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heavenfall - 7 sins


Erscheinungsjahr: 2011
Label: nicrothal records
Tracks: 9
Spielzeit: 46:46
Genre: metal
Subgenre: progressive/power metal
heavenfall-7_sins.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Himmel hilf. Heavenfall. Wer denkt sich eigentlich diese Namen aus? Da muss doch ein computergestützter Zufallsgenerator am Werk sein. Eigentlich sollte man sowas durch konsequente Nichtachtung strafen. Da ich aber vom gleichen Label die gar nicht mal schlechte Ensireal im Haus hatte, bei denen offensichtlich auch der gleiche Bookletgestalter am Werk war, überwog die Neugier.

Nunja. Heavenfall... Hammerfall... ist zumindest nicht allzuweit hergeholt. Vielleicht will man einfach ein paar Fans der letztgenannten abgreifen. Auch wenn es natürlich stilistische Unterschiede gibt. So gehen Heavenfall dann doch nicht ganz so hart und schnell zu Werke sondern legen eher Wert auf 70s-Einflüsse und symphonische Keyboards. Wie das zusammenpasst? Gar nicht mal so schlecht, wenn auch manche Teile anfangs gewöhnungsbedürftig sind. Ein klein wenig erinnert das auch an Dan Swanös Moontower, der die Keyboards ähnlich dominant in sein Werk eingebunden hat. "7 sins" ist aber in seiner Essenz dann doch lediglich Metal an der Schnittfläche von Power, Progressive und Melodic: Hymnische Songs, schneller Rhythmus, mittelhoher, klarer Gesang und dazu die genannten Keyboards zwischen Bombast und 70s Rock. Textlich werden, wie der Name allzu schnell vermuten lässt, natürlich die ewigen sieben Todsünden behandelt. Sonderlich gut ausgearbeitet ist dabei - vielleicht mit Ausnahme von "dream of mirrors" - leider keiner der acht Texte.
Musikalisch ist die größte Überraschung wohl der Einsatz elektronischer Elemente/Beats in "envy" und "dream of mirrors", die wohl (wie auch die konstant werkelnden Keys) den ein oder anderen Metalfan in die Flucht schlagen dürften, obwohl sie im weiteren Verlauf kaum mehr auftreten. Apropos künstlich: Die Drums wirken leider extrem überproduziert und lassen jegliches Livefeeling vermissen. Davon abgesehen ist "7 sins" sicherlich ordentlich produziert, klingt aber teils etwas künstlich, was hier eher kontraproduktiv ist.
Interessanterweise haben Heavenfall sich den eingängigsten (Konsens)Song bis zum Schluss aufgehoben: In "Up to the Gods" verbirgt sich der eingängigste Refrain, recht sparsam eingesetzte Keys und die nachvollziehbarste Struktur und wäre eigentlich die richtige Wahl für den Opener gewesen - wäre da nicht dieses Konzept. So steht der Titeltrack nach kurzem Intro ganz vorne, der nicht nur das textliche, sondern gleich auch das musikalische Konzept Heavenfalls vorstellt: getragene Passagen wechseln sich ab mit Uptempo, 70s Keyboardklänge folgen auf Orchesterparts, dazwischen eingängige Pathosrefrains, Bombastchoräle und ein passables Gitarrensolo. Alles gut vermengt und einer der besseren Songs auf "7 sins". "Envy hingegen mutet chaotisch an, mit seinen elektronischen Elementen, seinem etwas unmotiviert platzierten Death Metal Grunzem am Anfang und seinen plötzlichen Tempowechseln. Auch das sich aus einem Refrain schälende, verträumte Gitarrensolo wirkt etwas deplatziert. Generell versuchen Heavenfall mit einer häufigen Wiederholung und Ausdehnung der Refrains die Songs zu strukturieren, was zumindest bei "envy", aber auch bei "dream of mirrors" (da zu kitschig) schiefgeht. "act in anger" betont dann die melodische Hardrockseite, wobei lediglich die ordentliche Gitarren- und Keyboardsoli so richtig überzeugen. "gluttony" greift dann in die orchestrale Kiste, was ordentlich gelingt, während "Robin Hood" dann noch keyboardlastiger ist und durch einen langsameren Mittelpart überzeugt, in dem leider das erste Gitarrensolo nicht sonderlich gelungen ist. "Melt at your touch" passt mit seiner kitschig-schmierigen Musik sicherlich zum Text, ist aber musikalisch eben auch eine leicht enervierende Schmonzette, deren sieben Minuten man sich nicht zu oft antuen will. Trotz diesem zweischneidigen Schwert ist "7 sins" für Fans von keyboardlastigem Metal sicherlich ein paar Hördurchgänge wert.


Ähnlich:
Kamelot, Serenity, Pyramaze, Conception, Avantasia, Sonata Arctica, Edguy, Symphony X...

01.05.2011
TG


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!