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honig - treehouse


Erscheinungsjahr: 2008
Label: babsies diktatur/alison/cargo
Tracks: 12
Spielzeit: 39:48
Genre: alternative
Subgenre: singer/songwriter
honig_treehouse.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Nach dem Auspacken der Promo-CD blieb in erster Linie zu hoffen, dass die Songs von Honig nicht genauso verklebt sind, wie der Inhalt des kleinen Päckchens: Der als Promogag mitgelieferte Honig lief während des Transports aus und verklebte "treehouse" schon von außen. Zum Glück alles halb so wild: Weder nahm das Booklet ernsthaft schaden, noch traf obige Befürchtung ein: Zwar sind sämtliche der 12 auf "treehouse" enthaltenen Tracks mit ordentlich Süße angerührt, doch dank vieler instrumental eher zurückhaltender Passagen (oft wird nur mit etwas Gitarre, elektronischem Geplucker und Gesang arrangiert) verklebt dabei kaum etwas.

Honig ist das Soloprojekt von Stefan Honig, der eigentlich zusammen mit dem Rest von Benevolent aus Düsseldorf melancholischen Indiepop spielt. Auf "treehouse" kehrt er zu seinen eigenen Wurzeln zurück: Benevolent wurde von ihm einst als Singer/Songwriter-Projekt mit nur zwei Mitgliedern gegründet. Und "treehouse" ist ebenfalls aus der Arbeit eines Duos entstanden. Nach und nach steuerte Jan Sedgwick (vor kurzem bei Benevolent ausgestiegen) mit seinen, teilweise ausufernden, Arrangements und schließlich der Produktion des Albums einen wichtigen Teil zum Abschluss der Arbeit bei. Und so ist Honig anno 2008 mehr als "nur" ein Singer/Songwriter-Werk. Wenn man schon mit so einem Begriff kommt, sollte man direkt den Namen Sufjan Stevens hinterher schieben - der lässt viele seiner Songs auch erst mit überbordendem Ideenreichtum und großen Arrangements so richtig leuchten. Honig gehen alles zwar eine oder mehrere Nummern kleiner an, aber bei der ein oder anderen Streicher- und Bläserpassage, besonders im Opener "in full makeup" oder (auch wegen den Gesangslinien) "breakfast cereals" und "portugal" muss man unweigerlich an den US-Amerikaner denken. Die Songs und die Arrangements sind natürlich nicht ganz so raffiniert wie die von Stevens, haben aber durch ihre stellenweise Schlichtheit und Direktheit in der Produktion eine ganz andere Wirkungsweise - und sind sympathischer. Alleine schon deshalb, weil hier Ansichten und Gedanken eines Kindes, oder besser: die Kindheitsträume eines Erwachsenen, lyrisch verarbeitet und instrumental vertont werden. So erklären sich die stellenweise verspielten Passagen genauso wie die einfachen Melodien, die auch in so manches Kinderlied passen würden. Das ist vielleicht manchmal gar zu nett (und unspektakulär vorbeirauschend, wie in "if" oder "one"), aber alles in allem so schön, dass man Honig gerne zwei Ohren leiht.
Einen bitteren Beigeschmack gibt es nur aufgrund der Tatsache, dass eigentlich nur zehn, mit einer relativ kurzen Spielzeit ausgestattete, komplette Tracks auf der CD enthalten sind. Das mäßige Interlude "kalimbalude" und den reduzierten, elektronischen Remix von "brand new bike" kann man kaum dazu zählen. Aber so einem wohligen Album kann man noch nicht mal deswegen böse sein. Gerade im kalten Herbst/Winter-Übergang in dem "treehouse" geschickterweise erschienen ist.

Honig auf myspace


Ähnlich:
sufjan stevens, the postal service, ben gibbard, the notwist, sparklehorse, the magnetic fields, bonnie prince billy, broken social scene

06.12.2008
stativision


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!