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jack frost - gloom rock asylum


Erscheinungsjahr: 2000
Label: serenades
Tracks: 8
Spielzeit: 39:02
Genre: metal
Subgenre: gothic doom metal
jackfrost.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Ein Artwork für Suizidinteressierte. Ein lebloser Frauenkörper im sterilen Raum. Die Kälte der modernen Welt führt zu Vereinsamung, Depressionen. Und, unausweilich, Selbstmord. Das ist die Welt von Jack Frost - die Musik des Schweizer Quartetts jedenfalls lässt nicht den Funken einer Hoffnung aufkommen. Schon beim kurzen instrumentellen Opener übermannt einen sowohl durch die düsteren Gitarrenriffs, als auch durch die melancholische Leadgitarre finstere Trauer. Und durch den Tempowechsel in noch doomigere Gefilde bleibt einem schon beim ersten Track beinahe das Herz stehen. Nahtlos geht das Intro über in "you are the Cancer", dessen Titel schon makaber genug ist. Eine surrealistische Liebeserklärung an das mit einem unauslöschlich Verwachsene. Krankhafte Hörigkeit, Verlangen und Tod. In dieser modernen Welt vielleicht der letzte Trost. Musikalisch in stillen, aber tiefen Gewässern treibend, ist das melancholisch-melodische "you are the cancer" schon der erste Höhepunkt des Albums, getragen vor allen Dingen von der tiefen, aus dem Gothic-Einerlei herausragend Stimme. In dem Stil geht es mit "how will i sleep" weiter, auch wenn der Anfang hoffnungsvoller beginnt - spätestens nach einer dreiviertel Minute kommt wieder die volle Depressionsbreitseite: Sänger Phred Phinster (äh...) scheint in seinen düsteren Songs aufzugehen.

Durch Tempowechsel in den nachfolgenden Liedern wird das Album zum Glück nicht allzuschnell langweilig. Finster gerockt wird allerdings weiterhin, kein fröhlicher gelber Sonnenstrahl dringt in den sterilen Raum, dafür sorgt alleine schon die Stimme Phinsters, sogar wenn der Track gerade "in gloom" heißt: Hier sind höchstens die Gitarren glutvoll und erinnern an eine doomige Version von Cemetary.

In der zweiten Hälfte des Albums scheinen die siebziger-Jahre-Einflüsse stärker durch, man höre nur "psychodrome" oder das folgende "sink".
Eine echte Überraschung ist dann der siebte Track, eine Coverversion des 67er Klassikers "california dreamin", im Original mit der allseits bekannten eher positiven Grundstimmung versehen wächst es hier zu einem epischen Meisterwerk finsterster Dimensionen! Klasse interpretiert. So muss ein Coversong sein.

Der Schluss ist mit den einleitenden Akustikgitarren von "beyond the rubicon" (einem der besten Songs der CD) etwas ruhiger geraten, was die morbide Grundstimmung aber nicht schmälert.

Auf Dauer befriedigt das Album aber dann doch nicht ganz. Auch Jack Frost entkommen nicht ganz dem tristen, etwas zu monotonen Grundgerüst des Gothic Rocks / Metals - was umso mehr negativ auffällt, als dass die CD mit nicht einmal 40 Minuten Spielzeit eher kurz geraten ist. Auch ist das Artwork zwar gelungen, der Aufmachung hätte etwas weniger Spartanismus gut getan. Dennoch alleine schon wegen des Gesangs und den Melodien ein Höhepunkt des Genres.


Ähnlich:
Type O Negative, End of Green, Darklands, Beseech, Anathema

24.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!