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dungen - ta det lugnt


Erscheinungsjahr: 2004
Label: subliminal sounds
Tracks: 13
Spielzeit: 53:23
Genre: alternative
Subgenre: progressive retropop
dungen.jpg
Bewertung: 7.5/10

rating

"Nimm's leicht!" rufen sie uns im Titel ihres Albums entgegen - und halten uns einen bunten Strauß gestickter Blumen entgegen. Es ist wirklich erstaunlich: Der neue Exportschlager aus Schweden ist mitnichten Düstermetal oder Fast'n'Furious Rock'n'Roll, sondern Retropop. Aber was für einer! Das hört sich so an, als hätten sechs Jungs über ihre ganze Jugend hinweg nichts anderes gemacht, als merkwürdigen, schwedischen PsychPop aus den 60er und 70er Jahren zu hören. Und zu sezieren. Und dann angefangen, aus den besten Versatzstücken Songs zu schmieden.
Das erstaunliche ist aber: Die sechs Jungs waren in Wirklichkeit nur einer. Gustav Ejstes heißt das offensichtliche Genie. Und nahm mit sehr begrenzter Hilfe (ein Freund spielte hier und da zusätzliche E-Gitarre und Schlagzeug, ab und an brauchte er Hilfe für Saxophon und Violine...) diese faszinierenden 13 Stücke ein. Intelligent, leichtfüßig, verspielt, kompliziert, aber nicht prätentiös. Mit einer netten Melodie zur richtigen Zeit. Und die Texte ausschließlich auf schwedisch. Da fällt der Zugang nicht leicht, aber dafür wird "ta det lugnt" später umso mehr ins Herz geschlossen. Versprochen.

Aber auch um all die Facetten des Albums zu entdecken, braucht es Zeit. Dungen sind nicht einfach nur eine weitere Retropop-Band. Vielmehr vereinen sie, was sich damals hasste und damit öffnen sich ganz neue Hörgelegenheiten. Garagenrock trifft auf schillernde Psychedelia, irre Gitarrenfeedbacks auf einen Himmel voller Geigen und Jazz auf simple Riffs. Wie das Gemisch so homogen klingen kann, weiß wohl nur Ejstes selbst. Den Beweis liefern Dungen aber schon beim Opener "Panda". Kurz nachdem das dicke, frei vor sich hin bumpernde Schlagzeug und die knarzige Gitarrenlinie noch ein wenig in die Irre führten, verwandelt sich der Song schon in träumerischen Psychedelic Pop, bevor der Refrain dann, etwas dreckiger, an Garagenrock erinnert. Mit dem Titeltrack erinnern Dungen sogar fast an die Anfänge des Hardrocks und die Mitte des Albums (das instrumentale, orgel- und flötenlastige "Lejonet & kulan" und das von Leadgitarren dominierte "Bortglömd") ist erstaunlich progrockig und düster geraten.
Entspannend wirken dagegen "Det du tänker..." (an die Bees erinnernder, jazziger Easy Listening), das poppige "Festival" und das wunderschöne, epische "Du E För Fin För Mig" - kleine Inseln der Ruhe und Entspannung auf einem aufwühlenden Werk voll unerwarteter Wendungen. Oder wer hätte kurz vor Schluss noch ein solch abgedreht psychedelisches Mini-Werk wie "Om du vore en vakthund" erwartet?

Na gut: Ein wenig mehr hätten sich Dungen auf den Song an sich konzentrieren können. Auf weltbewegende Melodien und so. Da, wo Ejstes das versucht, kommt er nicht an seine Vorbilder heran. Aber das wäre wohl auch zuviel von einem 24 jährigen schwedischen Multiinstrumentalist erwartet. "Ta det lugnt" ist auch so ein beeindruckendes Album geworden. Und ein Muß für jeden Liebhaber von schrägem, psychedelischem Retropop sowieso.


Ähnlich:
The Olivia Tremor Control, The Bees, Caravan, The Who, The Doors, Deep Purple, The Velvet Underground, The Jesus & Mary Chain, Black Rebel Motorcycle Club, The Beatles, Cream, Grand Funk Railroad, Vanilla Fudge

21.12.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!