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decker, daniel - enklave EP


Erscheinungsjahr: 2010
Label: tumbleweed records
Tracks: 5
Spielzeit: 15;52
Genre: rock
Subgenre: deutschrock/indiepop
danieldecker_enklave.jpg
Bewertung: 5/10

rating

Daniel Decker macht jetzt auch Solo Musik. Ansonsten hat er noch eine Band um sich geschart, was dann Pawnshop Orchestra heißt und schrammeligen, melodischen Indiepop mit deutschen Texten macht. Schon da übernimmt Daniel Decke den Großteil der Instrumente, insofern lag es wahrscheinlich nahe, auch mal solo zu machen. Passend dazu heißt die Debüt-EP dann auch "Enklave" und in dem gleichnamigen, eröffnenden Lied ist dann auch von Freiräumen die Rede. Deutlich härter als der typische Pawnshop Orchestra singt er zu dem etwas rumpeligen und trotzdem poppigen Rock davon, wie wir einen Freiraum für uns allein brauchen. Dabei klingt er mit seiner hohen, klaren Stimme nie wütend, sondern eher schon zufrieden, passiv, beschreibend. Um nicht zu sagen: Beliebig. Wie auch die Trompeten nach dem Refrain. Und auch der ganze Song, auch wenn die Melodien schon ganz gut gelungen sind. Eindringlicher ist das folgende, ebenfalls rockrifflastige "Die geister mit denen ich schlief", wo auch entfernt der Placebo-Vergleich des Promozettels passt (auch wegen deren "Ghosts"-Album, das textliche Assoziationen zulässt). Der Song wird nach mehrmaligem Hören etwas besser und irgendwie ist es ja auch charmant, dabei ein wenig an deutsche Placebo zu denken, aber gegen Ende versuppt "die geister" einfach und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Anschließend gibt es die typischen EP-Tracks: "22:22 Uhr" erinnert an die Sterne, wenn sie mal einen Experimentellen haben, der nervige Sprechgesang verweigert aber leider meine größere Zuneigung dazu - schade, die hektische, basslastige Instrumentalarbeit, teils etwas funky, gefällt. Danach schließlich Bronski Beat auf deutsch, was tatsächlich so wie NDW aus den 80ern klingt und gar nicht so linkisch übersetzt ist, wie es zuerst den Eindruck erweckt.
Zum Abschluss dann der neben "Enklave" zweite auch auf dem kommenden Album "Weißer Wal" erscheinende Song. Eine sich langsam steigernde Klavierballade mit guten Einfällen vor allen Dingen in der zweiten Hälfte. Stärkster Song, aber auch nicht der Knaller, der die EP vielleicht noch auch für alle Nicht-Fans von Pawnshop Orchestra und deutschem Indiegedöns empfehlenswert machen würde.


Ähnlich:
pawnshop orchestra, oliver minck erfahrung, wolke, die sterne, bronski beat, die aeronauten, tom liwa, tomte

24.07.2010
stativision


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!