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halfprice - taking life seriously


Erscheinungsjahr: 2004
Label: red ambulance
Tracks: 16
Spielzeit: 42:56
Genre: punk
Subgenre: crossover-punk
taking_halfprice.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Sehr schön: Das Cover sagt "Taking life seriously" und kaum entnimmt man die CD, blicken einen runtergelassene Hosen und, in Konsequenz dessen, Ärsche und hängende Hoden an.

Halfprice ist Punk aus Südafrika. Klingt exotisch, ist es aber (leider?) nicht. Könnte genauso auch aus den USA stammen und NoFX ist offensichtlich das große Vorbild des Quartetts. An erster Stelle steht bei den Halfprice-Hobbys offensichtlich Punk, danach kommen Suff und Porno und später noch etwas Ska und Metal, Sozial- und Politikkritik muss man hier eher mit der Lupe suchen: Im Opener "The crack of dawn too" gibt es Kritik an Bushs Krieg im Irak und den wenig demokratischen Verhörmethoden, in "H.I.V." eine Auseinandersetzung mit AIDS im eigenen Land, aber das bleibt, genau wie der Antidrogensong "15 Years", farblos und dahingeschludert. Gerade aus Südafrika wäre es interessant gewesen, mehr politische Statements zu hören.
Punk ist bei Halfprice also relativ und wird in erster Linie durch eine konsequent ausgelebte "Leckt mich im Arsch"-Attitüde verwirklicht. NoFX lassen, mal wieder, grüßen. Sex, Alkohol, ein paar Absurditäten sowie alberner Schabernack. Alles nicht so ganz neu und auf "taking life seriously" auch nicht sonderlich geistreich umgesetzt, aber wenigstens musikalisch erscheinen Halfprice frisch und kaum abgenudelt.

Fetter Punk stellt die Basis, über der auch mal gerne ein melodisches Lead gelegt oder in einen Ska-Rhythmus gewechselt wird. Abwechslungsreich, aber immer mit rotem Faden (besonders die Produktion und der leicht raue, angepisste Gesang halten das Album zusammen) spielen sich Halfprice durch die stattliche Anzahl von 14 Songs (plus zwei Interludes), die auch mal Punksonglänge überschreiten dürfen, wie das fast vierminütige "Real men" und der zur fünfminütigen Hymne mutierende Abschluss "15 June".
Ihre Stärken spielen Halfprice in kurz-knackigen Partykrachern aus, die im Refrain gerne zur Mitgesangsorgie mutieren. Schön zu hören im Titeltrack (bester Song der CD), in der Trinkhymne "drink all day" und in "buy your own...".
Aber es geht auch melancholischer, wie "can of beer" und "15 years" beweisen oder wütender, wie in "the crack of dawn too" und "h.i.v." - und auch das meistern Halfprice solide. Nur begeistern können sie damit nicht so ganz, an Höhepunkten mangelt es auf "taking life seriously" überhaupt etwas und das unterscheidet sie am deutlichsten von den Großen, wo man sich mitunter vor potentiellen Singleauskopplungen kaum entscheiden kann. Aber Halfprice sind auch erst seit knappen fünf Jahren im Geschäft. Und "taking life seriously" ist mittlerweile auch schon über ein Jahr alt. Es dauert eben, bis Musik von Südafrika hier ankommt...

Fazit also: Keine CD für Vertreter der reinen (Punk-)Lehre oder gar für politisch motivierte Hörer. Dafür aber für all jene, die den frühen Jahren von (zum Beispiel) NoFX nachtrauern.

www.drunkpunk.co.za/

red ambulance (label)


Ähnlich:
NoFX, All, Blink 182, Bad Religion, Donots, Green Day, Goldfinger, Mad Caddies, Lagwagon, Millencolin, No Use for a name, No Fun at all

21.12.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!