Tracks: 8
Spielzeit: 34:46
Genre: metal
Subgenre: gothic metal
lakeoftears.jpg
Bewertung: 5/10

rating

Ja, Symbiose aus Gothic, Doom und Deathmetal, die 1000ste.
Mitte 94 wurde die CD von den damaligen Newcomern Lake of Tears veröffentlicht, das Line-Up bestand aus Daniel Brennare, Jonas Eriksson, Mikael Larsson und Johan Oudhuis. Wie man am Namen schon erkennen kann, alte Schweden.
In der klassischen Rockbesetzung (Gitarre, Drums, Bass, Gesang) spielte man das Album ein, das unter Mithilfe von dem altbewährten Tomas Skoksberg in den Sunlight Studios in ein solides Soundgewand gekleidet wurde.
Nun ist es ja so, dass ein Jahr vorher Tiamat mit ihrem "Clouds" genau in die selbe Kerbe hauten, insofern verwundert es mich doch, dass dieses fast eine exakte Kopie dieses Werkes ist, besonders in Punkto Gitarrenarbeit und Gesang machen sich doch schon mehr als zufällige Ähnlichkeiten breit.
Bereits mit dem Opener "Under the Crescent" gemahnt man mit den massiven und melancholischen Riffs im Vordergrund an die anderen Schweden. Im Hintergrund wird dann noch von Skoksberg ein Key bedient, was ebenfalls nicht selten an die großen Vorbilder Tiamat erinnert. Ein netter Song mit klischeebeladenem Text - was man allein schon an den Schlagwörtern des Songs erkennt: -dark, -heart, -cold, -fate,- abscent beauty, als einige Beispiele.

Jaja, die düstere, süße Sehnsucht, da hat sie noch ein einsames Herz gepackt.
Musikalisch ganz ordentlich, obwohl man dem Vierer gute Instrumentenbeherrschung nicht attestieren kann, weder das Rhythmusgerüst setzt Akzente, noch die Gitarrenarbeit leistet wirklich ordentliches. Der Gesang ist standardisiertes düsteres Geraune, sodass man gerade noch ohne Booklet was verstehen kann.
Die Melodien erscheinen klar akzentuiert, ohne allerdings richtig ins Herz zu gehen.
Leider wird beim zweiten Song "Eyes of the Sky" keine Steigerung gebracht, eher im Gegenteil, wo bei "..crescent" noch eine nette Melodie fuhrwerkelt, wird hier grande tristesse geboten, Standardriffs mit heruntergestimmten Gitarren und der Gruftgesang lockt mich wirklich nicht aus der Reserve, auch der Text veranlasst mich nicht, hier zu verweilen, Skip!

Die Überraschung im positiven Sinne folgt mit "upon the highest mountain", der äusserst atmosphärisch mit auf Flöte getrimmten Keyboards beginnt und -oh Wunder- mit einer klaren Erzählstimme. Textlich wird hier fantasymässig von Einem berichtet, der auszog, um seine Sehnsucht nach mehr Macht befriedigen will und dafür den mystischen im Titel zitierten Berg besteigen will. Ganz netter Text, aber auch nicht mehr.
Musikalisch jedoch sicherlich der Höhepunkt des Albums, schöne Soli werden mit Lavariffs und an der Stimme werden ein paar schönen Stereoexperimente ausprobiert. Die über 7 Minuten werden nicht langweilig, da macht es Spass, zuzuhören, obwohl man sich den Song wohl nicht ein paar Mal hintereinander anhören kann.

Mit Track 4 reichert man das Album, man ist ja doch um Abwechslung bemüht, mit einem Uptemposong an. Leider erreicht auch "as daylight yields" nicht ganz den Standard der grossen Riege (sprich Tiamat) es fehlt der Band eindeutig an Erfahrung.
Mit den weiteren Songs merkt man mehr, wie fantasybesessen die Band doch ist: Im Titelsong wird ein besseres Land beschrieben, in denen von Göttern und Avataren die Rede ist, musikalisch mit Akustikparts und auflockernden schnelleren Teilen ganz schön umgesetzt, nach "...mountain" sicherlich das Hihglight und Anspieltip des Albums!

Danach wird sich wieder in doomiger Mittelmäßigkeit verloren, hier ist noch nichts von der grossen songwriterischen Klasse zu spüren, die man auf den nachfolgenden drei Lake Of Tears Alben nachhören kann.

Zu sehr ergießt man sich in nicht allzu erquickender Zähflüssigkeit, zu selten erscheint mal ein origineller Part, eine große Melodie, um sich aus dem mediokren Sumpf zu befreien. Schade, hinterlässt das Album doch zwei nette Songs im Gehirn. Nur ein halbwegs passables Debüt für die leider glücklosen Schweden, die schon mal knapp vor der Auflösung standen.

Auch das Preis-Leistungsverhältnis ist dank kurzer Spielzeit nicht gut, so dass man im Endeffekt nicht besonders lange Freude an dem Werk haben wird.
Empfehlen kann man das Album nur Leuten, die alles in dieser Richtung haben wollen und das "clouds" album von Tiamat so gut fanden, dass sie unbedingt noch eine mittelmäßige Kopie im Regal stehen haben müssen.

Alle anderen sollen sich die drei anderen grandiosen Alben von Lake Of Tears holen und damit glücklich werden!


Ähnlich:
Tiamat, Paradise Lost, The Blood Divine, Anathema, Katatonia

17.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!