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in flames - soundtrack to your escape


Erscheinungsjahr: 2004
Label: nuclear blast
Tracks: 12
Spielzeit: 47:04
Genre: metal
Subgenre: modern death metal
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Bewertung: 5.5/10

rating

"Soundtrack To Your Escape" macht mich völlig ratlos.

Vor ca. 8 Jahren war es richtig schick, In Flames toll zu finden. "The Jester Race" startete (zumindest in kommerzieller Hinsicht) die "New Wave Of Swedish Melodic-Death" und zog tausende Nachahmer hinter sich her. Das einzig wahre Original waren jedoch die längst aufgelösten At The Gates, die erst jetzt, fast zehn Jahre nach ihrem Meisterwerk "The Slaughter Of Soul", den Erfolg einfahren, den sie damals verdient hätten.

Ich persönlich war nie großer In Flames-Fan, bzw. generell Fan von dieser Welle, von daher fand ich es toll, dass die beiden Hauptbands der Bewegung, In Flames und Dark Tranquillity, immer versucht haben zu experimentieren. Vor allem Dark Tranquillity mussten viele Fans mit Alben wie "Projector" oder "Haven" einbüßen, während In Flames ihre Entwicklung in Alben wie "Colony" oder "Clayman" geschickter tarnten. Erst "Reroute To Remain" stellte sowas wie einen Bruch dar.

Ein toller Bruch: Das Album ist phänomenal.

Umso gespannter konnte man auf den Nachfolger "Soundtrack To Your Escape" sein. Setzen In Flames ihren neuen, modernen Kurs fort oder wird das Album wieder an "Clayman" anknüpfen, um die alten Fans nicht komplett zu vergraulen? Keines von beidem. Die Scheibe setzt sich höchst ungeschickt zwischen alle Stühle, so dass sie einem ziemlich schwer im Magen liegt.

"Soundtrack To Your Escape" ist insgesamt auf jeden Fall wieder härter als "Reroute To Remain" - auch wenn Tracks wie "Transparent" damals sämtliche In Flames´sche Geschwindigkeitsrekorde brach. Doch härter heißt nicht automatisch "Back To The Roots", wie man meinen könnte. Songs wie der Opener "F(r)iend" und "Dead Alone" kloppen zwar ganz schön vor sich hin, doch mit den alten In Flames hat das trotzdem relativ wenig zu tun. Auch wenn die typisch schwedischen Gitarrenmelodien wieder etwas deutlicher zu vernehmen sind. Vor allem "Dead Alone" spielt mit atmosphärischen Synths, die sicherlich nicht im Sinne der "The Jester Race"-Generation sein können.

Nach den ersten paar Durchläufen wirkt das Album unspektakulär. Völlig. Kein Song bleibt hängen, die Scheibe rauscht völlig an einem vorbei - und einen Track wie "The Quiet Place" als Nachfolger zu einem Track wie "Cloud Connected" (Meisterwerk!) abzuliefern, grenzt fast schon an einen Unverschämtheit. Das Album konnte man also ruhigen Gewissens als gnadenlose Enttäuschung abstempeln.

Doch "Soundtrack To Your Escape" wächst - mit jedem Durchlauf. Schon schöpfte ich Hoffnung, als sich Songs wie "Evil In A Closet" doch als tolle Ohrwürmer entpuppten, die sich letztlich auch auf "Reroute To Remain" gut gemacht hätten. Doch irgendwann hört das Album wieder auf zu wachsen - und nimmt sogar wieder ab. Die Enttäuschung bleibt, wenn auch nicht ganz so krass wie beim ersten Durchlauf.

Der Vorgänger strotze vor tollen Ideen, zeitgemäßen Riffs, tollen Refrains und einer göttlichen Produktion aus dem Hause Daniel Bergstrand (Meshuggah, etc.) - eben alles, was eine Perle so braucht, um den "Test Of Time" zu bestehen. "Soundtrack To Your Escape" hat wenig davon. Die Produktion, obwohl wieder Bergstrand hinter den Reglern hockte, wirkt dumpf, zeitweise sogar etwas matschig. Die Riffs sind nicht wirklich zwingend und die Melodien nutzen sich schnell ab ("The Quiet Place") und teilweise rutscht die Scheibe völlig in die songwriterische Belanglosigkeit ab, wie z.B. "Like You Better Dead" beweist.

Dieses Album ist ein Schnellschuss, der wohl unter großem Druck entstanden ist. In Flames haben sich den Erfolg des Vorgängers etwas zu sehr zu Herzen genommen und wollen alles auf einmal. Das kann natürlich nur schief gehen. Wären die Jungs einfach locker und frisch an die Sache herangegangen, dann wäre sicherlich der legitime Nachfolger zu "Reroute To Remain" dabei rausgekommen - und nicht ein lauer Aufguss schlechter Ideen, der wohl niemanden so recht zufrieden stellen dürfte.

Hand aufs Herz: Mit Ruhm haben sich In Flames hier nicht gerade bekleckert. Das können die lustigen Schweden viel, viel, viel besser.

Ich warte dann schonmal auf den Nachfolger. Und: Lasst euch verdammt nochmal Zeit, aber liefert dafür ein starkes Album ab, okay?

10.03.2005
hlmr


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!