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five gentlemen - sommersprossen


Erscheinungsjahr: 2004
Label: querstand
Tracks: 16
Spielzeit: 50:32
Genre: Chanson
Subgenre: Comedian Harmonists
fivegentlemen.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Zielgruppenerweiterung nennt man das wohl. Schickt das Querstand-Label doch tatsächlich die aktuelle "Sommersprossen" CD der Five Gentlemen (die ganz in der Tradition von Bands wie den Comedian Harmonists stehen) an sämtliche Internetmagazine, die ansonsten eher im alternativen Rockbereich wildern. Sei's drum, mir ist das eine willkommene Abwechslung und eine Aufforderung, mich auch mal näher mit dem deutschen Liedgut der 20er und 30er zu beschäftigen. Aus einer Zeit, in der Vergnüngungssucht und wirtschaftliche Not aufeinandertrafen, wurde damals ein neuer musikalischer Stil geboren. A cappella mit mehreren unterschiedlichen Gesangsstilen und in Begleitung eines Klaviers sangen sich die fünf bis sechs Mann starken, ordentlich frisierten und gut angezogenen Gruppen durch (selten selbst geschriebene) Texte mit locker-luftigem Nonsensinhalt und, zumindest damals, leicht frivoler Heiterkeit. Die Comedian Harmonists waren unzweifelhaft die Band, die nicht nur diese Art von Musik bekannt gemacht hat, sondern über all die Jahrzente auch am Leben erhalten hat, obwohl sich die Herrengruppe umständehalber schon in den dreißiger Jahren aufgelöst hat. Zuletzt wurden sie mit dem überaus erfolgreichen, gleichnamigen deutschen Film wieder zum Leben erweckt, dessen Erfolg mittlerweile wieder abgeklungen ist. So kann man die Veröffentlichung der Sommersprossen-CD wohl kaum als Kommerz bezeichnen. Es bleibt allerdings die Frage, wer solch eine CD wirklich braucht. Zwar ist die Aufmachung nett, das Booklet informationshaltig und die Interpretation des alten Liedgutes gut gelungen (lediglich im tiefsten Bass wäre mir ein kleines bisschen mehr Fülle lieb gewesen), doch gleichzeitig wird den alten Aufnahmen, sieht man mal vom besseren Sound ab, nicht wirklich etwas hinzugefügt. Außer, und das ist ganz wesentlich, Lebendigkeit. Was sich vor allem bei den Live-Konzerten der Five Gentlemen ausspielen dürfte.
Die CD selbst ist aber deswegen längst nicht komplett entbehrlich. So hat sich die Band, die schon seit 10 Jahren in der Besatzung spielt und sich aus dem Dresdner Kreuzchor heraus gebildet hat, auch einiger etwas in Vergessenheit geratener Klassiker angenommen. "Oh, ich glaub', ich hab' mich verliebt" und "Du passt so gut zu mir, wie Zucker zum Kaffee" (mein persönlicher Favorit auf der CD) von den Nachfolgebands der Comedian Harmonists, Meistersextett und Comedy Harmonists, zum Beispiel finden sich weitaus seltener auf den einschlägigen CDs als die ebenfalls auf "Sommersprossen" enthaltenen großen Hits "Kannst du pfeifen, Johanna" und "Irgendwo auf der Welt". Auch Songs, die aus dem musikalischen Umfeld der Comedian Harmonists stammen, wurden neu interpretiert. "Die Männer sind schon die Liebe wert" kennt man von Max Raabe, das tolle "Guck' doch nicht immer nach dem Tango-Geiger hin" ist von Friedrich Holländer. Von den allseits totgenudelten "Mein kleiner grüner Kaktus" und "Ein Freund, ein guter Freund" wurde dagegen glücklicherweise Abstand genommen.
So bietet die CD sowohl Einsteigern als auch eingefleischten Fans dieser Musikrichtung nette und kurzweilige 50 Minuten. Kein unbedingtes Muß jedoch; was aber bestimmt der Besuch eines Konzertes der Five Gentlemen sein dürfte.

www.five-gentlemen.de


Ähnlich:
Comedian Harmonists, Max Raabe, Friedrich Holländer, Meistersextett, Comedy Harmonists, New Comedian Harmonists

17.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!