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crimes, the - nobody cries forever


Erscheinungsjahr: 2005
Label: revel yell music
Tracks: 12
Spielzeit: 35:48
Genre: alternative
Subgenre: retro punknroll
crimes_cover.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Es gibt Gelegenheiten, da ist man dankbar, dass es das Sprichwort vom Propheten im eigenen Lande gibt. Es passt nämlich ganz hervorragend auch auf das Schicksal von The Crimes, die auf Labelsuche waren und erst von japanischen Akquisiteuren entdeckt werden mussten. Deutsche Maßarbeit, das weiß man nicht erst seit Blind Guardian, kommt an auf der fernen Insel. Und so - Happy End - können sich auch The Crimes für ihr Cover in schicken Anzügen unter wohlgeformten barocken Theatersaaldecken ablichten lassen.

Hört man sich "Nobody cries forever" an, fällt schnell auf, dass nicht nur die Anzüge Ähnlichkeiten zu den Hives aufweisen, auch die Musik steht ganz in der Tradition der Neo-Punk'n'Roller aus dem Norden. Hochenergetisch, immer schön tanzbar, mit einem lässigen Groove im Arsch und einer netten Melodie um die Lippen. Mal wieder standen Clash, Ramones und die Stooges Pate, aber im balladesken Liebeskummer-Tröster "Nobody cries forever" wird auch ganz im Sinne Elvis' auf die Schmalzdrüse gedrückt. Nur schade, dass der Sänger in Sachen Charisma da nicht rankommt: Mehr Stimmvolumen hätten das nette Schmusestück in einen richtigen Schmachthammer verwandelt. Schade, aber trotzdem schön.
Während der restlichen elf Songs wird hingegen auf die Tube gedrückt und von der Bühne gerotzt. Mit viel Charme, wohlgemerkt.

Beim Opener "I keep an eye on you" erinnert nicht nur der Titel an Rocket from the crypt; mit Bläsern könnte man glatt aufhören, den leider aufgelösten Amis hinterherzutrauern. Beim folgenden "what you gonna do" und besonders bei "when worlds collide" erinnern die vier Hamburger dagegen ganz stark an die Hives. Meckern will man bei derart hoher Spielfreude und derart mitreißenden Songs ob des hohen Ähnlichkeitsfaktors aber nicht. Und überhaupt gibt es nicht allzuviel an dem Album auszusetzen. Ein paar mehr echte Hits als den Opener und den stark rock'n'rolligen Abschluss "Shuford Stomp" hätte man sich wünschen können und einen Sänger, der mehr Emotion rüberbringt und besser ausflippen kann. Aber das sind nur Kleinigkeiten, alles in allem ist "nobody cries forever" eine erstaunlich runde Sache geworden, die auch manch reifere Band nicht unbedingt hätte so hinbekommen.

Wer Eigenständiges sucht, ist bei der Musikrichtung sowieso an der falschen Adresse, wer aber mal wieder so richtig schön retrostilistisch die Sau rauslassen will und das am liebsten bei den genannten Bands tut, der ist auch bei den Crimes an der richtigen Adresse.

www.thecrimes.de


Ähnlich:
The Hives, The Clash, Ramones, The Stooges, MC5, New Bomb Turks, Rocket from the crypt, The Hellacopters, Gluecifer, The flaming sideburns, The Turbo A.C.s, Beatsteaks, Turbonegro, The Sonics, Social Distortion, The Bronx

21.12.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!