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east west blast test - popular music for unpopular people


Erscheinungsjahr: 2006
Label: ipecac
Tracks: 23
Spielzeit: 32:52
Genre: avantgarde
Subgenre: experimental psych-grind-pop
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Bewertung: 7/10

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Da sitzt der eine Kerl (David Witte, Drummer in Bands wie Burnt by the sun, Human Remains, Municipal Waste) an der Ostküste. Hämmert, bollert und zimmert sich gute 20 Schlagzeugtracks in allen erdenklichen Takten und Tempi zusammen. Schickt die an die Westküste. Dort sitzt der andere Kerl (Chris Dodge, mal Gitarrist bei No Use for a name, danach und davor in Hardcore/Experimental Bands). Und, so das Booklet, spielt alles drüber, was er gerade greifen kann. Fertig ist East West Blast Test, fertig ist "Popular Music for unpopular people". Fertig ist diese unglaubliche Collage zwischen Grindcore und experimentellem Pop. Überwiegend instrumental.

23 Tracks werden in 33 Minuten runtergeholzt, stellenweise kommt es so vor, als würde man die Musikgeschichte von Absurdistan in schnellem Vorlauf erklärt bekommen. Namen wie die Melvins, Fantomas, Melt Banana, aber auch Bill Laswell, Naked City, Maldoror, Django Reinhardt und J.G. Thirlwell tauchen vor dem geistigen Auge auf. Und zwischendurch gar schwarze Stammeskrieger aus Afrika. WIrd doch mal Gesang eingesetzt, ist er entweder weiblich (das übernimmt Lydia Paweski auf dem loungigen "Lithe". Übrigens nur eine von acht Gastmusikern), afrikanisch (wahrscheinlich gesampelt), Grind-Gekeife (von Tony Foresta auf "Anne R. Kaye") oder ganz und gar neben der Spur ("Faulous Slurry").

Die große Konstante auf "Popular Music for unpopular people" ist aber sehr variabler Grindcore. Auf den trifft man immer mal wieder, besonders in der zweiten Hälfte. East West Blast Test klingen dabei am ehesten wie Fantomas in wütender. Soll heißen: Instrumental anspruchsvoll (wenn auch oft nur mit Gitarre und Schlagzeug), recht metallisch und ohne ausufernde Kinkerlitzchen, dafür aber öfter mal mit versteckten elektronischen Elementen, comicartigen Einspielungen, ab und an auch mal straighter und punkiger ("anne r. kaye") oder grooviger ("corkmaster"). Die beste Figur machen sie dabei kurz vor Schluss (Tracks 19 bis 22), die besonders vom elektronischen Element profitieren. Komplex, brutal, aber mit dem gewissen Etwas. Und außerdem Humor.
Die andere Säule der CD ist nicht so leicht zu greifen. Wenn man die restlichen Stücke alle unter einen Hut bringen müsste, würde man wohl am ehesten Experimental Psycho Pop drauf schreiben. Pop im Sinne der Melvins vielleicht. Stets merkwürdig und mit so unterschiedlichen Stilen wie Funk, Psychedelic, Noise, Comicjazz, Dub und Ambient. Und da sind dann noch diese Ethnotracks "Passport to Papua" (der klingt wie er heißt) und "Welcome to geelong (now go home)" (der auch klingt, wie er heißt. Mit Didgeridoo). Die hören sich fast schon authentisch an. Beängstigend. Außerdem gibt's noch einen lustigen Deutsch-Englisch Sprachkurs rund um Schmerzen.

Ja, das ganze Album ist tatsächlich so durchgeknallt, witzig, spannend, entdeckenswert und kurzweilig. Wirklich dahinter ist natürlich nicht so viel. Es ist ja auch ein Test. Aber was für einer.


Ähnlich:
fantomas, naked city, maldoror, melt banana, mr. bungle, melvins, the mass, dog fashion disco, foetus, the residents, bigdumbface, tomahawk

18.04.2006
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!