. .

kind of bitter, the - regrets


Erscheinungsjahr: 2004
Label: Play/Rec
Tracks: 11
Spielzeit: 44:03
Genre: Alternative
Subgenre: indiepop
thekindofbitter.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Das machen Hardcoremusiker also, wenn sie sich zu lange dem Manet-Bild eines toten Toreador zugewendet haben. Sie nennen sich "The Kind of Bitter" und machen Musik wie nach einem Stierkampf, in dem sowohl Tier als auch Mensch sterben. Ihre Hauptbands (in diesem Fall u.a. die dänischen Hardcore/Rockbands Barra Head und Magic Bullet Theory) haben sie dafür extra mal eben sein lasen, um mutmaßlich im eigenen Wohnzimmer "Regrets" aufzunehmen. Melancholischer und nachdenklicher, etwas leiernder Indiepop ist dabei herausgekommen. Beachtlich, dass dabei auch die Qualität stimmt, falls also irgendwann kein Hardcore mehr gespielt werden will, steht einer kompletten Umsattelung der Hauptbands nichts mehr im Wege.
Aber erstmal gibt's bloß "Regrets". Ein wirklich heimeliges Scheibchen mit dem gewissen Kaminkuschelfaktor. Sollte also gerade im Winter eine nicht zu kleine Zielgruppe ansprechen. Stets ohne Schnörkel sind die Songs, niemals kompliziert oder Experimente wagend. Reduced to the max. Denn die Wirkung von Regrets ist nicht zu verachten. An manch kalten, verregneten Herbsttagen möchte man sich in den kargen, emotionalen Klangwelten verlieren, so schön kann Regrets sein. Hört man dann noch einmal hin, ist natürlich nicht alles so schön, wie es scheint. Ab und an verliert sich die Band im Geschrammel ("I doubt i have a heart), manchmal verliert sie sich in Indieseliger Beliebigkeit ("Without a name") oder die Arrangements sind so geradeheraus, dass die Songs zu schnell langweilig werden (trotz des wunderbaren Akustikgitarrensolos: "all it takes"). Und das Womack & Womack Cover "Teardrops" - obwohl gut gemacht - passt natürlich so zum Rest wie Müsli zum Rotwein. Aber führt man sich die anderen sechs Songs (der instrumentale Titeltrack außen vor gelassen) mal in einer ruhigen Stunde zu Gemüte, formulieren sich die wahren Qualitäten von "Regrets". Das Album ist dir in der finstersten Stunde ein Freund, bringt dir mit zerbrechlichen wie zarten Gitarren bei, dass du nicht alleine bist, erzählt dir mit gehauchtem Gesang, dass es doch irgendwie weiter geht und dass du nicht die einzige geschundene Seele auf der Welt bist. Insbesondere "Without a name" und das abschließende "see you in september" haben diese Qualitäten. Und dann gibt's da noch die Songs die alles mit ihrem größenwahnsinnigen, aber unglaublich schönem Refrain aus der Lethargie reißen. Sowohl "This Time of the Year", als auch - und besonders - "Remind me" sind von der Sorte Songs, die eine springende Platte im Sinne von Absolute Giganten fordern. Zu schön um wahr zu sein.


Ähnlich:
Elliot Smith, the Posies, Nicolai Dunger, I am Kloot, Wilco, Red House Painters, Radiohead, Codeine, Shudder to think, Sophia, Neil Young, Guided by voices, Stone Roses

01.01.2002
stativision (Tobias Goris)


:: Comments ::


Comment
Name:

Comment:

Security question, please solve:

4TF         HQ1      
G F    T      6   TRJ
MWD   WIT   2CQ      
  O    8      E   7OA
N9H         QA5      



Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!