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head control system - murder nature


Erscheinungsjahr: 2006
Label: vme/jester records
Tracks: 11
Spielzeit: 45:21
Genre: alternative
Subgenre: cyber alternative
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Bewertung: 8/10

rating

Garm von ULVER ist ein begnadeter Sänger. Sehr begnadet. Punkt. Wie gut tat es da schon, dass das letzte ULVER-Album „Blood Inside“ wieder sehr viel gesangslastiger als der Vorgänger „Perdition City“ und die zahlreichen, meist komplett instrumentalen EPs war. Doch trotzdem war es immer ein wenig schade, dass man nicht die Aussicht daruf hatte, Garm einmal in einem härteren Kontext zu vernehmen.

Bis zur Entstehung von HEAD CONTROL SYSTEM. Ein Metalalbum mit Garm am Gesang wurde angekündigt. Zu schön, um wahr zu sein. Mit „Murder Nature“ ist nun das bis vor kurzem noch Undenkbare geschehen. Trotzdem musste man sich um die Qualität Sorgen machen. Musikalisch ist HEAD CONTROL SYSTEM das Kind von Ex-RE:AKTOR-Drummer Daniel Cardoso aus Portugal. RE:AKTOR haben sich mit ihrem Debüt „Zero Order“ irgendwo zwischen FEAR FACTORY, STATIC-X und Nu Metal nicht vollständig mit Ruhm bekleckert. Die einzige Gemeinsamkeit der Beiden: Sie kommen ursprünglich aus dem Black Metal - und von dem ist bekanntlich nichts mehr übrig. Aber sonst?

Umso überraschender, dass es Cardoso geschafft hat, Garm eine würdige Spielwiese zu bieten, auf der er sich voll und ganz austoben kann. „Murder Nature“ bietet anspruchsvollen Cyber-Alternative, der sich sehr, sehr grob zwischen 30 SECONDS TO MARS, TOOL, 3 und späten VAUXDVIHL bewegt. Eckpunkte im doch unbeschreiblichen HEAD CONTROL SYSTEM-Universum. Der Teppich steht also. Und das ist der Punkt, an dem Garm ins Spiel kommt. Seine Stimme schwebt über allem. Als weiteres Instrument. Garm steht nie im Vordergrund, drängt sich allerdings auch nicht in den Hintergrund. Tausende Vocalpatterns legen sich überaneinder und geben die Songs unglaublich viel Tiefe.

Anfangs klingt alles ein wenig ungewohnt, da die Songs weder über Ohrwurmrefrains, noch über eingänige Strukturen verfügt. Dazu die ungewöhlichen Gesangsteppiche. Mit der Zeit legt sich das allerdings. Passagen prägen sich ein, die Songs machen Sinn und entfalten Atmosphäre ohne Ende. Bald entwickeln sich „Skin Flick“ und „Wonderworld“ zu regelrechten Hits, man bemerkt die jazzigen Strukturen von „Blunt Instrumental“ oder die Fragilität von „It Hurts“. Kurz gesagt: Man ist im HEAD CONTROL SYSTEM-Kosmos gefangen. Und das tut gut.

„Murder Nature“ ist nicht der heilige Gral und auch nicht das Beste, was Garm je abgeliefert hat. Aber es schön, seine Stimme dermaßen exzessiv genießen zu können. Schon allein deswegen muss man tief dankbar sein, dass es HEAD CONTROL SYSTEM gibt.


Ähnlich:
30 Seconds To Mars, A Perfect Circle, Tool, 3, Vauxdvihl

08.10.2006
hlmr


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!