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horvitz, wayne - whispers, hymns and a murmur


Erscheinungsjahr: 2006
Label: tzadik
Tracks: 8
Spielzeit: 73:48
Genre: klassik
Subgenre: chamber/string quartet
horvitz.jpg
Bewertung: 7.5/10

rating

Genau wie Zorn hat Horvitz in seiner etwa 25-jährigen Karriere als New Yorker Avantgardemusiker so einiges an Projekten angeleiert. Jazzorchester (und Kompositionen dafür), Crossover, der die Grenzen zwischen Jazz, Psychedelic Rock, Blues und Ethno sprengte, Progressive Rock, Acid Jazz und Trip Hop, Soundtrackhafte Musik, Minimalismus und Collagenmusik, Elektronik kombiniert mit klassischen Instrumenten, Avantgarde, schräger Funk Jazz und mehr.

In letzter Zeit widmet Horvitz sich auch mehr der klassischen Musik für Streichquartett (und gelegentlicher elektronischer Strukturierung und Begleitung). Auch und besonders mit einem Improvisationstalent an der Violine. So ist auf "whispers, hymns and a murmur" auf dem titelgebenden Stück Eyvind Kang als Improvisierer über einem komponierten Stück für Streichquartett zu hören. Gleichzeitig ist es das Herz des Albums und das herausragende Werk auf dem Album. Komplettiert wird es von drei "Mountain Language"-Stücken (I, III und IV), die nur für Streichquartett (auf der CD vom weiblichen Koehne Quartett übernommen) komponiert wurden.

Horvitz' Stücke sind melancholisch bis traurig (das Cover ist eine gute Einstimmung auf die nostalgische Atmosphäre der CD) und brechen selten aus, obwohl stets eine Spannung zu spüren ist und Laut-Leise Dynamiken ausgereizt werden. Ein bisschen Soundtrackatmosphäre kommt besonders in den drei "Mountain Language" Stücken zum Tragen, zwar ist die Musik zu anspruchsvoll komponiert, um lediglich zu untermalen (obwohl sie niemals sehr komplex wird, viel Parts erinnern gar an minimalistischere Kompositionen), aber unweigerlich entstehen Bilder zu den Tönen im Kopf. Langgezogene Molltöne wechseln ab mit lebhafteren, violinendominierten Passagen, in "mountain language III" (dem abwechslungsreichsten der drei) sorgen gezupfte Violinen für ein Mehr an Klangfarben. Das älteste Stück, "Mountain Language I" wirkt ein wenig ziellos und in seltenen Momenten zu statisch, bietet aber dennoch schöne Melodien und einiges an gelungener Klangmalerei.

Das Titelstück, in fünf Tracks unterteilt, führt mit "hymn I" behutsam auf ruhigen Streicherflächen ein, bevor Eyvind Kang gewohnt zauberhaft mit seiner Viola improvisiert. Eine märchenhafte, verlorene Stimmung wird erzeugt, gleichzeitig sehr melancholisch, aber nie ohne Hoffnung. Besonders in diesem Stück ist das elektronische Grundgerüst, an dem Kang sich orientieren kann sehr subtil eingewoben und nur unterschwellig wahrzunehmen, aber auch in den anderen Teilen ist die Elektronik kaum wahrzunehmen. Was vielleicht sogar ein wenig schade ist: Mehr Aufbrechen mit gängigen Hörgewohnheiten hier und da hätte dem Material vielleicht noch mehr Würze gegeben. Aber auch so ist "Whispers, Hymns and a murmur" ein erstaunlich ausgereiftes, fast schon abgeklärtes Werk geworden, das mit langsam aufbauender Spannung und stillen, melancholischen Klangfarben punkten kann.


Ähnlich:
eyvind kang, elliott sharp, phillip glass, steve reich, henryk gorecki, arvo pärt

20.04.2006
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!